Jahrgangsbeste der juristischen Examensprüfen

Hessen
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Die juristischen Staatsprüfungen wurden trotz der Corona-Pandemie in den Jahren 2020 und 2021 hessenweit durchgeführt, um Nachwuchsjuristinnen und Nachwuchsjuristen für staatsanwaltliche und richterliche Berufe zu befähigen.

Am Donnerstag wurden die besten Absolventinnen und Absolventen der juristischen Examensprüfungen von Justizminister Prof. Dr. Roman Poseck (CDU) geehrt.

Hessenweit haben im Jahr 2020 das erste juristische Staatsexamen 725 Kandidatinnen und Kandidaten abgelegt, davon haben 43 mit den Noten „gut“ oder „sehr gut“ abgeschnitten. 873 Prüflinge haben das zweite Staatsexamen angetreten, wovon zehn mit der Note „gut“ bewertet wurden. Im Prüfungsjahr 2021 konnten 50 von 705 Nachwuchsjuristinnen und Nachwuchsjuristen in der ersten Examensprüfung die Noten „gut“ oder „sehr gut“ erlangen. Das zweite juristische Staatsexamen absolvierten zehn der 937 Kandidatinnen und Kandidaten mit „gut“.

Justizminister Prof. Dr. Roman Poseck sagte bei der Ehrung der besten Absolventinnen und Absolventen: „Es ist mir eine besondere Freude, heute die Besten der Jahrgänge 2020 und 2021 zu ehren. Die juristischen Staatsprüfungen zählen zu den herausforderndsten Prüfungen Deutschlands. Wer diese dann sogar mit den Noten „gut“ oder „sehr gut“ absolviert, kann mit Stolz auf die vergangenen Jahre zurückblicken und mit Zuversicht auf die kommenden Jahre nach vorne schauen. Die Jahrgänge 2020 und 2021 mussten zusätzlich mit den erschwerten Rahmenbedingungen der Corona-Pandemie kämpfen, was sie nicht aus der Ruhe gebracht hat und daher noch mehr Anerkennung verdient. Ich gratuliere daher allen Absolventinnen und Absolventen ausdrücklich für diese beachtliche Leistung und freue mich, dass die hessische Justiz mit ihnen qualifizierte Nachwuchsjuristinnen und Nachwuchsjuristen gewinnt.“

„Einige haben sich bereits nach der zweiten Staatsprüfung im Jahr 2020 für einen beruflichen Lebensweg entschieden und sind bereits als Richter der Richterin, als Staatsanwalt oder Staatsanwältin sowie als Verwaltungsjurist oder Verwaltungsjuristin im Dienst des Landes Hessen tätig. Andere stehen noch vor der Entscheidung, wo der berufliche Weg sie hinführt. Als Entscheidungsträger von morgen können die Absolventinnen und Absolventen aktiv die hessische Justiz mitgestalten und sich für einen starken und liberalen Rechtsstaat einsetzen“, so der hessische Justizminister weiter.

Es ist Tradition, dass der Hessische Minister der Justiz den besten Absolventinnen und Absolventen ein Buchpräsent überreicht. Justizminister Prof. Dr. Roman Poseck hat das Buch „Das Verschwinden des Josef Mengele“ von Oliver Guez gewählt, um zu verdeutlichen, wie wichtig die Auseinandersetzung mit dem NS-Regime ist. „Gerade angehende Juristinnen und Juristen müssen sich mit dem Versagen des Rechts im Nationalsozialismus auseinandersetzen. Nur so können sie verstehen, wie das Recht und seine Strukturen von Menschen pervertiert wurden und die schlimmsten Gräueltaten der Geschichte ermöglichten. Mit der kritischen Auseinandersetzung der Vergangenheit soll den Nachwuchsjuristinnen und Nachwuchsjuristen bewusst werden, welche Entwicklung unser heutiger Rechtsstaat hinter sich hat und wie groß die Verantwortung jeder Einzelnen und jedes Einzelnen für die Zukunft ist. Auch wenn es für unvorstellbaren Taten des Josef Mengele nie zu einem Strafverfahren gekommen ist, waren ihm Strafverfolger wie Fritz Bauer bis zu seinem Lebensende auf der Spur – um für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu kämpfen. In diesem Sinne wünsche ich eine spannende Lektüre und die richtigen Erkenntnisse.“

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