Stiftung Kirchenerhaltungsfonds belohnt Einsatz für Kirchengebäude

Hessen
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Die Stiftung Kirchenerhaltungsfonds der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) belohnt den Einsatz der Kirchengemeinden für ihre Kirchengebäude – in diesem Jahr zum 20. Mal: Für das Projektjahr 2021 wurden zehn Bauprojekte in sieben Kirchenkreisen mit einem Gesamtbetrag von 519.800 Euro gefördert.

Das besondere Engagement der Gemeinden wurde am Dienstagnachmittag (28. Juni) in einer Feierstunde in Kassel gewürdigt.

Bischöfin: „Kirche ist eine zuverlässige Anlaufstelle“

Als „starke Anker für die Gegenwart Gottes unter uns“ bezeichnete Bischöfin Dr. Beate Hofmann die Kirchengebäude in ihrem Grußwort. Kirchen zögen Menschen an, die Ruhe und Orientierung sowie eine „zuverlässige Anlaufstelle“ suchten, um sich auf Gottes Gegenwart besinnen zu können, sich zu treffen oder miteinander Gottesdienst zu feiern. „Doch leider fällt manchen beim Thema Kirchengebäude weniger die Besinnung auf die Gegenwart Gottes oder eine ausstrahlende Gemeinde ein, sondern eher bröckelnder Putz, abblätternde Farbe oder eine Orgel, die merkwürdige Töne von sich gibt“, räumte die Bischöfin ein. Sie lobte den Einsatz der Ehrenamtlichen sowie der Pfarrerinnen und Pfarrer, ihre Kirchen als Anlaufstellen zusichern und ermunterte die Gemeinden, ihre Kirchen „mit dem gleichen Schwung und Engagement zu nutzen, zu füllen und ausstrahlen zu lassen, mit dem Sie jetzt für Renovierung und Erhaltung gesorgt haben. Denn dann wird die sichtbare Kirchenerhaltung auch eine geistliche Kirchenerhaltung und Entwicklung.“

Vorsitzender: Seit 2000 wurden mehr als 300 Bauprojekte gefördert
Die Kirchen in Deutschland stünden weiterhin vor gewaltigen Aufgaben, bemerkte der Vorsitzende des Stiftungsvorstands, Dr. Andreas Fehr, in seiner Ansprache. „In vielen Gemeinden gehört dazu auch die Entwicklung von Strategien, wie der eigene Gebäudebestand angesichts von sinkenden Gemeindegliederzahlen, veränderten Nutzungsanforderungen und hohen Kosten für Instandhaltung und Betrieb an die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen des Gemeindelebens angepasst werden kann“, sagte Fehr. Es brauche weiterhin funktionale Kirchen als Ort der Begegnung und für das Erleben von Gemeinschaft, als Sinnbild für Heimat, Geborgenheit und Zugehörigkeit.

Fehr legte zugleich beeindruckende Zahlen vor: Die Stiftung Kirchenerhaltungsfonds erreiche mit der Förderung der Projektliste 2021 die Marke von 300 geförderten Bauprojekten. Seit der Gründung im Jahr 2000 seien 302 Bauvorhaben von Kirchengemeinden mit einem Volumen von rund 13,9 Mio. Euro aus Stiftungsmitteln gefördert worden. Die Kirchengemeinden warben dabei mehr als 10,6 Mio. Euro an Spenden selbst ein, erläuterte Fehr und resümierte: „Die Stiftung Kirchenerhaltungsfonds hat somit seit der Gründung ein Investitionsvolumen von mehr als 24,5 Mio. Euro auf den Weg gebracht und damit nicht nur die Kirchengemeinden gefördert, sondern zugleich auch einen erheblichen Beitrag für die hiesige Bauwirtschaft geleistet.“

Die Förderobjekte 2021: Zehn Projekte aus sieben Kirchenkreisen  

Der Stiftungsvorstand hatte zu Jahresbeginn die Förderung von zehn Bauprojekten beschlossen, die sich im Vorjahr beworben hatten. Förderschwerpunkte waren Vorhaben der Innenrenovierung und der Orgelsanierung in denkmalgeschützten Kirchen. Weil das Förderverfahren 2020 pandemiebedingt pausierte, konnten zudem Projekte mit dem Förderschwerpunkt der künstlerischen Gestaltung vorgeschlagen werden. Während der Laufzeit der Projektliste vom 12. Juli bis 26. Dezember 2021 hatten die beteiligten Kirchengemeinden durch vielfältige Aktivitäten vor Ort ein Spendenergebnis von genau 519.180,39 Euro erzielt, das die Stiftung verdoppelte und auf volle 100 Euro aufrundete.

