Das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt als zuständige Behörde in Südhessen hat alle relevanten kommunalen und industriellen Einleiter deshalb bereits vor einigen Wochen aufgefordert, die Wärmeeinleitung in den Fluss sowie vermeidbare Maßnahmen an den Abwasseranlagen bei einem weiteren Anstieg der Wassertemperaturen möglichst zu unterlassen bzw. zu verschieben, um die Restverschmutzung zu minimieren.

Von den kommunalen und privaten Einleitern forderte das RP konkret, dass

- alle Rückkühlmöglichkeiten und -kapazitäten in vollem Umfang genutzt werden, um die eingeleitete Wärmefracht möglichst gering zu halten;
- vermeidbare Belastungen des Abwassers durch Anlagenrevisionen bzw. -reparaturen, Wartungs- und Reinigungsarbeiten im Kanalsystem oder andere Vorgänge im Betrieb, wie z.B. kühlwasser- bzw. abwasserintensive Produktionen, verschoben werden;
- geprüft wird, ob eine Kühlwassereinleitung aus der Eigenstromerzeugung durch Bezug von Strom aus dem öffentlichen Netz vermieden oder reduziert werden kann.

Bereits im vergangenen Sommer hatte das RP den Main-Einleitern vergleichbare Auflagen gemacht, um ein großflächiges Fischsterben abzuwenden. In diesem Jahr wurde die kritische Marke von 25 Grad im Main noch nicht erreicht, aber im Juni nur knapp unterschritten. Die aktuelle Prognose weist erneut in diese Richtung: http://wassertemperaturvorhersage.hlnug.de/hlug_wt_infosys_extern/html/index.htm

Der Main ist als staugeregeltes Fließgewässer – im Gegensatz zum Rhein – anfällig für hohe Wassertemperaturen und Sauerstoffarmut. Das Problem besteht schon seit etlichen Jahren, weshalb die Behörde die Temperatur des Mains von Mai bis September intensiv beobachtet und gegebenenfalls entsprechende Gegenmaßnahmen veranlasst.

Hintergrund: RP als Wasserbehörde

Das RP Darmstadt ist die Obere Wasserbehörde in Südhessen. Von seinen drei Umweltabteilungen in Darmstadt, Frankfurt und Wiesbaden aus kümmert sich die Behörde in dieser Funktion unter anderem um den anlagenbezogenen Gewässerschutz und die Kontrolle der Abwasser-Einleitungen – vor allem aus den kommunalen und industriellen Kläranlagen – in die Fließgewässer (Bäche, Flüsse) im Regierungsbezirk. Hierdurch wird sichergestellt, dass diese Gewässer vor schädlichen Verunreinigungen geschützt werden. http://wassertemperaturvorhersage.hlnug.de/hlug_wt_infosys_extern/html/index.htm

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