Kommunen im Kreis Marburg-Biedenkopf stabilisieren sich finanziell

Hessen
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Die Ergebnisse der jährlichen Kommunalfinanzanalyse des Bundes der Steuerzahler (BdSt) Hessen im Landkreis Marburg-Biedenkopf zeigen, dass sich die finanzielle Lage der Städte und Gemeinden 2022 weiter entspannt.

So planen nur noch fünf Kreiskommunen mit einem Defizit für das laufende Haushaltsjahr – sechs weniger als im letzten Jahr. Alle fünf Kommunen können das geplante Defizit im Jahresabschluss durch die Entnahme aus Rücklagen ausgleichen. Biedenkopf und Wetter erhöhten ihre Hebesätze bei der Gewerbe- und den Grundsteuern, während Marburg die Gewerbesteuer senkte. „Die Erfahrungen aus der Pandemie haben gezeigt, wie wichtig es ist, die kommunalen Finanzen in guten Zeiten mit hohen Steuereinnahmen auf gesunde Füße zu stellen und so Vorsorge für Krisen zu treffen. Schließlich warten mit dem Krieg in der Ukraine und dessen Auswirkungen auch auf die deutsche Wirtschaft die nächsten Herausforderungen für die Haushalte der Städte und Gemeinden“, erklärt Joachim Papendick, Vorsitzender des hessischen Steuerzahlerbunds. „Daher müssen die kommunalen Finanzen dauerhaft krisenfest gemacht werden. Nur so können wir vermeiden, dass die Lasten durch Steuererhöhungen einseitig den Bürgerinnen und Bürgern aufgehalst, die Konsolidierungserfolge der jüngeren Vergangenheit durch enorme Neuverschuldung gefährdet werden und die Standortqualität durch Investitionskürzungen leidet“, so Papendick.

Bei der Grundsteuer B haben Wetter (+60 Prozentpunkte) und Biedenkopf (+10) ihre Hebesätze angehoben. Diese Steuer wird auf bebaute oder bebaubare Grundstücke erhoben und trifft über die Nebenkosten auch Mieterinnen und Mieter. Die mit 630 Prozent nach wie vor höchste Belastung im Kreis trifft die Bürgerinnen und Bürger in Münchhausen, am wenigsten müssen die Steuerpflichtigen mit 270 Prozent in Amöneburg berappen. Der durchschnittliche Hebesatz der 22 Kreis-Kommunen liegt nun bei 418 Prozent (+3). Dieser Wert liegt unter dem Durchschnitt aller hessischen Städte und Gemeinden, der 2021 481 Prozent betrug.

Bei der Grundsteuer A hat Wetter den Hebesatz ebenfalls um 60 Punkte erhöht, während Biedenkopf ihn um sieben Punkte anhob. Auch hier bleibt Münchhausen mit 630 Prozent weiter an der Spitze im Kreis. Die Grundsteuer A besteuert land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen. Den niedrigsten Hebesatz zahlen die Land- und Forstwirte mit 280 Prozent in Marburg. Mit einem durchschnittlichen Hebesatz von 377 Prozent (+3) bleiben die Kommunen des Landkreises Marburg-Biedenkopf unter dem hessischen Vorjahres-Durchschnitt von 422 Punkten.

Bei der Gewerbesteuer gab es neben den Erhöhungen in Wetter (+20) und Biedenkopf (+2) auch eine Senkung in Marburg (-47). Gleich sechs Kommunen haben mit je 400 Prozent die Spitzenposition im Kreis inne. Die geringste Belastung müssen die Gewerbetreibenden in Amöneburg tragen, dort liegt der Hebesatz bei 333 Prozent. Der Kreis bleibt mit einem durchschnittlichen Hebesatz von 377 Prozent (-1) weiter unter dem hessischen Durchschnitt von 2021 (387 Prozent).

Der hessische Steuerzahlerbund setzt sich weiterhin dafür ein, Straßenbeiträge bei voller Kompensation der kommunalen Einnahmeausfälle durch das Land abzuschaffen. Bedauerlicherweise hat mit Rauschenberg eine Kommune die Straßenbeiträge neu eingeführt. Damit verzichten nur noch vier Kommunen im Kreis komplett auf Straßenbeiträge, dreizehn erheben einmalige und fünf wiederkehrende Beiträge.

Die detaillierten Auswertungen für den Landkreis Marburg-Biedenkopf inklusive Tabelle, Diagramm und Übersichtskarte sowie die Positionen des BdSt Hessen zur Grundsteuer-Reform, Straßenbeiträgen und Bagatellsteuern sind im Internet unter www.steuerzahler-hessen.de zu finden.


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