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Deshalb ist eine bestimmte Eigenschaft für seinen Beruf besonders wichtig.

Den Eishockeyprofi von einst sieht man Markus Dally noch an. Als junger Mann war der heutige Fahrer von Landtagspräsident Boris Rhein (CDU) beim Mannheimer ERC unter Vertrag. Damals, Mitte der achtziger Jahre. Es dürfte recht schmerzhaft gewesen sein, in der zweiten Liga auf den 1,92 Meter großen, kantigen Verteidiger zu prallen.

An diesem Vormittag fährt Dally den Dienst-Audi A8 L in Richtung Waschanlage. Das „L“ steht für „Langversion“, das Fahrzeug misst 5,27 Meter, ist also etwas länger als die normale Version. Im Fonds ist das zu merken. Weil der Landtagspräsident oft hinten rechts sitzt, hat Dally den rechten Vordersitz recht weit in Richtung Armaturenbrett geschoben: So ist genug Platz, um in dem fahrenden Büro zu arbeiten. Denn genau das tut ein Berufspolitiker in seinem Fahrzeug regelmäßig.

Sanft surrt der Diesel über Wiesbadens Straßen. Die rund 2,1 Tonnen Gewicht lassen die Limousine satt auf dem Asphalt liegen. Dally, der sich in der Landeshauptstadt bestens auskennt, blickt nach links. „Da ist die Straße heute gesperrt, wahrscheinlich ist es hier deshalb so voll.“ Er blinkt rechts und biegt in die Wilhelmstraße ab.

Geboren ist Dally in Viernheim, das liegt nordöstlich von Mannheim. Mittlerweile wohnt er in Nordhessen. Seinen ersten Job als Fahrer hatte er bei einem Bau-Unternehmen, elf Jahre lang war er da für den Transport des Vorstands zuständig. Dann machte er sich mit einem kleinen Transportunternehmen selbständig. Als der Konkurrenzdruck in der Branche riesig wurde, kehrte Dally, der verheiratet ist und drei Kinder hat, in den Job als Profi-Fahrer zurück. Erst fuhr er den Vorstand eines Schweizer Konzerns, seit 2014 ist er im Dienst des Landes Hessen unterwegs. Nach einer Weile in der Fahrbereitschaft des Landes wurde Dally zum festen Fahrer des damaligen Ministers für Wissenschaft und Kunst – Boris Rhein. Und als Rhein Anfang 2019 zum Präsidenten des Hessische Landtags gewählt wurde, wechselte Dally einige Zeit später ebenfalls dorthin.

In der Zufahrt zur Waschanlage hat sich eine Autoschlange gebildet. Dally greift an die Sonnenblende und zieht eine der Waschmarken hervor. Die kauft die Verwaltung en gros und verteilt sie an die Fahrer. Ein- bis zweimal in der Woche sollte eine solche Limousine schon gewaschen werden. Es wäre schließlich unangenehm, wenn der Landtagspräsident zu einem wichtigen Termin mit staubigem Heck oder verdreckten Kotflügeln vorführe.

„Hallo“, sagt der Mitarbeiter der Waschanlage. Dally grüßt zurück. Dann reicht er die Marke durch das geöffnete Seitenfenster, rollt in die Waschstraße hinein, stoppt und stellt den Automatikwählhebel auf „N“. Das Transportband ruckelt, die Bürsten drehen sich. Dally hat eine Waschstraßenlänge Pause.

Seinen Führerschein hat Markus Dally 1985 gemacht. Im ersten Anlauf, darauf legt er Wert. Denn natürlich muss ein Fahrer sehr gut fahren können. Die wichtigste Eigenschaft jedoch ist Verschwiegenheit, wie er findet. Schließlich bekommen die Fahrer von Spitzenpolitikern sehr viele Informationen mit, die zum Beispiel in Telefonaten ausgetauscht werden. Manchmal sitzt hinten links auch ein Gast und nutzt die Strecke für ein Gespräch mit dem Landtagspräsidenten: Erfolgreiche Politik hängt nicht zuletzt von guter Kommunikation ab.

Im Dienst trägt Dally Anzug, Hemd, Krawatte. „Immer“, sagt er. „Ich bin der Meinung, das gehört dazu.“ Vor Corona ist er zirka 80.000 Kilometer im Jahr gefahren, wie er schätzt. Weil es in der Pandemie kaum Termine gab und gibt, sind es momentan weniger. Bereitstehen muss Dally gleichwohl. Nur so kann er seine Aufgabe im Team des Landtagspräsidenten erfüllen.


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