Wiederbewaldung von gestörten Fichtenflächen

Hessen
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Der Klimawandel erhöht die Häufigkeit, das Ausmaß und die Intensität natürlicher Störungen in Waldökosystemen, etwa von Stürmen, Waldbränden oder Ausbrüchen von Borkenkäfern.



In den letzten Jahren wurden insbesondere Fichtenwälder vom Buchdrucker befallen, gemeinhin bekannt als Borkenkäfer. Daher widmet sich das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) in Zusammenarbeit mit HessenForst nun einer zentralen Frage: Wie kann die Wiederbewaldung dieser geschädigten Flächen nachhaltig gestaltet werden? Denn bisher werden vom Borkenkäfer befallene Bäume häufig im Rahmen von Sanitärhieben entfernt, was jedoch einen Rückgang der Artenvielfalt verursacht und daher zunehmend zu Diskussionen über geeignete Strategien zwischen Ökonomen und Ökologen führt. Viele Forstämter und Waldbesitzer stellt das vor die Frage, wie sie mit solchen Flächen umgehen sollen.

Das Zentrum für Artenvielfalt am Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) befasst sich deshalb zusammen mit weiteren Projektpartnern aus ganz Deutschland im Rahmen des Forschungsprojekts „Wegbereiter Wiederbewaldung: Regionales Flächenmanagement zur Entwicklung multifunktionaler Wälder auf gestörten Fichtenflächen“ mit genau dieser Thematik. Gefördert wird das Forschungsvorhaben durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Ziel des Projektes ist es, Naturschutz und Waldbewirtschaftung auf Borkenkäferflächen zu kombinieren. Dazu wurden drei verschiedene Managementvarianten mit unterschiedlich viel Totholz auf den Untersuchungsflächen eingerichtet. „Totholz ist wichtig für viele Tierarten in Wäldern. Die Bedeutung der Totholzmenge für Flora, Fauna, Pilze, Boden und Mikroklima steht im Fokus unserer Forschung“ sagt Janina Ebert aus dem Zentrum für Artenvielfalt im HLNUG, die das Projekt im Rahmen ihrer Doktorarbeit betreut. „Störungsereignisse wie Borkenkäferbefall, Stürme oder Feuer werden durch den Klimawandel in Zukunft häufiger. Daher ist es umso wichtiger, dass wir jetzt praxisnahe Konzepte für die Bewirtschaftung solcher Flächen entwickeln und dabei ökologische und ökonomische Interessen gleichermaßen berücksichtigen.“ In den kommenden drei Jahren werden Daten zur Biodiversität der Vögel und Käfer auf den Flächen erfasst und bewertet.

Die Untersuchungsflächen im Forstamt Wehretal ergänzen die bereits bestehenden Projektgebiete in Thüringen. Das Forstamt Wehretal hat für die Untersuchungen einen vom Buchdrucker befallenen Fichtenbestand mit den drei Varianten eingerichtet. „Wir freuen uns sehr über die Möglichkeit, am Projekt teilzunehmen, und sind auf die ersten Ergebnisse sehr gespannt“, erläutert Sebastian Motschmann, Bereichsleiter Produktion beim Forstamt Wehretal. Revierförster Ekkehard Rogée, der das Projekt vor Ort mit eingerichtet hat, ergänzt: „Für meine tägliche Arbeit erhoffe ich mir aus den Untersuchungen wichtige Impulse für den zukünftigen Umgang mit Schadereignissen“.

Ausblick

Durch den interdisziplinären Ansatz des Projektes sollen die Ergebnisse der Untersuchungen als Hilfestellung zur Einschätzung ökologischer und ökonomischer Aspekte im nachhaltigen Waldmanagement auf Störungsflächen in die forstliche Praxis übertragen werden. Gerade im Hinblick auf die zunehmenden Wetterextreme infolge des globalen Klimawandels sowie den Rückgang der Biodiversität in unseren Wäldern, sind neue Konzepte nötig, die die verschiedenen Interessengruppen gleichermaßen berücksichtigen. 


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