Verdachts des Wuchers: Durchsuchungen und Festnahmen

Hessen

Bei einer Durchsuchungsaktion am Mittwochmorgen in Offenbach und Eschborn nahm die Kriminalpolizei ein 45 Jahre altes Ehepaar vorläufig fest und stellte umfangreiches Beweismaterial sicher.

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Gegen den Beschuldigten lag bereits ein Untersuchungshaftbefehl des Amtsgerichts Darmstadt vor. Seit mehr als zwei Jahren ermitteln die Staatsanwaltschaft Darmstadt und das Betrugsfachkommissariat gegen die Eheleute, die Eigentümer mehrere Immobilien in Offenbach sind, wegen Verdachts des gewerbsmäßigen Wuchers und der Urkundenfälschung. Hierbei sollen gezielt Wohnungen an ungelernte Arbeiter aus Bulgarien und Rumänien zu überteuerten Preisen vermietet worden sein. Die Wohnobjekte, in den die überwiegend nicht Deutsch sprechenden Geschädigten lediglich eine Schlafstätte gehabt haben sollen, sind teilweise in einem desolaten Zustand. Nach bisherigen Erkenntnissen sollen die Verdächtigen die geschäftliche Unerfahrenheit und die Sprachdefizite der Betroffenen ausgenutzt und diese unter Druck gesetzt haben, um weit überhöhte Mieten zu kassieren. Der 45-Jährige soll darüber hinaus mehrere Mieter mittels körperlicher Gewalt eingeschüchtert haben.

Die Beschuldigten sollen in den Mietverträgen von sich selbst erfundene Personalien eingetragen haben, um die tatsächliche Vermietungssituation zu verschleiern. Ferner sollen sie Druck auf ihre Mieter ausgeübt haben, um zu verhindern, dass die Geschädigten Anträge - zum Beispiel für Wohngeld - bei den entsprechenden Behörden stellen. Bei der heutigen Durchsuchung wurden neben Geld unter anderem Vertragsunterlagen und ein Laptop sichergestellt. Bislang belaufen sich die Ermittlungen auf mehr als 40 Fälle.

Der 45-Jährige wird im Laufe des Mittwochs zur richterlichen Vorführung gebracht. Seine Ehefrau wurde nach den polizeilichen Maßnahmen entlassen. Die Ermittlungen dauern an.


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