Trickbetrügereien beschäftigte Polizei in Osthessen

Hessen

In verschiedenen Variationen beschäftigte der sog. Enkeltrick in den letzten Tagen wieder einmal die osthessische Polizei.

VR Bank Main-Kinzig-Büdingen eG

In einem Fall in Bad Hersfeld wurde ein 86-jähriger Rentner Opfer. Der ältere Herr zahlte 10.000,- Euro. Das Opfer war bereits am Donnerstagnachmittag, 14.03.13, gegen 14:15 Uhr, von einem anderen Mann angerufen worden. Dieser gab sich als ehemaliger Arbeitskollege aus und gab an in einer finanziellen Notlage zu sein. Er sei bei einem Rechtsanwalt in Fulda und bräuchte kurzfristig Geld zum Kauf einer Eigentumswohnung. Der 86-jährige sagte 10.000,- zu, ging zu seinem Geldinstitut und hob das Geld von seinem Konto ab. Als der Rentner wieder nach Hause zurückkehrte rief der angebliche Arbeitskollege erneut an und fragte wegen dem Geld nach. Kurze Zeit später klingelte eine angebliche Frau Schneider an der Tür und der Rentner übergab das Geld. Danach rief der Anrufer noch einmal an. Er würde noch am Donnerstag bei dem Rentner vorbeikommen und die Bankverbindung des Rentners zu bekommen, damit der Anrufer das Geld in den nächsten Tagen wieder zurück überweisen konnte. Natürlich kam niemand. Am Freitagvormittag informierte der Rentner schließlich die Polizei.

Die Geldabholerin, die angebliche Frau Schneider wird wie folgt geschrieben: Ca. 20 bis 25 Jahre alt, schlanke Gestalt. Sie trug eine zerschlissene Jeans. Sie war ca. 1,65m bis 1,70m groß. Anrufe dieser Art gingen offenbar bei verschiedenen Bürgern aus dem Landkreis ein. Allein in zwölf weiteren Fällen riefen besorgte Bürger bei der Polizei an. Glücklicher Weise zahlte aber niemand sonst bei dieser Art von Anrufen. In Fulda gingen am Wochenende mehrere Anrufe bei Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion ein. In Fulda-Horas wurde eine Frau am Sonntagvormittag, 17.03.13, gegen 09:30 Uhr, Opfer eines sog. Schockanrufs. Ein Mann hatte bei der Frau in russischer Sprache angerufen und 50.000,- Euro gefordert, wegen eines in Not geratenen Verwandten der Frau. Die Frau wurde dermaßen am Telefon eingeschüchtert und übergab schließ einem männlichen Geldabholer 2.600,- Euro. Dieser Mann wird wie folgt beschrieben: Ca. 1,65m bis 1,70m groß, trug bei der Geldabholung eine schwarze Hose und schwarze Jeans. Auch bei der Abholung des Geldes sprach er russisch.

POLIZEITIPP: Diese Arten von Anrufen sind eine besonders hinterhältige Form des Betrugs, der für Sie oft existenzielle Folgen haben kann. Zum einen, weil Sie dadurch hohe Geldbeträge verlieren können oder sogar um Ihre Lebensersparnisse gebracht werden. Zum anderen sehen Sie sich häufig den Vorwürfen und dem Unverständnis Ihrer Verwandten ausgesetzt. Mit den Worten "Rate mal, wer hier spricht" oder ähnlichen Formulierungen rufen die Betrüger bei Ihnen an, geben sich als Verwandte, Enkel oder auch gute Bekannte oder ehemalige Arbeitskollegen aus und bitten kurzfristig um Bargeld. Als Grund wird ein finanzieller Engpass oder eine Notlage vorgetäuscht, beispielsweise ein Unfall, ein Auto- oder Wohnungskauf. Die Lage wird immer äußerst dringlich dargestellt. Oft werden Sie durch wiederholte Anrufe unter Druck gesetzt. Sobald Sie sich bereit erklären, wird ein Bote angekündigt, der sich dann mit einem zuvor vereinbarten Kennwort ausweist und das Geld abholt. Mit diesen Tricks haben Täter in der Vergangenheit bereits Beträge im fünfstelligen Eurobereich erbeutet.

Tipps Ihrer Polizei gegen den Enkeltrick:

- Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen.

- Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis. Halten Sie nach einem Anruf mit finanziellen Forderungen bei Familienangehörigen Rücksprache.

- Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.

- Informieren Sie unter der Notrufnummer 110 sofort die Polizei, wenn Ihnen eine Kontaktaufnahme verdächtig vorkommt.

Hinweise bitte an die Polizei in Fulda 0661/1050 oder im Internet unter www.polizei.hessen.de - Onlinewache.


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