Am Mittwoch, den 23. Januar, fand in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt der Neujahrsempfang des Sozialverbands VdK Hessen-Thüringen statt.
Der Einladung des mit 230.000 Mitgliedern größten Sozialverbands in Hessen und Thüringen waren rund 150 Repräsentanten aus Politik und Verwaltung, sozialen Verbänden und Organisationen gefolgt.
Thematisch stand der VdK-Neujahrsempfang ganz im Zeichen der sozialen Gerechtigkeit. Beide Hauptredner, der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier genauso wie der VdK-Landesvorsitzende von Hessen und Thüringen, Udo Schlitt, gingen in ihren Ansprachen ausführlich auf dieses im Jahr der Bundestagswahl so wichtige Thema ein. Udo Schlitt kündigte eine breit angelegte Kampagne seines Verbands gegen (Alters-)Armut und soziale Spaltung an. In den Monaten vor der Bundestagswahl werde der VdK die Bürgerinnen und Bürger, aber auch die politisch Verantwortlichen darauf aufmerksam machen, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergehe. „Es soll keinen Ort in Hessen geben – und sei er noch so klein –, in dem unsere Plakate nicht hängen werden und in dem wir keine Aktionen durchführen“, sagte Schlitt.
Die Armutsgefährdungsquote in Deutschland steige seit mehreren Jahren und habe 2011 mit mehr als 15 Prozent einen absoluten Höchststand erreicht, führte Schlitt aus. Betroffen seien 12,4 Millionen Menschen. „Wenn andererseits 800.000 Menschen über rund 1,2 Billionen Euro verfügen, dann ist es höchste Zeit, das Teilen auf die Tagesordnung zu setzen.“ Der VdK-Landesvorsitzende forderte die Anhebung des Spitzensteuersatzes und die Einführung eines flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohns von 10 Euro. Um die Zunahme der Altersarmut zu stoppen, müssten unter anderem das Rentenniveau bei 50 Prozent des durchschnittlichen Nettolohnes eingefroren werden und prekäre Beschäftigungen zurückgedrängt werden.
Der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier lobte das starke ehrenamtliche Engagement der VdK-Mitglieder und betonte die sozialpolitischen Gemeinsamkeiten der Hessischen Landesregierung mit dem VdK etwa im Einsatz für eine bessere Pflege. In der Frage, wie der Sozialstaat erhalten und gestärkt werden könne, setzte er aber andere Schwerpunkte. Von einer Erhöhung des Spitzensteuersatzes verspreche er sich ebenso wenig die Lösung wie von einem flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn, betonte Bouffier.
Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de

















