Die Angehörigen und Freunde, die diese Aufgaben übernehmen, sind häufig selbst schon älter; knapp 50 Prozent befinden sich bereits im Rentenalter. Die andere Hälfte versucht, sich trotz Berufstätigkeit, Haushalt und Kindererziehung so gut wie möglich um die Pflegebedürftigen zu kümmern – eine Mehrfachbelastung, die viele bis an den Rand der Erschöpfung bringt. „Pflege bedeutet oft einen Einsatz rund um die Uhr, und das an sieben Tagen in der Woche“, sagt der Landesvorsitzende des Sozialverbands VdK Hessen-Thüringen, Paul Weimann. „Es kann nicht sein, dass dieses große Engagement nur mit geringen Rentenansprüchen belohnt wird. Pflege darf nicht in die Altersarmut führen!“

Grundsätzlich gilt: Je geringer der Pflegegrad, desto geringer auch der Beitrag, den die Pflegekasse in die Rentenversicherung des Pflegenden einzahlt. Wer bereits vollständig in Rente gegangen ist, hat gar keinen Anspruch auf zusätzliche Rentenpunkte für geleistete Pflege. Um diese trotzdem zu bekommen, muss man vorübergehend auf einen Teil der Rente verzichten. Berufstätige, die neben der Pflege 30 Stunden und mehr pro Woche arbeiten, gehen beim Erwerb weiterer Rentenpunkte ebenfalls leer aus. Auch wenn Angehörige einen ambulanten Pflegedienst hinzuziehen, weil sie die Versorgung des Pflegebedürftigen nicht mehr alleine bewältigen können, werden sie dafür mit einem Abzug bei den Rentenpunkten bestraft. „Alle diese Faktoren dürfen bei der rentenrechtlichen Anerkennung keine Rolle spielen“, betont Paul Weimann.

Mit einer bundesweiten Kampagne unter dem Titel #naechstenpflege kämpft der VdK dafür, dass Zeiten der Pflege stärker bei der Rente berücksichtigt werden. Dabei darf es keine Rolle spielen, wie viele Stunden jemand außerdem noch arbeiten geht, ob man bei der Pflege die Hilfe von professionellen Kräften in Anspruch nimmt und welchen Pflegegrad die zu betreuende Person hat. „Was pflegende Angehörige Tag für Tag leisten, ist enorm. Das muss sich auch in der Rente niederschlagen – die Anerkennung sind wir als Gesellschaft diesen Menschen schuldig“, so der VdK-Landesvorsitzende.

 


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