Pfarrehepaar Graf verlässt Nieder-Roden

Hessen
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Koffer und Kisten sind quasi schon gepackt, denn neue Aufgaben warten zeitnah auf Kerstin und Benjamin Graf.

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Von ihren ersten Pfarrstellen in Rodgau/Nieder-Roden, auf denen sie in den vergangenen 5 Jahren tätig waren, geht die berufliche Reise nach Beendigung des Probepfarrdiensts nach Oberlahnstein bei Koblenz. Dort werden die Theologen schon zu den Weihnachtsgottesdiensten erwartet. Dekan Steffen Held und die stellvertretende Kirchenvorstandsvorsitzende Claudia Wolny verabschiedeten das Pfarrehepaar zusammen mit der Gemeinde am vergangenen Sonntag im Gottesdienst. Beziehungen, auch Freundschaften, seien in dieser Zeit gewachsen, „viele haben wir an den Wendepunkten des Lebens bei freudigen und traurigen Anlässen seelsorgerlich begleitet“, fasste Pfarrerin Kerstin Graf die vergangenen Jahre in Rodgaus südlichstem Stadtteil zusammen.

„Wer Gott wirklich kennen lernen will, muss sich mit ihm zusammen auf den Weg zu den Menschen machen“, hatte sie vor fünf Jahren in ihrer Ordinationspredigt erklärt; „Begegnungen suchen und Menschen vor Ort ansprechen“ nahm sich Benjamin Graf bei seinem Einstieg ins Pfarramt ein Jahr später vor. Zusammen mit der Gemeinde haben beide ihren Worten Taten folgen lassen. Dabei hatten die beiden Geistlichen Bewährtes fortgeführt, aber auch neue Impulse gesetzt: etwa die Idee der Faschingsgottesdienste am Fastnachtssonntag, das Agapemahl am Gründonnerstag oder Grußkarten an die Gemeinde zu Geburtstagen oder Ehejubiläen kamen gut bei den evangelischen Christinnen und Christen in Nieder-Roden und Rollwald an.

Preise für Videoprojekte in der Jugendarbeit

Auch in der Jugendarbeit hatten Grafs so neue Akzente gesetzt: Mit Videoprojekten im Konfi- und dem Reli-Unterricht an der Geschwister-Scholl-Schule in Hainhausen hatten die jungen Leute mit engagierter Unterstützung von Benjamin Graf sogar zwei Mal Preise beim „Young Clip Award“ der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) gewonnen. Auch die Gemeinschaft der Betreuer*innen in der Kinder- und Jugendarbeit wurde gestärkt und der Konfirmandenunterricht gemeinsam umstrukturiert. Benjamin Graf wird sich „ewig an die gemeinsamen Zeiten im neu gestalteten Jugendraum“ erinnern. Und daher rühre auch „der größte Schmerz an diesem Umzug“: nämlich, „die Jugendlichen mitten im Konfirmanden-Jahr zurückzulassen“. Manche Idee bleibe indes auch unangetastet auf den Schreibtischen zurück, gestand das Ehepaar unlängst im Gemeindebrief, „da sich unser privates Leben komplett auf den Kopf gestellt hat, weil zwei Neugeborene 2018 und 2020 mit ins Pfarrhaus eingezogen sind“. 

Dekan Steffen Held: „Präsent und mit den Menschen in Kontakt“

„Gerade im Advent blicken wir als Christinnen und Christen nicht zurück auf Unerfülltes, sondern auf viel Segensreiches und die Möglichkeit zu Neuanfängen“, würdigte der Dekan des Evangelischen Dekanats Dreieich-Rodgau, Steffen Held, die vergangenen 5 Jahre gemeinsamen Weges der Kirchengemeinde und des Pfarrehepaars, das in Nieder-Roden zur Pfarrfamilie wurde. „Präsent und mit den Menschen in Kontakt sein und auch die erreichen, die keinen regelmäßigen Kontakt zur Kirche haben“ – das sei eines der steten und wichtigsten Ziele in der pfarramtlichen Arbeit von Kerstin und Benjamin Graf in Verkündigung, Seelsorge und diakonischem Engagement gewesen. „Dafür danke ich euch auch im Namen des Dekanats und wünsche euch und euren Kindern alles Gute und Gottes Segen auf dem weiteren Lebensweg!“

Mit dem Kirchenvorstand „Zeit genutzt und viel geschaffen“

„Es ist noch gar nicht lange her, da haben wir kurz hintereinander zwei Ordinationen hier in Nieder-Roden gefeiert“, erinnerte im Namen des Kirchenvorstands dessen stellvertretende Vorsitzende Claudia Wolny daran, dass das Gemeindezentrum am Puiseauxplatz für Kerstin und ein Jahr später auch für Benjamin Graf der Startpunkt auf dem geistlichen Weg ins Pfarramt war. „Wir haben die gemeinsame Zeit genutzt, viel erlebt und viel geschaffen“, erinnerte auch die Ehrenamtliche an das Engagement der beiden Theologen für verschiedene Ziel- und Altersgruppen.

Im rheinland-pfälzischen Oberlahnstein, rechtsrheinisch gegenüber von Koblenz gelegen, treten Benjamin und Kerstin Graf die Nachfolge eines in den Ruhestand gegangenen Pfarrkollegen an und freuen sich nun auf eine dauerhafte Perspektive als Familie sowie im gemeindlichen Pfarrdienst auf Lebenszeit.