Hessische Wirtschaft wächst 2023 um 1,2 Prozent

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Im Jahr 2023 ist das hessische Bruttoinlandsprodukt (BIP), also die Summe aller in Hessen produzierten Waren und Dienstleistungen, preisbereinigt um 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Dies geht aus ersten, noch vorläufigen Berechnungen des Arbeitskreises „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“ hervor. Demnach war das Wirtschaftswachstum in Hessen stärker als im Bundesdurchschnitt (minus 0,3 Prozent). Im Jahr 2022 war die Wirtschaft in Hessen noch um 1,5 Prozent gewachsen.



Nominal, das heißt ohne Preisbereinigung, nahm das hessische BIP 2023 um 7,8 Prozent (Deutschland: plus 6,3 Prozent) auf 351 Milliarden Euro (Deutschland 4 121 Milliarden Euro) zu. Das hessische BIP hatte einen Anteil von 8,5 Prozent am deutschen BIP. Die Preissteigerungen werden durch den Abstand zwischen den preisbereinigten und den nominalen Zuwächsen des BIP sichtbar: Im Jahr 2022 hatte dieser Abstand in Hessen noch 4,9 Prozentpunkte betragen, im Jahr 2023 stieg der Wert auf 6,5 Prozentpunkte. Die Erholung der hessischen Wirtschaft von den Folgen der Corona-Pandemie setzte sich fort: Das preisbereinigte BIP in Hessen war 2023 um 1,4 Prozent höher als 2019, dem Jahr vor Beginn der Pandemie (Deutschland: plus 0,7 Prozent).

Produzierendes Gewerbe in Hessen leicht rückläufig, positive Wachstumsimpulse aus den Dienstleistungsbereichen

Die Entwicklung der preisbereinigten Bruttowertschöpfung (BWS) verlief im Jahr 2023 in den einzelnen Branchen unterschiedlich: Die Wirtschaftsleistung im Produzierenden Gewerbe ging in Hessen um 0,2 Prozent zurück (Deutschland: minus 1,5 Prozent). Entscheidend dafür war vor allem die negative Entwicklung der Wertschöpfung in der Energieversorgung. Das Verarbeitende Gewerbe konnte um 0,3 Prozent zulegen (Deutschland: minus 0,3 Prozent), erreichte jedoch noch nicht das Niveau des Jahres 2019. Im Baugewerbe sorgten weiterhin gestiegene Preise dafür, dass aus einem nominalen Zuwachs von 18,8 Prozent (Deutschland: plus 16,3 Prozent) preisbereinigt ein Anstieg der BWS um 2,1 Prozent wurde (Deutschland: minus 0,2 Prozent).

Die Dienstleistungsbereiche entwickelten sich dagegen sowohl in Hessen (plus 2,0 Prozent) als auch im Bund (plus 0,5 Prozent) positiv: Der Anstieg fiel aber insgesamt schwächer aus als in den Jahren 2022 und 2021. Innerhalb der Dienstleistungsbereiche wuchsen im Jahr 2023 die Finanz- und Unternehmensdienstleistungen in Hessen mit plus 2,4 Prozent stärker als in Deutschland (plus 0,6 Prozent). Wegen des größeren Anteils an der Gesamtwirtschaft schlug dieses Wachstum in Hessen zudem stärker auf das gesamte BIP durch. Auch die Bereiche „Handel, Verkehr, Gastgewerbe, Information und Kommunikation“ (Hessen: plus 1,2 Prozent, Deutschland: minus 0,2 Prozent) und „Öffentliche und sonstige Dienstleistungen, Erziehung und Gesundheit“ (Hessen: plus 2,2 Prozent, Deutschland: plus 1,1 Prozent) entwickelten sich in Hessen überdurchschnittlich.

Von der Pandemie besonders betroffene Branchen, wie das Gastgewerbe, die Reisebüros oder Dienstleistungen im Bereich „Kultur und Veranstaltungen“, verzeichneten im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr ein Wachstum. Das Niveau des Jahres 2019 verfehlten sie jedoch erneut.

Erwerbstätigkeit und Arbeitsproduktivität in Hessen stabil

Das BIP im Jahr 2023 wurde von 3,59 Millionen Erwerbstätigen erwirtschaftet, die in Hessen ihren Arbeitsplatz hatten. Das waren 1,0 Prozent mehr als im Vorjahr (Deutschland: plus 0,7 Prozent). Weil die Zahl der Erwerbstätigen nicht so stark stieg wie das BIP, erhöhte sich die Arbeitsproduktivität – das ist das preisbereinigte BIP je erwerbstätiger Person – in Hessen um 0,3 Prozent (Deutschland: minus 1,0 Prozent). Die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden erhöhte sich um 0,4 Prozent (Deutschland: plus 0,4 Prozent) und die auf die Arbeitsstunde bezogene Produktivität war um 0,8 Prozent größer als 2022 (Deutschland: minus 0,7 Prozent).

Jede erwerbstätige Person in Hessen erwirtschaftete rein rechnerisch einen Beitrag zum hessischen BIP in Höhe von 97 750 Euro. Das waren 9,0 Prozent mehr als im Bundesmittel (89 720 Euro) – dieser hohe Wert ist wesentlich durch die Wirtschaftsstruktur Hessens mit vielen hochproduktiven Dienstleistungen begründet. Beim BIP je Einwohnerin und Einwohner profitierte das Land zusätzlich von einem hohen Überschuss der Einpendelnden, die in Hessen zur Wertschöpfung beitrugen, aber nicht in Hessen wohnten. Der Wert lag mit 54 810 Euro um 12,4 Prozent über dem Bundesmittel (48 750 Euro).

Hessen im europäischen Vergleich auf Platz 5

Die Staaten der Europäischen Union (EU) unterscheiden sich deutlich bezüglich der Höhe ihres BIP. Wäre Hessen ein eigenständiges EU-Mitglied, läge es mit einem BIP von 351 Milliarden Euro im Jahr 2023 zwischen Dänemark (375 Milliarden Euro) und Rumänien (323 Milliarden Euro). Das bedeutet, dass 16 der insgesamt 27 EU-Mitgliedstaaten ein geringeres BIP als Hessen erwirtschafteten.

Die absolute Größe des BIP hängt jedoch wesentlich von der Größe der Bevölkerung ab, sodass sich die Wirtschaftskraft verschieden großer Regionen nur mit Bezug auf die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner vergleichen lässt. Hessen lag mit einem BIP von 54 810 Euro pro Kopf zwischen den Niederlanden (57 770 Euro) und Österreich (52 250 Euro). Insgesamt wiesen nur vier EU-Mitgliedstaaten ein höheres BIP pro Kopf als Hessen aus. Beim Wirtschaftswachstum gegenüber dem Vorjahr lag Hessen 2023 mit plus 1,2 Prozent über dem Durchschnitt der EU 27 (plus 0,4 Prozent).

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