Hessen: Anklage gegen Geldautomaten-Sprenger

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Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main - Eingreifreserve - hat gegen einen 27-jährigen niederländischen Staatsangehörigen wegen des Verdachts des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion in drei Fällen, des gewerbsmäßigen Einbruchsdiebstahls in zwei versuchten und einem vollendeten Fall sowie wegen Verabredung zu einem Verbrechen (einer weiteren Geldautomatensprengung) Anklage zur Großen Strafkammer des Landgerichts Gießen erhoben.



Dem Angeschuldigten, der zuletzt untergetaucht war und ohne festen Wohnsitz lebte, wird mit der umfangreichen Anklageschrift vorgeworfen, als mutmaßlicher Angehöriger einer kriminellen Organisation aus den Niederlanden, an mehreren ausgeführten bzw. verabredeten Geldautomatensprengungen, im Einzelnen in
- Dorsten (Kreis Recklinghausen) am 07.10.2020,
- Goldbach (Landkreis Aschaffenburg) am 21.05.2021,
- Nottuln (Kreis Coesfeld) am 04.06.2021,
- Buseck (Landkreis Gießen) am 23.06.2021
beteiligt gewesen zu sein.

Bei der Sprengung eines Geldautomaten in Dorsten am 07.10.2020 wurde der Geldautomat sowie große Teile des Pavillons, in dem dieser aufgestellt war, zerstört. Zur Wegnahme des Bargelds kam es aufgrund des ausgelösten Alarms nicht, sodass der Angeschuldigte und weitere Mittäter den Tatort ohne Beute verlassen haben sollen.

Bei der Sprengung des Geldautomaten in Goldbach am 21.05.2021 soll der Angeschuldigte gemeinsam mit zwei Mittätern einen Geldbetrag von ca. 70.000 Euro erbeutet haben. Durch die Explosion entstand in der Bankfiliale ein Sachschaden von etwa 100.000 Euro. Durch die mit zwei Sprengsätzen ausgeführte Sprengung des Geldautomaten in Nottuln am 04.06.2021 entstand ein Schaden in Höhe von ca. 186.000 Euro. Da trotz Sprengung des Geldautomaten die Öffnung des Tresors mit dem Bargeld nicht gelang, sollen der Angeschuldigte und zwei Mittäter ohne Beute vom Tatort geflohen sein.

Mit der Anklageschrift wird dem Angeschuldigten auch vorgeworfen, die Sprengung eines weiteren Geldautomaten am 23.06.2021 in Buseck gemeinsam mit zwei Mittätern geplant und vorbereitet zu haben. Zu einer Sprengung kam es aufgrund des Einschreitens von Einsatzkräften der hessischen Polizei nicht. Bei dem Einsatz konnten zwei Täter auf frischer Tat festgenommen werden. Ein dritter Täter, bei dem es sich um den Angeschuldigten handeln soll, konnte mit einem Fahrzeug flüchten.

Nach der Flucht soll der Angeschuldigte in im Inland und im benachbarten Ausland untergetaucht sein. Eine noch am 23.06.2021 veranlasste Öffentlichkeitsfahndung nach ihm blieb ohne Erfolg. Die Eingreifreserve der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main beauftragte daraufhin die Zielfahndung des Bayerischen Landeskriminalamtes (BLKA) mit der verdeckten Fahndung nach dem flüchtigen Angeschuldigten. Durch umfangreiche operative Maßnahmen gelang es Spuren in Belgien, den Niederlande und in Spanien zu ermitteln, weshalb die internationale Zusammenarbeit zwischen den jeweiligen Fahndungsdienststellen intensiviert wurde. Die weiteren Ermittlungen ergaben, dass sich der Angeschuldigte im Grenzgebiet von Deutschland, den Niederlanden und Belgien aufhalten könnte. Nachdem sich aufgrund weiterer durchgeführter kriminaltaktischer Maßnahmen die Hinweise verdichteten, dass sich der Angeschuldigte in Südhessen aufhalten könnte, gelang am 24.04.2024 seine Festnahme durch bayerische Zielfahnder und Spezialkräfte der hessischen Polizei in Pfungstadt.

Der Angeschuldigte befindet sich seit dem 25.04.2024 in Untersuchungshaft.


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