Haussperling liegt bei der Stunde der Gartenvögel vorne

Hessen
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Ihn überflügelt so leicht keiner: Der Haussperling wurde bei der 18. Stunde der Gartenvögel am vergangenen Wochenende in Hessen am häufigsten gesichtet.

Danach folgen wie im Vorjahr Amsel, Kohlmeise und Star. Insgesamt wurden knapp 31 Vögel pro Garten oder Park gemeldet, das entspricht in etwa den Zahlen der Vorjahre.

„Bei gutem Wetter wurden uns bereits über 72.000 Vögel gemeldet“, freut sich NABU-Landesvorsitzender Gerhard Eppler. „Und dabei gab es auch einige Überraschungen.“ Mit einem klaren Plus schneiden Mauersegler mit 73 Prozent mehr Meldungen als im Vorjahr ab. Auch Mehlschwalben wurden mit einem Plus von 20 Prozent deutlich häufiger beobachtet als im vergangenen Mai. „Hier könnte das sonnige Wetter dafür gesorgt haben, dass Mauersegler und Mehlschwalben häufiger zu sehen und zu hören waren. Denn dann sind auch Insekten, die von ihnen gejagt werden, vermehrt in der Luft“, so Eppler, Zudem sind die Mauersegler in diesem Jahr etwas später aus ihren Winterquartieren in Afrika zurückgekehrt. Bei der letzten Stunde der Gartenvögel waren sie während des Zählwochenendes schon mit Brüten beschäftigt, während sie jetzt noch mitten in der Balz und daher öfter am Himmel zu sehen sind.

Auch die Nachtigallen konnten bei der Stunde der Gartenvögel ein deutliches Plus verzeichnen, da sie ebenfalls nach einer verspäteten Rückkehr noch voll in der Balz sind. Erfreulich oft wurde ein eher untypischer Gartenvogel gemeldet, der Rotmilan. „Im Vergleich zu den Vorjahren wurde er doppelt so oft gesichtet, was am guten Wetter und der entsprechenden Thermik am Himmel liegen könnte“, erklärt NABU-Ornithologe Bernd Petri.

Mit Spannung erwartet wurden auch die Zählergebnisse zu den beiden Rotschwanzarten in diesem Jahr. Während der Hausrotschwanz mit etwa 2 Prozent weniger Zählpunkten beobachtet wurde, kam der Gartenrotschanz auf ein Minus von 45 Prozent. Die Lage sieht für den Gartenrotschwanz in Hessen demnach nicht sehr stabil aus. „Nur wenn er in seinen Brut-, Rast- und Überwinterungsgebieten günstige Lebensbedingungen vorfindet, wird er langfristig gute Überlebenschancen haben. Sein natürlicher Lebensraum, Streuobstwiesen mit hochstämmigen Obstbäumen, die für ein ausreichendes Angebot an Nisthöhlen sorgen und den Vögeln gleichzeitig gute Jagdmöglichkeiten nach Insekten bieten, geht zunehmend verloren“, so Petri.

Das gute Wetter sorgte zwar für häufigere Sichtungen einiger Arten, hat aber verbunden mit den wegfallenden Einschränkungen der letzten Jahre der „Stunde der Gartenvögel" offenbar starke Konkurrenz beschert. Weniger als die Hälfte an Teilnehmenden und Meldungen der Vorjahre sind bis jetzt beim NABU eingegangen. Daher hoffen die Ornithologen darauf, dass in den kommenden Tagen noch viele Meldungen nachgereicht werden. Denn das ist noch bis zum 23. Mai möglich unter www.stundedergartenvoegel.de. Noch bis 20. Mai läuft für kleine Vogelfreunde die „Schulstunde der Gartenvögel“. Weitere Informationen dazu unter www.NAJU.de/sdg.

Die „Stunde der Gartenvögel“ ist eine wissenschaftliche Mitmachaktion von NABU und seinem bayerischen Partner LBV (Landesbund für Vogelschutz) und findet seit 2005 jedes Jahr am zweiten Maiwochenende statt. Jeder kann mitmachen und die Vögel zählen, die er oder sie im Laufe einer Stunde sieht oder hört. Aktuelle Zwischenstände und erste Ergebnisse sind ab dem ersten Zähltag auf www.stundedergartenvoegel.de abrufbar und können mit vergangenen Jahren verglichen werden.