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Denn der festlich geschmückte Weihnachtsbaum spielt noch immer eine große Rolle beim Fest. So werden in den nächsten knapp drei Wochen in Deutschland über 30 Millionen junge Tannen und Fichten den Besitzer wechseln. Leider sind viele Weihnachtsbäume alles andere als nachhaltig. „Die Zeiten, als Weihnachtsbäume noch als Abfallprodukt heimischer Forstwirtschaft anfielen, sind schon lange vorbei. Über 80 Prozent der verkauften Gehölze stammen heute aus Weihnachtsbaumplantagen, in denen kräftig gespritzt und gedüngt wird: Insektizide gegen Rüsselkäfer und Läuse, Herbizide gegen konkurrierendes Gewächs und Mineraldünger für einen gleichmäßigen Wuchs sowie eine intensive Grün- und Blaufärbung der Nadeln“, gibt Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU Hessen, zu Bedenken. Deshalb empfiehlt der NABU den Kauf von Nadelbäumen aus Weihnachtsbaum-Kulturen, die nachhaltig bewirtschaftet werden. „Mit einem Baum aus naturnaher Produktion erspart man sich und seiner Familie eine mögliche Belastung der Raumluft mit Pestizid-Ausdünstungen während der Feiertage“, so Eppler.

Wer Wert auf giftfreie Bäume in der guten Stube legt, sollte zu einem Weihnachtsbaum mit Öko-Zertifikat greifen: „Mit dem Kauf eines Baumes mit Bio-Siegel setzen Verbraucher*innen ein Zeichen für den naturfreundlichen Anbau von Weihnachtsbäumen“, erklärt Eppler. Denn das garantiere, dass Weihnachtsbaum-Kulturen nicht mit Pestiziden behandelt, sondern mechanisch oder mit Schafen von Aufwuchs befreit werden. Als gute Alternative sieht der NABU Nadelhölzer von forstlichen Sonderstandorten wie z.B. Hochspannungstrassen an. Diese Bäume sind in der Regel unbehandelt und müssen sowieso von Zeit zu Zeit gefällt werden, um die Leitungen freizuhalten. Beim Kauf eines Weihnachtsbaums ist zudem darauf zu achten, nicht zu lange Transportwege zurückzulegen. „Die Umweltbilanz eines Weihnachtsbaums, den man extra mit dem Auto aus einem zwanzig Kilometer entfernten Wald holt, fällt deutlich negativ aus“, so Eppler.

An die Weihnachtsbaum-Produzenten appelliert der NABU Hessen, künftig stärker auf ökologische Kriterien zu achten. Es sei nicht zu verantworten, mit zu Schmuckzwecken gezüchteten Nadelbäumen massiv die Umwelt und die Gesundheit von Menschen zu gefährden. Allerdings müsse auch der Verbraucher seine Ansprüche überdenken: „Den perfekt gerade und dicht gewachsenen, rundum schön grünen Weihnachtsbaum gibt es kaum ohne chemische Sonderbehandlung“, erläutert Eppler. Und vielleicht reiche auch manchmal ein deutlich kleineres Exemplar oder ein schön geschmückter Zweig schon aus. Ein Weihnachtsbaum aus Plastik ist dagegen keine sinnvolle Alternative, da er meist einen weiten Transportweg hinter sich hat, schwer zu recyceln ist und die Plastik-Müllberge anwachsen lässt. „Plastikbäume müssten mindestens zwanzig Jahre lang zu Weihnachten aufgestellt werden, um eine bessere Umweltbilanz als ihre natürlich gewachsenen Nadelbäume zu erzielen“, so Eppler.



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