Tracker Schotten 3039 ist unterwegs - das war die Meldung, die am Samstag, dem 08. Juni, früh morgens per SMS auf dem Diensthandy von Markus Böller, Revierleiter Mücke im Forstamt Schotten, erschien.
Ein Polter Industrieholz mit GPS-Sender war unerlaubt aus der Waldgemarkung Mücke/Atzenhain abgefahren worden. Noch am Vormittag desselben Tages meldete der Sender am Holz "Stillstand". Das gestohlene Holz wurde am Zielort abgeladen! Das war das Signal der Forstleute, die Polizei einzuschalten und zum entwendeten Holz zu fahren. Vor Ort war der Sachverhalt schnell klar. Über eine Handynummer hatte der ahnungslose Bürger bei einem Holzfuhrmann eine Ladung Brennholz frei Haus bestellt. Das Holz wurde prompt geliefert und bar auf die Hand, ohne Rechnung bezahlt. Für den Dieb wäre das ein schneller Profit an diesem Samstag gewesen. Tatsächlich wurde das Holz jedoch umgehend sichergestellt und von den Forstbeamten abtransportiert. Der Holzkäufer stand an diesem Vormittag ohne Holz da. Er muss nun versuchen, das Kaufgeld zurück zu bekommen.
Durch die schnelle Arbeit der Ermittler konnte ein Fuhrmann aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg umgehend ausfindig gemacht werden. Hessen-Forst stattet seit geraumer Zeit Holz im Wald mit Forsttrackern aus. Das sind kleine Sender, die am Holz befestigt werden. Für Holzdiebe wird es seit dieser Zeit schwieriger, ihr Diebesgut unbemerkt abzutransportieren. Die Sender melden den Abtransport des Holzes und den Zielort per SMS. Via Internetportal können Route und Uhrzeit mühelos verfolgt werden. Hessen-Forst reagiert damit landesweit auf zunehmende Holzdiebstähle im Wald.
Insbesondere Brennholz wird vermehrt gestohlen, seitdem Nachfrage und Preise deutlich angezogen haben. Aber die Diebe schrecken auch vor wertvollem Stammholz nicht zurück. Daher hat sich Hessen-Forst entschlossen, mit GPS-Unterstützung ausgewählte Holzpolter zu markieren. Die Polizei war von Anfang an informiert und in diese Aktion eingebunden. Hessen-Forst hofft durch diese Präventivmaßnahme Einbußen in Höhe von mehreren 100.000 EUR durch Holzdiebstahl zu vermeiden.
Polizei und Forstbeamte raten daher allen Holzkäufern: Kaufen Sie Holz entweder direkt beim Waldbesitzer oder fordern Sie einen Nachweis, woher das Brennholz stammt. Fordern Sie eine Rechnung auf der die Daten des Verkäufers und die Herkunft des Holzes eindeutig hervorgehen.
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