Vogelzählung: Der Spatz ist Hessens häufigster Vogel

Hessen

Trotz Regen und teils stürmischem Wetter beteiligten sich erneut zahlreiche hessische Vogelfreunde an Deutschlands größter Vogelzählung.

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Nach der Auswertung von rund 3600 Einsendungen mit mehr als 97.000 Vogelbeobachtungen legte heute der NABU Hessen die Landesergebnisse der bundesweiten Mitmach-Aktion „Stunde der Wintervögel“ vor. Der NABU Hessen hatten vom 6. bis 8. Januar dazu aufgerufen, alle Vögel zu melden, die sich innerhalb von einer Stunde in Gärten oder an Futterstellen blicken ließen. Die bundesweite Zählung zeigt im zweiten Jahr der Aktion interessante Unterschiede zum vergangenen Jahr. So verlor die Kohlmeise ihren Spitzenplatz als häufigster Wintervogel unserer Städte und Dörfer an den Haussperling. Auf den Plätzen drei und vier folgen Blaumeise und Feldsperling.

„In milden Wintern kommen tendenziell weniger Vögel an die Futterstellen, solange sie in Wald und Feld noch genügend zu fressen finden“, kommentiert NABU-Landesvorsitzender Gerhard Eppler den Rückgang, der nicht nur bei Kohlmeisen zu beobachten war. Davon konnte offenbar der sehr ortstreue Hausspatz profitieren, der rund ums Jahr die Nähe zu den Menschen sucht.

Futter hin oder her – nach Amseln hielten viele Vogelfreunde diesmal vergeblich Ausschau. Hessenweit ging deren Zahl um mehr als 43 % zurück. Die Wintervogelzählung lässt damit Rückschlüsse auf das „Amselsterben“ im vorigen Sommer zu. Dabei wurden besonders im Hessischen Ried auffallend viele tote Amseln gefunden und auch solche mit zerrupftem Kopfgefieder. Tropenmediziner hatten bei ihnen eine Infektion mit dem zuvor bei uns unbekannten Usutu-Virus nachgewiesen. Die Zählung im Januar zeigt einen deutlich reduzierten Winterbestand von Südwesthessen in Richtung Nordosten. Traurige Spitzenreiter sind in Hessen der Landkreis Bergstraße mit einem Verlust von 65 Prozent und Groß-Gerau von 55 Prozent.

„Die Meldungen der Vogelfreunde sind ausgesprochen hilfreich und zeigen wie wertvoll diese Form von „Citizen Science“ für die Forschung sein kann“, betont Eppler. Die Viruskrankheit sei aber nicht die einzige Ursache für den Amselrückgang: „Das Frühjahr 2011 war in vielen Regionen extrem niederschlagsarm. Knochentrockener Boden erschwerte es den Amseln, an Regenwürmer heranzukommen. Der dadurch geringe Bruterfolg spiegelt sich nun ebenfalls im Winterbestand wider“, so Eppler.

Neben den hier heimischen Vögeln ließen sich auch typische Wintergäste aus dem Norden beobachten. Hier führen Bergfinken, Wacholderdrosseln und Erlenzeisige die Liste an. Zu den Besonderheiten des Winters zählen seit einiger Zeit auch Zugvögel, die unsere Breiten im Winter normalerweise verlassen, wie Mönchsgrasmücken, Hausrotschwänze oder Stare. Trotz der milden Temperaturen setzte sich der Überwinterungstrend dieser Arten diesmal nicht fort – oder sie wussten sich besonders gut zu verstecken.

Vogelzählungen im Rahmen von „Citizen-Science“-Aktionen haben prominente Vorbilder. Bereits im Jahre 1900 rief der amerikanische Vogelkundler Frank Chapman erstmals zu einem „Christmas Bird Count“ auf. Die Aktion findet seither jährlich statt. Auch der britische NABU-Partner, die Royal Society for the Protection of Birds (RSPB), veranstaltet seit inzwischen mehr als 30 Jahren einen „Big Garden Birdwatch“. Diese Langzeitstudien haben Vogelschützern bis heute eine Fülle wertvolle Informationen zum Schutz der Artenvielfalt geliefert.

Vom 11. bis 13. Mai folgt die Schwesteraktion „Stunde der Gartenvögel“, bei der die Brutvögel des Landes im Mittelpunkt des Interesses stehen. Weitere Ergebnisse zur Stunde der Wintervögel, darunter detaillierte Karten und Zahlen aus einzelnen Landkreisen, sind zu finden unter www.NABU-Hessen.de


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