Organspende und die Widerspruchslösung

Hessen
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Anlässlich des Tags der Organspende am 4. Juni, der in diesem Jahr unter dem Motto „Zeit, Zeichen zu setzen“ steht, wirbt Hessens Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) nachdrücklich dafür, sich intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen.

„Informieren Sie sich, treffen Sie Ihre Entscheidung und dokumentieren Sie diese in einem Organspendeausweis. Damit stellen Sie nicht nur Ihre selbstbestimmte Entscheidung sicher, Sie entlasten außerdem Ihre Angehörigen, die allzu oft vor der Herausforderung stehen, einen Todesfall verarbeiten und gleichzeitig über eine Organspende im Sinne des Verstorbenen entscheiden zu müssen“, sagt der Minister. Das führe leider in zu vielen Fällen dazu, dass eine Organspende ausbleibe.

In Deutschland ist die bewusste Einwilligung möglicher Spenderinnen und Spender weiterhin Voraussetzung. Die Widerspruchslösung fand im Bundestag im Januar 2020 keine Mehrheit. Klose unterstützt einen neuen Anlauf zur Widerspruchslösung und betont: „Der Organspendemangel ist in Deutschland leider besonders ausgeprägt. Ich habe die Widerspruchslösung bereits vor zwei Jahren unterstützt und befürworte sie auch weiterhin, denn die grundsätzliche Organspendebereitschaft ist deutlich höher als die Zahl, die mit Organspendeausweisen dokumentiert ist.“

Für schwerstkranke Menschen, die auf ein Organ warten, ist eine Spende oft lebensrettend oder erspart ihnen, nur mit Hilfe belastender medikamentöser oder maschineller Therapieverfahren überleben zu können. In Deutschland warten derzeit rund 8.700 Menschen auf ein Spenderorgan. In Hessen stehen aktuell mehr als 560 Patientinnen und Patienten auf der Warteliste. Die Transplantationszahlen sind bundesweit zuletzt allerdings deutlich zurückgegangen: Im ersten Quartal 2022 wurden nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) 239 Organspenden verzeichnet. 2020 waren es im gleichen Zeitraum 324, 2020 lag die Zahl noch bei 330 Transplantationen. In Hessen haben von Januar bis April 2022 13 Verstorbene ein Organ gespendet. Klose dankte in diesem Zusammenhang dem Universitätsklinikum Frankfurt, dessen pathologisches Institut die Sicherstellung der Organentnahme sowie ggf. notwendiger Organuntersuchungen für das Gebiet DSO Mitte (Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen) seit Mai vollständig alleine trägt. Ohne diese Bereitschaft würden Organtransplantationen in unserem Sektor erheblich beeinträchtigt.

„Es fällt niemandem leicht, sich mit der eigenen Sterblichkeit auseinanderzusetzen und sich damit zu beschäftigen, ob man nach dem eigenen Tod vielleicht noch einem anderen Menschen helfen kann“, sagt Minister Klose: „Der Tag der Organspende bietet aber die Gelegenheit, sich mit den Fakten auseinanderzusetzen – denn von einer solchen Entscheidung noch zu Lebzeiten kann ein Menschenleben abhängen.“

Weiterführende Informationen finden Sie unter anderem hier:

https://www.tagderorganspende.de/tag-der-organspende/

https://www.tagderorganspende.de/tag-der-organspende-2022/

https://www.organspende-info.de/

https://www.bzga.de/

https://dso.de/

https://bdo-ev.de/

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/praevention/organspende.html


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