„Fulda stellt sich quer“ feiert 2.500 tägiges Bestehen

Hessen
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Als Verein, der sich für Demokratie und gegen Rassismus engagiert, bekommt „Fulda stellt sich quer“ (Fssq) bundesweite Anerkennung.

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Unter dem Motto „2.500 Tage Foll Antifa“ feierte das Bündnis nun im Bürgerzentrum Ziehers-Süd ihr Jubiläum. Ehrengäste von AWO, SPD, Grüne und Linke dankten in Reden dem Verein für ihr Engagement. Mittlerweile zählt Fssq knapp 180 Mitglieder, von denen alleine 15 Personen während des Jubiläumsfestes beitraten.

Den Ausschlag für die Gründung des Vereins gab die Sängerin, Antifaschistin und KZ-Überlebende Esther Bejarano, die im Juli 2021 mit 96 Jahren starb. Mit den Plänen für ein Konzert mit ihr in Fulda im Jahr 2014 fanden sich Menschen aus der Region zusammen, die sich stärker für Demokratie und gegen Rassismus engagieren wollten. Daraus entstand ein Bündnis, dass sich schon sehr bald bei einer Demonstration gegen einen „Pegida“-Ableger in Fulda beweisen konnte. „Fugida“ wurde verhindert und „Fulda stellt sich quer“ war geboren.

„Wir standen auf einmal quer und mittendrin in Fulda und sahen, dass in unserer Gesellschaft immer noch zu viel Rassismus, Neofaschismus und Ausländerfeindlichkeit vorhanden ist. Mittlerweile sind wir einer der größten antifaschistischen Vereine in Deutschland, sind anerkannt und sind der einzige derartige Verein in Hessen, der ein eigenes Zentrum ohne staatliche Förderungen betreibt. Darauf sind wir stolz, aber wir stoßen auch an unsere Grenzen und wünschen uns eine Entlastung seitens der Stadt und der Politik“, sagte der Vereinsvorsitzende Andreas Goerke.

Es sei bedauerlich, dass immer noch einige CDU-Funktionäre in Fulda den bundesweit anerkannten Verein als Linksextremistisch bezeichnen und den Begriff „Antifa“ als negativ empfinden würden. „Ja, wir sind Antifa, aber dieser Begriff kommt von Antifaschismus, dem Widerstand gegen den Faschismus. Das bedeutet, wir stehen für die Sicherung und Verteidigung der Demokratie. Aus diesem Grund wiederholen wir gerne unsere Forderung, die Dr.-Danzebrink-Straße in Fulda umzubenennen. Ein Fuldaer Oberbürgermeister, der mitverantwortlich für Deportation, Mord und NS-Verbrechen ist, verdient keine eigene Straße“, sagte Andreas Goerke und fordert Umbenennung in Thaddäus-Brunke-Straße. Brunke war deutscher Franziskaner und Kaplan am Frauenberg und widersetzte sich in Fulda dem Naziregime, wofür er später im KZ sein Leben ließ.

Im Anschluss an den Grußworten ließen es sich DJ Shaggy und die Rapband „Microphone-Mafia“ nicht nehmen, für Stimmung zu sorgen. Seit 2009 gab die „Microphone-Mafia“ gemeinsam mit Esther Bejarano mehrere hundert Konzerte und aus dem Konzert in Fulda vor knapp 2.500 Tagen ist heute längst eine Freundschaft mit dem Verein geworden.

Übrigens: Bei „Foll Antifa“ hat sich kein Tippfehler eingeschlichen. Denn „Foll“ kommt aus dem Osthessischen und bedeutet „Fulda“.  



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