50.000 Euro für bienenfreundliche Vereinsprojekte

Hessen
Typographie
  • Smaller Small Medium Big Bigger
  • Default Helvetica Segoe Georgia Times

50.000 Euro Lottomittel gingen 2021 an 95 bienenfreundliche Projekte von Vereinen in Hessen.

Eines davon ist der Lehr- und Kräutergarten Dreieich. Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) besuchte das Vorzeigeprojekt für Wildbienen und brachte nochmal 500 Euro Förderung für den Verein mit.

„Wir schützen die Artenvielfalt und damit auch unser Leben und unsere Zukunft. Ohne die Unterstützung von Ehrenamtlichen vor Ort geht das nicht. Der Lehr- und Kräutergarten Dreieich ist diesbezüglich ein Vorzeigeprojekt. Die Vereinsmitglieder haben ein verwahrlostes Grundstück in den Baierhansenwiesen in eine kleine Oase für Insekten und Menschen verwandelt und leisten hervorragende Bildungsarbeit. Ich danke für dieses tolle Engagement“, erklärte die Ministerin beim Besuch.

Ein Naturlehrpfad, viele Beete mit Heil- und Wildkräutern, ein Gemüsegarten sowie eine kleine Streuobstwiese wurden angelegt. Wildbienen, einige Honigbienenvölker und weitere Insekten finden hier nun ein vielfältiges Nahrungsangebot und ein Zuhause. Zudem wurde die Anlage um einen Naturteich sowie ein Sandarium, in dem insbesondere Wildbienen nisten können, ergänzt. „Der Einsatz für Wildbienen ist besonders wichtig, denn 43 Prozent der hessischen Wildbienenarten sind gefährdet oder bereits ausgestorben. Hier müssen wir gegensteuern“, erklärte die Ministerin.

Schwerpunkt des Vereins ist auch die Bildungsarbeit. Führungen und zahlreiche Workshops für Kinder werden von den Ehrenamtlichen organisiert. „Das ist uns ein großes Anliegen, denn es ist das eigene Erleben, das die Begeisterung für die Natur weckt“, erklärte der Erste Vorsitzende des Vereins, Klaus Rehwald.

„Mit der Förderung aus Lottomitteln können wir Vereine schnell und unkompliziert bei der Verwirklichung kleinerer, bienenfreundlicher Projekte unterstützen“, erklärte die Ministerin. Im vergangenen Jahr gingen insgesamt rund 50.000 Euro an Projekte für Wildbienen, Honigbienen und andere bestäubende Insekten in Hessen. Gefördert wurde vor allem die Anlage von Blühflächen, aber auch Bildungsarbeit und die Arbeit von Imker- und Naturschutzvereinen. Der Verein Lehr- und Kräutergarten Dreieich e.V. legte 2021 mit 1.000 Euro Förderung des Umweltministeriums neue Blühflächen an. Damit ist der Verein einer von vielen Akteuren, der Hessen für Wildbienen, Bienen und andere bestäubende Insekten aufblühen lässt.

5.370 Hektar Blühflächen in Hessen

Insgesamt bieten in Hessen in diesem Jahr 5.370 Hektar Blühflächen in der Landwirtschaft Futter für Wildbienen, Honigbienen und andere bestäubende Insekten. „Bestäubende Insekten sind lebensnotwendig und brauchen unsere Unterstützung. Ich freue mich, dass so viele hessische Landwirtinnen und Landwirte einen Beitrag für Biodiversität leisten“, erklärte Umweltministerin Priska Hinz.

Gefördert wird die Anlage von ein- und mehrjährigen Blühflächen im Agrarumweltmaßnahmenprogramm HALM. Im Jahr 2022 werden innerhalb des Programms insgesamt 4.073 Hektar mit rund 1,7 Millionen Euro gefördert. Davon sind 2.076 Hektar einjährige und 1.997 Hektar mehrjährige Blühstreifen. Zudem können Vereine die Lottomittelförderung nutzen, um Hessen aufblühen zu lassen. Besonders häufig beantragen Imkervereine Gelder, um in Kooperation mit Landwirtinnen und Landwirten zusätzliche Blühflächen zu schaffen. Im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative von Landwirtschaft und Imkerei wurden so 2022 1.300 Hektar Blühflächen angelegt.

Hintergrund

Im Rahmen der Kampagne "Bienenfreundliches Hessen" setzt das Umweltministerium seit März 2017 Maßnahmen um und macht auf die Bedürfnisse von Wild-, Honigbienen und anderen bestäubenden Insekten aufmerksam. Der Landesverband Hessischer Imker (LHI), der Hessische Bauernverband (HBV), die Vereinigung Ökologischer Landbau in Hessen (VÖL), der Gartenbauverband Baden-Württemberg-Hessen, das landeseigene Bieneninstitut, der deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund, das Netzwerk Blühende Landschaften und die Arbeitsgemeinschaft Hessischer Hymenopterologen sind Partner der Kampagne.

Informationen zur Kampagne unter www.bienen.hessen.de