„Was wir brauchen, sind naturnahe Wälder mit kühlem, feuchtem Innenklima“, fordert Gerhard Eppler, Landesvorsitzender NABU Hessen, „denn sie hemmen die Feuer effektiv“. Brände geraten in den wenigsten Fällen in naturnahen Beständen mit liegendem Holz katastrophal außer Kontrolle. Hoch risikoreich dagegen seien lichte und damit heißere Forste mit trockener Grasvegetation sowie ungepflegte junge Nadelholzdickichte, in denen sehr viel Schwachholz eng und trocken beieinandersteht.

„Liegendes und starkes Totholz nährt die Waldbrände nicht, sondern stärkt sogar die Resilienz der Wälder gegen Dürre“, erklärt Mark Harthun, Waldexperte des NABU Landesverbands Hessen. „Totholz ist kein Brandbeschleuniger, sondern ein wichtiger Teil der natürlichen Kreisläufe. Liegendes und verrottendes Holz mit einem Wassergehalt von teils über 50 Prozent wirkt wie ein Schwamm und schafft kleinräumig Schatten. Solches Holz bewahrt den Waldboden und die Krautschicht vor schnellem Austrocken und wirkt so als natürlicher Schutz vor Waldbränden. Zudem bildet abgestorbenes, verrottetes Holz eine wertvolle Humusschicht und bietet dabei unzähligen Organismen wie Pilzen und Insekten einen Lebensraum. Das feuchte Keimbett erleichtert auch eine schnelle Wiederbewaldung durch Naturverjüngung. Wer Totholz im Wald belässt, gefährdet ihn also nicht, sondern stärkt seine natürlichen Abwehrkräfte.“

Die manchmal seitens der Forstwirtschaft geäußerte Auffassung, wenn weniger Bäume auf der Fläche stünden, würde mehr Regenwasser auf den Boden fallen, hält der NABU für falsch. „Wo im Sommer kein Regen fällt, da helfen auch keine Baumlücken“, so Harthun. Der Regen falle im Klimawandel künftig vor allem im Winter, wenn die Bäume ohnehin laubfrei sind. Dann würden die Grundwasserspeicher aufgefüllt. Im Sommer käme es vor allem darauf an, die Austrocknung der Böden durch geschlossenes Kronendächer so lange wie möglich zu verzögern.
In den vergangenen Wochen sind in Deutschland und Europa tausende Hektar Wald abgebrannt. Die Klimakrise fördert Phasen extremer Hitze und langer Dürre - und damit auch häufigere und intensivere Waldbrände. Am anfälligsten für Brände sind Wirtschaftswälder mit dichtstehenden Nadelholzbäumen, die mit ihrer harzreichen Streu und Holz schnell in Brand geraten können. Um die Wälder krisenfest zu machen und an das künftige Klima anzupassen, braucht es daher einen umfangreichen Umbau der Wälder in Hessen.

Für die naturfernen Risikobestände brauche es einen Präventions- und Aktionsplan für Waldbrandrisiken. Dazu gehört eine moderne technische Ausstattung der Feuerwehren und Forstämter sowie Brandschutzstreifen, in denen Totholz tatsächlich reduziert wird. 


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