Einsatz für den Frieden an geschichtsträchtigem Ort

Der Generalvikar des Bistums Fulda, Prälat Christof Steinert. Foto: Bistum Fulda

Hessen
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Der US-Beobachtungsposten Point Alpha galt einst als heißester Punkt im Kalten Krieg.

An diesem geschichtsträchtigen Ort zwischen Hessen und Thüringen rief der Generalvikar des Bistums Fulda, Prälat Christof Steinert, während eines ökumenischen Gottesdienstes am Tag der Deutschen Einheit zum Einsatz für Frieden, Freiheit und den Schutz christlicher Werteauf. Dabei richtete er den Blick auch auf die Ukraine, wo durch den russischen Angriff wieder ein heißer Krieg auf europäischem Boden tobt.  

„Für Frieden ist es nie zu spät“, betonte Generalvikar Prälat Christof Steinert während des ökumenischen Gottesdienstes zum Tag der Deutschen Einheit am Point Alpha. Ein Satz, den er sinngemäß aus dem Welthit „Turn, turn, turn“ (zu Deutsch etwa: „drehen“ / „wenden“) entnommen hat. Basierend auf einem Text aus dem Alten Testament hatte der US-amerikanische Folk-Musiker Pete Seeger das Lied in den späten 1950er Jahren arrangiert. 1965 haben die Byrds es dann zum Welthit gemacht. Es dreht sich darum, dass der Lauf der Welt von Veränderung und Wandel bestimmt ist und dass alles seine Zeit hat.

In Europa herrscht nun wieder eine Zeit des Krieges, stellte Steinert enttäuscht fest. Er, der Kind der Region ist und seit 1989/90 die Wendung zum Frieden und zur Entspannung an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze unmittelbar miterleben durfte, hat sich das wie so viele Menschen lange nicht vorstellen können und wollen: „War ich, waren wir zu naiv?“, fragte er während seiner Predigt.

Wandel

Point Alpha, der geschichtsträchtige Ort der Festpredigt, „war über vier Jahrzehnte der heißeste Punkt im Kalten Krieg“, erinnerte Generalvikar Steinert. Hier standen sich die politischen Systeme und ihre militärischen Blöcke direkt gegenüber: „Demokratische Staaten der westlichen Welt auf der einen, und eine autoritäre Sowjetunion mit imperialem Machtanspruch und menschenverachtender Doktrin auf der anderen Seite.“

Mit dem Fall der Grenze, der Wiedervereinigung Deutschlands und dem Ende des Kalten Krieges hat sich die Botschaft des Ortes gewandelt: „Seit den 90er Jahren ist Point Alpha ein Zeichen des Friedens und der Freiheit, der Völkerverständigung und des Ringens um Einheit in einer von Verschiedenheit geprägten geschenkten und gewollten Welt“, betonte der Generalvikar.

Engagement, Einsatz und Verzicht

Dankbar blickte er zurück auf die vergangenen Jahrzehnte des Friedens und der Freiheit in Deutschland und weiten Teilen Europas. Gleichzeitig mahnte er, nicht zu vergessen, auf welchem Wertekanon und welcher Glaubenstradition dies alles möglich geworden war und dass es für Frieden und Freiheit auch weiterhin Engagement, Einsatz und manchen Verzicht brauche.

„Handel und wirtschaftliche Beziehungen allein sichern nicht den Frieden und die gegenseitige Akzeptanz und Wertschätzung, die unantastbare Würde und Verschiedenheit von uns Menschen, wie sie unser christliches Selbstverständnis von Gottes- und Nächstenliebe nahelegt“, betonte Generalvikar Steinert.

Verantwortung

Am Point Alpha hätten über Jahrzehnte hinweg Menschen Verantwortung übernommen, um Freiheit und christliche Werte zu schützen, so Steinert. In Erinnerung daran rief er zur Solidarität und zum Gebet für die Menschen in der Ukraine und an anderen Krisenorten der Welt auf. „Als Christen müssen wir immer wieder Verantwortung übernehmen, wo Recht gebeugt, Gewalt angewendet und menschliches Leben und Würde vernichtet oder bedroht werden.“ www.bistum-fulda.de

Info: Ökumenischer Gottesdienst zum Tag der Deutschen Einheit

  • Der ökumenische Gottesdienst auf Point Alpha fand in den Rahmen der Feierlichkeiten zum 32. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung statt.
  • Konzelebranten waren Dechant Markus Blümel aus Eiterfeld, Superintendent Christoph Ernst vom Kirchenkreis Bad Salzungen-Dermbach, Pfarrer Roland Jourdan aus Vacha, Diakon Dr. Meins Coestier aus Hünfeld und Pfarrer Harald Krüger aus Hohenroda.
  • Das Thema lautete „Die Ukraine im Geiste, die Grenze vor Augen“ – in Anlehnung an den aktuellen russischen Überfall auf die Ukraine sowie den Ausbau der innerdeutschen Grenze im Jahr 1952.
  • Die Kollekte ist für die Flüchtlingshilfen in der Gemeinde Rasdorf und der Stadt Geisa bestimmt.

Stichwort: Generalvikar

Der Generalvikar ist in der katholischen Kirche der Stellvertreter des Diözesanbischofs im Bereich der allgemeinen Verwaltung der Diözese und als solcher Leiter der bischöflichen Verwaltungsbehörde, des Generalvikariats. Bischof des Bistums Fulda ist seit dem 31. März 2019 Dr. Michael Gerber. Zum 1. Januar 2020 hat er Prälat Christof Steinert zu seinem Generalvikar ernannt. www.bistum-fulda.de

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Der Generalvikar des Bistums Fulda, Prälat Christof Steinert. Foto: Bistum Fulda


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