Umfrage unter Schulleitungen: „Mehr Zeit, mehr Personal, weniger Bürokratie!“

Hessen

Der Mangel an Lehrkräften ist für Schulleitungen das größte Problem in ihrem Arbeitsalltag. Das ist ein zentrales Ergebnis der forsa-Umfrage unter 1.300 Schulleiterinnen und Schulleitern in ganz Deutschland, die der Verband Bildung und Erziehung (VBE) in Auftrag gegeben und auf dem Deutschen Schulleitungskongress (DSLK) in Düsseldorf vorgestellt hat. Keine Überraschung ist dieses Ergebnis aus Sicht von Stefan Wesselmann, Landesvorsitzender des VBE Hessen und selbst Leiter einer Grundschule.

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„Wir müssen seit Jahren mit zu wenig Personal eine ständige wachsende Zahl an Aufgaben und Herausforderungen stemmen – von der Integration geflüchteter Kinder und Jugendlicher und der Inklusion über die Organisation der digitalen Ausstattung und der Ganztagsangebote bis hin zu Verwaltungsarbeiten, die von den Staatlichen Schulämtern an die Schulen herunterdelegiert wurden!“

In der Summe führe dies zu einer starken Belastung der Schulleiter/innen, die – vor allem an kleinen Schulen und an Grundschulen – zudem noch sehr viel Unterricht zu halten hätten. Dreh- und Angelpunkt, um die Arbeitsbedingungen an den Schulen für alle zu verbessern, sei daher eine Verstärkung der Kollegien durch Lehrer/innen und sozialpädagogische Fachkräfte. Zur Entlastung der Schulleitungen stellt der VBE Hessen zudem klar: „Sie brauchen mehr Zeit für Leitungsaufgaben, mehr Personal in den Sekretariaten und mehr Deputat-Stunden, um einzelne Aufgaben auf Mitglieder des Kollegiums übertragen zu können!“

Zu hohe Erwartungen: Schule als „Reparaturbetrieb“

Zu denken gebe auch ein ganz anderer Wert aus der Umfrage: "62 Prozent der Befragten empfinden die gesellschaftliche Erwartung, dass an Schulen alle Probleme in unserer Gesellschaft verhandelt und gelöst werden, als sehr belastend. Die Schule ist aber kein Reparaturbetrieb“, tritt der VBE-Landesvorsitzende Wesselmann solchen Ansprüchen entgegen und ergänzt: „So wichtig z. B. gesunde Ernährung, Konfliktprävention, Medienpädagogik, Demokratie-Erziehung, der Kampf gegen Antisemitismus und Rassismus und Bildung für Nachhaltige Entwicklung sind – das alles in der seit Jahren gleichen Anzahl an Unterrichtsstunden unterzubringen kann nicht funktionieren. Schon gar nicht unter den gegebenen Umständen!“

Notlösung, nicht Lösung: Quer- und Seiteneinsteiger

"Fakt ist: Die Arbeitsbedingungen für Lehrerinnen und Lehrer sind derzeit alles andere als attraktiv. Es wird daher schwierig bleiben, Nachwuchs zu gewinnen – schon jetzt mangelt es massiv an Studierenden für das Lehramt Haupt- und Realschule. In ihrer Not beschäftigen sehr viele Schulen Quer- und Seitenein-steiger, 66 Prozent der Schulleitungen gaben dies in der forsa-Umfrage an", ist dies aus Sicht des VBE Hessen aber nur eine Notlösung, keine Lösung. „Der Beruf der Lehrkraft und die Funktionen in der Schulleitung müssen dringend wieder attraktiv gemacht werden – und da ist der Ansatzpunkt die Entlastung“, stellt der Landesvorsitzende Wesselmann klar. „Wir brauchen multiprofessionelle Teams mit UBUS-Fachkräften und Schulgesundheitsfachkräfte an allen Schulen, wir brauchen höhere Deputate, wir brauchen einen Abbau der Bürokratie, verbunden mit mehr Verwaltungspersonal.“

Nicht eingelöstes Versprechen: weniger Dokumentationspflichten

Eben diese Punkte habe der VBE Hessen den Verhandlungspartnern von CDU und SPD auch nochmal als Arbeitsauftrag mit in die Koalitionsgespräche gegeben. "Zumal ein Versprechen noch nicht eingelöst wurde: Entlastung für Schulen und Lehrkräfte – volle Konzentration auf den Unterricht hieß es im Koalitionsvertrag von 2018. Konkret: 'Wir streben eine Straffung und Abschaffung von Berichts- und Dokumentationspflichten an'. Das hat uns damals hoffen lassen“, sagt Wesselmann. „Doch das Gegenteil ist passiert: Getrieben von der Sorge um Rechtssicherheit werden den Schulen ständig weitere Berichts- und Dokumentationspflichten auferlegt. Die Papierberge, die dann schrankiert werden, wachsen stetig.“


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