Bedarf an diakonischen Angeboten wächst

Hessen
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Zu erheblichen Veränderungen und Beeinträchtigungen haben die Coronapandemie sowie Kriege und Fluchtbewegungen auf die beiden Arbeitsbereiche des Dezernats Diakonie und Ökumene der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) geführt.

In ihrem Bericht legte Oberlandeskirchenrätin Claudia Brinkmann-Weiß der in Hofgeismar tagenden Synode der EKKW die wachsenden Herausforderungen für die ökumenische und diakonische Arbeit der Landeskirche dar.

Ansturm auf die Tafeln, gestiegene Nachfrage an Beratung

So seien die vielseitigen Beratungsangebote pandemiebedingt innerhalb kürzester Zeit auf alternative Wege wie Videochat oder E-Mail umgestellt worden: Das habe teils die Arbeit erschwert, aber auch neue Formen der Beratung etabliert, berichtete Dr. Oliver Schmalz, Referatsleiter Diakonie. Die wachsende Anzahl geflüchteter Menschen, sowohl aus der Ukraine als auch wieder stärker aus anderen Ländern, ziehe einen größeren Bedarf bei den Flüchtlingsberatungsstellen und auch bei den Tafeln nach sich. Die Landeskirche habe den regionalen Diakonischen Werken zusätzliches Geld zur Verfügung gestellt, die finanzielle Situation sei gleichwohl angespannt. Hinzu komme der gestiegene Bedarf an Fachkräften. Mitarbeitende zu halten und zu qualifizieren – darauf wolle man ein besonderes Augenmerk legen. Erfreulich sei, so Schmalz, dass das ehrenamtliche Engagement im Bereich der Diakonie nach wie vor sehr hoch sei. 

Vor dem Hintergrund der Energiekrise zeichne sich bereits ab, dass durch die größer werdende soziale Not die Nachfrage in der kirchlichen Sozial- und Lebensberatung, der Flucht- und Schuldnerberatung sowie bei den Tafeln weiter ansteigen wird.

Erschwerte Kontaktpflege zu weltweiten ökumenischen Partnern

Corona, aber auch Konflikte, Kriege und Flucht haben Begegnungen mit den weltweiten ökumenischen Partnern der EKKW erschwert oder unmöglich gemacht, erläuterte Bernd Müller, Referent für internationale Partnerschaften. Was die Kontaktpflege einerseits erschwere, führe andererseits zu einer hohen Spendenbereitschaft. Motivationsbedarf sieht er in den Kirchenkreisen und bei den Pfarrerinnen und Pfarrern, um „die Relevanz und Notwendigkeit einer ökumenischen Haltung mitten in aller Arbeit transparent zu machen“. In der Zukunft sei eine Stärkung und Rollenklärung von sogenannten „Beauftragten für ökumenische Partnerschaftsarbeit, interkulturelles und interreligiöses Lernen im Kirchenkreis“ erstrebenswert.

Die Facetten und Schnittmengen der beiden Arbeitsbereiche Diakonie und Ökumene stellten Dezernentin Brinkmann-Weiß sowie die Referenten im Interview den Synodalen anschaulich dar. Dabei machte Dr. Martin Streck, Referent für Catholica, Lust auf Ökumene, indem er den Blick auf die „bunten, vielseitigen Möglichkeiten im Zusammenwirken vor Ort und weltweit“ öffnete und für eine geschwisterliche Kirche warb. Im ökumenischen Miteinander setze er auf eine Mischung von Realismus und Beziehungsarbeit, aus der etwas Fruchtbares wachsen könne.

„Es geht jedes Mal um den Dienst am Mitmenschen und in der Welt, der sich dem Auftrag Jesu verpflichtet weiß“, fasste Brinkmann-Weiß das gemeinsame Ziel von Diakonie und Ökumene abschließend zusammen.


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