Ev. Kirchengemeinde Hundelshausen, Kirchenkreis Werra-Meißner,

Innensanierung der Kirche in Hundelshausen,

Förderung durch die Stiftung Kirchenerhaltungsfonds: 78.700 Euro

Ev. Stadtkirchengemeinde Korbach, Kirchenkreis Twiste-Eisenberg,

Innensanierung der Nikolaikirche in Korbach (II. Bauabschnitt),

Förderung: 257.400 Euro

Ev. Kirchengemeinde Schmalkalden, Kirchenkreis Schmalkalden,

Sanierung der Schuster-Orgel in der Stadtkirche St. Georg in Schmalkalden,

Förderung: 42.200 Euro

Ev. Kirchengemeinde Brotterode, Kirchenkreis Schmalkalden,

Sanierung der Rühlmann-Orgel in der Kirche in Brotterode (III. Bauabschnitt),

Förderung: 5.200 Euro

Ev. Kirchengemeinde Wabern, Kirchenkreis Schwalm-Eder,

Orgelsanierung in der Kirche in Wabern,

Förderung: 13.900 Euro

Ev. Kirchengemeinde Waßmuthshausen, Kirchenkreis Schwalm-Eder,

Sanierung der Georg Wilhelm-Orgel in der Kirche in Waßmuthshausen,

Förderung: 6.000 Euro

Ev. Kirchengemeinde Gilserberg, Kirchenkreis Schwalm-Eder,

Innenrenovierung der Kirche in Gilserberg,

Förderung: 5.300 Euro

Ev. Kirchengemeinde Großseelheim, Kirchenkreis Kirchhain,

Instandsetzung der Dachkonstruktion mit Eingriffen in den Kircheninnenraum der Kirche

in Kleinseelheim,

Förderung: 45.000 Euro

Ev. Kirchengemeinde in Bad Wildungen, Kirchenkreis Eder,

Künstlerische Gestaltung im Innenraum der Friedenskirche in Bad Wildungen,

Förderung: 34.400 Euro

Ev. Philippus-Kirchengemeinde Kassel, Stadtkirchenkreis Kassel,

Einbau Gemeinderäume und WC in der Kirche Rothenditmold,

Förderung: 31.700 Euro

Entgegen der üblichen Praxis wurden – aufgrund der Corona-Pandemie – die Förderungsbescheide bereits im Vorfeld der Übergabefeier an die Kirchengemeinden übergeben. Dadurch konnten die Gemeinden ihre Bauvorhaben rechtzeitig planen.

Der Anlass: Die Erhaltung denkmalgeschützter Kirchen

Zu den Schätzen der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck gehören ihre denkmalgeschützten Kirchengebäude. Sie zu erhalten, ist Verpflichtung der Landeskirche und ihrer Kirchengemeinden. Im Jahr 2000 hat die Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck die Errichtung einer kirchlichen Baustiftung beschlossen. Ziel ist es, einen finanziellen Grundstock zu schaffen, aus dessen Erträgnissen die Bauunterhaltung denkmalgeschützter kirchlicher Gebäude und ihrer Ausstattungsstücke gefördert werden kann. Die Neuanschaffung von Ausstattungsstücken ist nach der Stiftungsverfassung nicht förderfähig.

Die Finanzierung: Geldmittel der Landeskirche sowie Zustiftungen

Die Landeskirche hat die Stiftung Kirchenerhaltungsfonds bei der Gründung mit einem Stiftungskapital von 15,838 Mio. Euro ausgestattet, das nach der Stiftungsverfassung in seinem Bestand zu erhalten ist. Seit 2013 stockte die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck dieses Stiftungskapital noch um weitere 11 Mio. Euro auf. Erträgnisse des Stiftungskapitals und Spenden dürfen nur für die verfassungsmäßigen Zwecke verwendet werden. Aufgabe des Vorstandes ist es auch, für Zustiftungen und Spenden zu werben. Die Stiftung Kirchenerhaltungsfonds ist bei ihren vielfältigen Aufgaben und Projekten auch auf die Mithilfe und Unterstützung von Dritten angewiesen.

Der Vorstand: Vertreter der Landeskirche sowie Personen des öffentlichen Lebens

Der Vorstand der Stiftung setzt sich aus Vertretern der Landeskirche und Personen des öffentlichen Lebens zusammen. In den Vorstand der Stiftung Kirchenerhaltungsfonds für die Amtsperiode vom 1. Januar 2020 bis 31. Dezember 2025 wurden berufen:

  • Dr. Andreas Fehr, Lohfelden
  • Pfarrer Thomas Funk, Haunetal
  • Dr. Volker Knöppel, Kassel
  • Timo Koch, Kassel
  • Herbert Krug, Baunatal
  • Annemarie Maue, Cölbe
  • Günter Ungermann, Neuhof
  • Kerstin Reißmann-Priester, Kassel (mit beratender Stimme)
  • Mario Wagner, Kassel (mit beratender Stimme)

Vorsitzender des Stiftungsvorstands ist Dr. Andreas Fehr. Zum Geschäftsführer ist seit dem 1. Januar 2021 Nils Hofmeyer bestellt.


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