„Angesichts der rasant steigenden Zahl der Pflegebedürftigen ist schnelles, zielgerichtetes Handeln erforderlich“, sagte Weimann heute in der Deutschen Nationalbibliothek. „Vor allem die Pflegebedürftigen, die zu Hause versorgt werden, und deren Angehörige, die dies leisten, brauchen dringend Hilfe.“ Ende 2021 lebten schon 368.400 pflegebedürftige Menschen in Hessen, 19 Prozent mehr als zwei Jahre zuvor. Davon wurde – mit steigender Tendenz – die große Mehrheit (84 Prozent) zu Hause gepflegt.

Paul Weimann kündigte an, dass der VdK Hessen-Thüringen die im vergangenen Jahr begonnene Protestkampagne „#naechstenpflege“ fortsetzen werde. „Unsere ‚Demos ohne Menschen‘ haben für Aufsehen gesorgt und uns viel Lob eingebracht. Daran wollen wir im Jahr 2023 anknüpfen und Politik und Öffentlichkeit an möglichst vielen Orten in Hessen mit den Nöten und Forderungen der pflegenden Angehörigen konfrontieren“, sagte der VdK-Landesvorsitzende.

Auf der Grundlage mehrerer auch wissenschaftlich begleiteter Umfragen unter pflegenden Angehörigen hatte der VdK Schilder mit deren Beschreibungen des Pflegealltags herstellen lassen und diese in großer Zahl an zentralen Plätzen, etwa in Wiesbaden, Frankfurt, Kassel und Marburg, aufgestellt. Die unmissverständliche Botschaft: Die Betroffenen werden mit der Verantwortung und den Herausforderungen der häuslichen Pflege allzu oft alleingelassen.

„Es fehlt an Beratung, es fehlt an Begleitung und es fehlt an Angeboten zu ihrer Entlastung“, sagte Paul Weimann. „Deshalb müssen die in Hessen bestehenden Anlauf- und Beratungsstellen ausgebaut und ihr Angebot erweitert werden.“ Der VdK fordert außerdem, dass die für 2021 versprochene Erhöhung des Pflegegelds in die Tat umgesetzt wird. Auch müssten dringend Regelungen gefunden werden, die es Angehörigen leichter machten, Pflege und Beruf miteinander zu vereinbaren, ohne unter finanziellen Druck zu geraten. „Für ihr zutiefst menschliches Handeln an ihren Nächsten sollten sie mehr Anerkennung erhalten und nicht Gefahr laufen, in die Armut abzurutschen“, betonte der VdK-Landesvorsitzende.

Der zweite Hauptredner des Neujahrsempfangs, der Hessische Minister für Soziales und Integration, Kai Klose, sagte unter anderem: „In diesen schwierigen Zeiten bietet gerade der VdK sozioökonomisch benachteiligten Menschen Rat und Hilfe.“


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