Bevölkerungsanteil mit Einwanderungsgeschichte leicht gestiegen

Hessen
Typographie
  • Smaller Small Medium Big Bigger
  • Default Helvetica Segoe Georgia Times

Im Jahr 2023 haben in Hessen 2,06 Millionen Personen mit Einwanderungsgeschichte gelebt. Wie das Hessische Statistische Landesamt nach Erstergebnissen des Mikrozensus mitteilt, betrug ihr Anteil an der hessischen Gesamtbevölkerung 32,4 Prozent. Gegenüber 2022 nahm er um 1,1 Prozentpunkte zu. 32,6 Prozent der hessischen Männer und 32,2 Prozent der hessischen Frauen hatten 2023 eine Einwanderungsgeschichte. Personen mit Einwanderungsgeschichte sind nach der hier verwendeten Definition der Fachkommission Integrationsfähigkeit entweder seit 1950 selbst nach Deutschland eingewandert (erste Generation) oder deren direkte Nachkommen (zweite Generation).



24,3 Prozent der Bevölkerung selbst eingewandert

Von den 2,06 Millionen Hessinnen und Hessen mit Einwanderungsgeschichte waren 1,55 Millionen selbst seit 1950 nach Deutschland eingewandert. Diese, nach oben genannter Definition, erste Generation machte somit 24,3 Prozent der hessischen Bevölkerung aus. Die übrigen 515 000 Personen mit Einwanderungsgeschichte (8,1 Prozent der hessischen Bevölkerung) waren direkte Nachkommen Eingewanderter. Diese zweite Generation ist selbst in Deutschland geboren, aber beide Elternteile sind seit 1950 in Deutschland eingewandert. Bei weiteren 364 000 in Deutschland geborenen Personen (5,7 Prozent der Bevölkerung) war nur einer der beiden Elternteile eingewandert. Diese Gruppe wird nach der hier verwendeten Definition nicht zur Bevölkerung mit Einwanderungsgeschichte gezählt. 61,9 Prozent der hessischen Bevölkerung hatten keine Einwanderungsgeschichte. Diese 3,94 Millionen Personen waren weder selbst noch war ein Elternteil seit 1950 eingewandert.

Menschen mit Einwanderungsgeschichte häufiger in Großstädten

Regional variierte der Anteil der Personen mit Einwanderungsgeschichte stark. Am höchsten war er in der kreisfreien Stadt Frankfurt am Main. Hier hatten 49,7 Prozent der Bevölkerung im Jahr 2023 eine Einwanderungsgeschichte. Auch im großstädtisch geprägten zusammengefassten Bereich der kreisfreien Städte Wiesbaden, Offenbach am Main und Darmstadt lag ihr Anteil mit 44,0 Prozent deutlich über dem hessischen Durchschnitt von 32,4 Prozent. Den niedrigsten Anteil von Menschen mit Einwanderungsgeschichte verzeichnete der Bereich der osthessischen Landkreise Fulda, Hersfeld-Rotenburg, Schwalm-Eder-Kreis und Werra-Meißner-Kreis. Dort betrug ihr Anteil insgesamt 22,0 Prozent.

Einwanderung ab 2013 vor allem wegen Flucht, Erwerbstätigkeit und Familienzusammenführung

Von den 1,55 Millionen im Jahr 2023 in Hessen lebenden Eingewanderten der ersten Generation waren 40,7 Prozent oder 630 000 Personen seit dem Jahr 2013 eingewandert. Die Hauptgründe für die Einwanderung ab 2013 waren Flucht, Asyl und internationaler Schutz (28,9 Prozent), Erwerbstätigkeit (23,0 Prozent) sowie Familienzusammenführung (25,7 Prozent). Darüber hinaus gaben 7,1 Prozent der seit 2013 Eingewanderten an, hauptsächlich für ein Studium oder eine Aus- und Weiterbildung nach Deutschland gekommen zu sein. 52,1 Prozent der seit 2013 Eingewanderten waren männlich, 47,9 Prozent weiblich. Bei den Männern waren die häufigsten Gründe Erwerbstätigkeit (29,6 Prozent) sowie Flucht (31,4 Prozent), Frauen nannten als Hauptgründe vor allem Familienzusammenführung (32,1 Prozent) und Flucht (26,2 Prozent).

Hinweis:

Diese Ergebnisse basieren auf dem Mikrozensus, einer seit 1957 jährlich bei einem Prozent der Bevölkerung durchgeführten Befragung der amtlichen Statistik. Dank der Selbstauskünfte der Befragten liegen aussagekräftige statistische Daten zu den Arbeits- und Lebensverhältnissen der Bevölkerung vor. Die Ergebnisse des Mikrozensus dienen als Grundlage für politische, wirtschaftliche und soziale Entscheidungen, stehen aber auch der Wissenschaft, der Presse und allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung.

Methodische Hinweise:

Die Ergebnisse beziehen sich auf die Bevölkerung in privaten Hauptwohnsitzhaushalten (2023: 6,37 Millionen Personen) und nicht auf die Bevölkerung in Gemeinschaftsunterkünften (zum Beispiel für Geflüchtete), da für Personen in Gemeinschaftsunterkünften die zur Auswertung erforderlichen Merkmale gemäß Mikrozensusgesetz (MZG) nicht erhoben werden. Die Ergebnisse zu den Migrationsmotiven beruhen auf einer Selbsteinschätzung der Befragten. Wenn mehrere der vorgegebenen Kategorien zutreffen, werden die Befragten gebeten, den Hauptgrund anzugeben. Der Mikrozensus wurde 2020 methodisch neugestaltet. Vergleiche mit den Ergebnissen aus den Jahren 2019 und früher sind daher nur sehr eingeschränkt möglich. Damit zwischen dem Ende des Erhebungsjahrs und der Ergebnisbereitstellung möglichst wenig Zeit vergeht, werden seit dem Jahr 2020 zunächst Erstergebnisse und mit einigem zeitlichen Abstand Endergebnisse veröffentlicht. Bei den in dieser Pressemitteilung veröffentlichten Zahlen handelt es sich um Erstergebnisse des Berichtsjahrs 2023. Die Angaben sind ohne Rücksicht auf die Endsumme auf- bzw. abgerundet worden. Das Ergebnis der Summierung der Einzeldaten kann deshalb geringfügig von der Endsumme abweichen.


Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de


Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

online werben

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

vogler banner

Anzeige

vogler banner

Anzeige

Online Banner 300x250px MoPo 2