Bischöfin wirbt für klare Abgrenzung von rechten Positionen

Hessen
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„Wenn Rechtsextremismus unser gesellschaftliches Zusammenleben bedroht, etwa weil für Zugewanderte oder Menschen mit Behinderung nicht mehr die gleichen Rechte wie für die anderen gelten sollen, dann sind wir gefordert, die Bedrohten zu schützen und uns von dieser Position klar abzugrenzen“.



Zum Auftakt der Frühjahrssynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) fand Bischöfin Dr. Beate Hofmann während des Gottesdienstes am Donnerstag (25. April) deutliche Worte zum Umgang mit rechtsextremen Positionen. Sie betonte: „Rechtsextreme und menschenfeindliche Positionen bekommen keine Bühne bei uns.“ Noch bis Samstagmittag tagt das sogenannte Kirchenparlament unter Leitung von Präses Dr. Michael Schneider in Hofgeismar, um unter anderem über die Themen Gebäude, Personal, Klimaschutz und sexualisierte Gewalt zu diskutieren. Die Frühjahrssynode kann im Internet unter www.ekkw.de mitverfolgt werden.  

Auch das Erstarken der extremen Rechten und der Umgang mit radikalen Positionen wird während der Synodaltagung weiter Thema sein. Bischöfin Hofmann appellierte im Eröffnungsgottesdienst, Haltung zu zeigen, Gespräche mit Andersdenkenden aber nicht kategorisch auszuschließen. Sie erinnerte an das Leitwort, das sich die Synode für ihre Legislaturperiode gegeben hatte: „Lebendig und kräftig und schärfer“ (Hebräer 4,12) und an die Praxis Jesu, auch mit jenen zu reden, um die andere einen Bogen machten. „Wir stehen als Kirche ein für die Botschaft der Liebe Gottes zu allen Menschen“, so die Bischöfin. Zur Kirche gehörten von Anbeginn Menschen aus unterschiedlichen Völkern, sozialen Schichten und mit verschiedenen religiösen Orientierungen.

„Ausgrenzung lässt sich nicht mit dem Christentum vereinbaren“

„Es macht uns als Kirche aus, dass wir in Konflikten darum ringen, wo es klare Entscheidungen braucht und wo Vielfalt möglich ist“, sagte Bischöfin Hofmann. Der innerbiblische Diskurs sei dabei eindeutig: „In Christus ist nicht Jude noch Grieche, nicht Sklave noch Freier, nicht Mann noch Frau (Galater 3,28).“ Ideen von „völkischer Reinheit“ ließen sich daher mit dem Christentum nicht vereinbaren, genauso wenig wie die Ausgrenzung von Menschen, die zu einer anderen Ethnie oder Religion gehörten, erläuterte die Bischöfin. „Wenn jemand öffentlich für Positionen wirbt, die mit dem christlichen Glauben unvereinbar sind, dann kann er oder sie nicht mitarbeiten, nicht in der Diakonie, nicht in der Kirche, nicht im Haupt- noch im Ehrenamt.“

Die evangelische Kirche stehe ein für eine Gesprächskultur, die unterschiedlichen Positionen Raum gibt und Zuhören einübt. Das setze auch Offenheit für die Meinungen anderer voraus, sagte Bischöfin Hofmann und machte zugleich deutlich: „In den letzten Jahren mussten wir lernen, dass solche Offenheit auch Grenzen hat. Wo Positionen die Offenheit und Toleranz anderer ausnutzen, um für die Abschaffung dieser Offenheit und Toleranz zu sorgen, da sind Grenzen der Toleranz erreicht.“

Hintergrundinformationen 
Der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck gehören annähernd 710.000 Menschen in rund 690 Gemeinden an. Das Gebiet der Landeskirche erstreckt sich von Bad Karlshafen im Norden bis zum Frankfurter Stadtteil Bergen-Enkheim im Süden, vom Waldecker Upland im Westen bis zum im Freistaat Thüringen gelegenen Kirchenkreis Schmalkalden.   

Die Landessynode ist das höchste Gremium der EKKW. Sie besitzt herausragende Kompetenzen und hat in allen kirchlichen Fragen die letzte Entscheidung. Die Synode wählt den Bischof oder die Bischöfin und entsendet aus ihrer Mitte den Rat der Landeskirche. Sie erlässt Gesetze, verabschiedet den Haushalt und schafft so die Grundlagen für das rechtliche Leben der Landeskirche Die Amtszeit der 14. Landessynode hat im Mai 2022 begonnen; sie endet im Frühjahr 2028. Ihr gehören 78 Mitglieder an; dabei sind die Nicht-Theologen in der Mehrheit. 


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