„Jedes Kilowatt zählt!“: Abschaltung überflüssiger Lichtquellen

Eine tödliche Falle für Insekten sind LED-Strassenlaternen, die die Tiere orientierungslos machen und ausserdem energierelevant sind, da auch LEDs noch immer zu viel Energie in Wärme umwandeln und somit nicht klimaneutral sind. Foto: Carl Herzog, Idstein

Hessen
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"Insektensterben, Artenschutz, Energieverschwendung, Verlust des Sternenhimmels, und Schlaflosigkeit! Wie gehören diese Begriffe zusammen? Die einfache Antwort lautet: Lichtverschmutzung"; heißt es in einer Pressemitteilung vom hessischen Netzwerk gegen Lichtverschmutzung.

Und weiter: "Im Angesicht stark gestiegener Energiepriese und einer fortschreitenden Inflation erwägen viele Kommunen und Gewerbebetriebe derzeit die Reduzierung oder Abschaltung von Straßen-; Parkplatz- und Gebäudebeleuchtung. Diese Maßnahmen werden vom hessischen Netzwerk gegen Lichtverschmutzung – Fachverband Außenbeleuchtung mit seinen mehr als 50 Mitgliedern, darunter eingetragene Naturschutzverbände, begrüßt und unterstützt. Doch sollte die Maßnahme „Licht aus“, die leider im medialen Sprachgebrauch oft lakonisch in die Nähe eines vermeintlichen „Niedergang“ gerückt wird, viel weiter gefasst, kommuniziert und verstanden werden. Denn laut Bundesimmissionsschutzgesetz ist künstliches Licht je nach Art, Dauer und Ausmaß eine schädliche Umwelteinwirkung im Sinne des Bundesimmissionsschutzgesetzes, die es grundsätzlich gering zu halten gilt. Zudem ist der Einsatz von künstlichem Licht in der Nacht mit schwerwiegenden Störungen des biologischen Rhythmus aller Arten verbunden. Wildlebende Tiere, ob tag- oder nachtaktiv, können sich dem Einfluss von Kunstlicht kaum entziehen und verlieren nicht nur Lebensräume, sondern verändern auch Verhaltensweisen. Insbesondere ist der nächtliche Kunstlichteinsatz eine Hauptursache des Insektenrückgangs, weshalb im letzten Sommer mit dem Beschluss des Gesetztes zum Schutz der Insektenvielfalt (3. Änderung des Bundesnatur-schutzgesetzes) explizit die Eindämmung der Lichtverschmutzung eingefordert wurde. Vor dem Hintergrund, dass es in Hessen keine generelle Beleuchtungspflicht gibt und Kommunen wie u.a. Stauffenberg, Ebersburg, Buseck bereits seit vielen Jahren problemlos die Straßenbeleuchtung nachts abschalten und in Frankreich sogar 1/3 aller Kommunen, fordert das hess. Netzwerk gegen Lichtverschmutzung die hess. Kommunen auf, es ihnen gleichzutun. Aber auch Industrie, Gewerbe und Bürger sollten ihren Beitrag für Energieeinsparung und Artenschutz leisten und überflüssiges Licht abschalten. Das gilt auch für Parkplätze von Supermärkten oder Fassadenbeleuchtungen von (öffentlichen) Gebäuden und auch Kirchtürmen. Hier wären Einsparungen leicht umsetzbar."

Auch Kommunen, die bereits auf LED umgestellt hätten und dadurch Energie einsparen würden, könnten so nicht nur noch mehr einsparen, sondern würden zudem einen guten Dienst für die Biodiversität leisten: "Zudem sollte nicht vergessen werden, dass auch die LED mehr als die Hälfte der zugeführten Energie direkt in Wärme umwandelt, und damit immer noch sehr klimarelevant ist. Ein guter Indikator für Lichtverschmutzung und somit übermäßige Kunstlichterzeugung und Energieverschwendung ist die Sichtbarkeit der Sterne am Nachthimmels. Je mehr Sterne am Himmel sichtbar werden, desto mehr Energie für Beleuchtung wurde eingespart. Ein schöner Sternenhimmel bietet zudem Lebensqualität. Das Netzwerk unterstützt die daher Forderungen des Bundesministers Habeck und führender Wirtschafts- und Klimainstitute und steht gerne beratend zur Verfügung."

nachtfalterlichtver auz

Eine tödliche Falle für Insekten sind LED-Strassenlaternen, die die Tiere orientierungslos machen und ausserdem energierelevant sind, da auch LEDs noch immer zu viel Energie in Wärme umwandeln und somit nicht klimaneutral sind. Foto: Carl Herzog, Idstein


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