Mindestens 58 Millionen Menschen weltweit sind chronisch mit dem Hepatitis C-Virus infiziert. Insbesondere unter Gefangenen findet sich eine hohe Anzahl an Infizierten mit dem Virus.

Auf Initiative der Hessischen Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) im Jahr 2018 haben Hessen und Nordrhein-Westfalen im Rahmen einer länderübergreifenden Arbeitsgruppe ein Modellprojekt zur Behandlung von Hepatitis C in Haft entwickelt. Seit dem 01. Mai 2022 wird das Modellprojekt in Hessen in der JVA Kassel I pilotiert. In Nordrhein-Westfalen ist das Projekt in den Justizvollzugsanstalten Köln und Bochum gestartet.

Eva Kühne-Hörmann stellte das Projekt heute in Wiesbaden vor. Sie sagte: „Die hohe Verbreitung von Hepatitis C in den Justizvollzugsanstalten ist gleichzeitig ein großes Problem, aber auch eine riesige Chance. An wenigen anderen Orten haben Mediziner so einen direkten und gut geregelten Zugriff auf eine Vielzahl Hepatitis C-Infizierter wie in Justizvollzugsanstalten. Viele Infizierte sind betäubungsmittelabhängig und infizieren sich unbemerkt durch ihr Konsumverhalten. Dadurch kann sich die Krankheit schleichend ausbreiten. In Hessen haben wir das Problem erkannt und stellen uns mit dem Modellprojekt gegen diese Entwicklung.“

Die Vereinten Nationen haben sich in den Nachhaltigkeitszielen verpflichtet, Hepatitis C bis zum Jahr 2030 zu eliminieren. Auch die Bundesregierung hat im Jahr 2016 eine Strategie zur Eindämmung von HIV, Hepatitis B und C und anderer sexuell übertragbarer Infektionen beschlossen und Justizvollzugsanstalten als Handlungsfeld mit besonderer Herausforderung benannt. Neuere Studien gehen davon aus, dass 37-75% der injizierenden Drogenkonsumenten mit Hepatitis C infiziert sind. Da viele Drogenkonsumenten im Laufe ihres Lebens inhaftiert werden, bestehen Annahmen, dass mindestens 10% der Gefangenen chronisch an Hepatitis C erkrankt sind.

„Die Behandlung der Hepatitis C wird schon längere Zeit in den hessischen Justizvollzugsanstalten angeboten und benötigt bis zur Heilung etwa acht bis zwölf Wochen. Nach einer erfolgreichen Behandlung besteht keine Gefahr der Übertragung des Virus auf andere Personen mehr, allerdings ist ein Re-Infektion möglich. Aus diesem Grund fußt das Modellprojekt in erster Linie auf der angestrebten Testung möglichst aller Gefangenen und begleitenden Präventionsmaßnahmen insbesondere der Rückfallprophylaxe. Wenn es uns gelingt, möglichst viele Gefangenen zu testen, zu behandeln und zu sensibilisieren, werden wir bald spürbare Erfolge sehen“, so die Justizministerin, die weiter ausführte: „Der hessische Justizvollzug leistet damit einen großen Beitrag zur gesamtgesellschaftlichen Gesundheitsvorsorge. In Hessen investierten wir auch schon vor Projektstart 1,2 Millionen Euro jährlich in die Behandlung von Hepatitis C. Das ist Geld, das andere Träger der Gesundheitsfürsorge sparen. Aus diesem Grund danke ich allen Bediensteten, die sich für dieses tolle Projekt außerordentlich engagieren.“

Jörg-Uwe Meister, der Leiter der Justizvollzugsanstalt Kassel I, sagte: „Die Haft bedeutet das Ende des Teufelskreises von Beschaffungskriminalität, Drogenkonsum und gesundheitlicher Verelendung und der Anfang zahlreicher Hilfs- und Behandlungsmaßnahmen sowie der Entwicklung förderlicher Perspektiven. Das Modellprojekt zur Bekämpfung der Hepatitis C fügt sich hier hervorragend ein, sodass die JVA Kassel das Projekt gerne pilotiert.“


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