Mit zehn Forderungen zur Landtagswahl setzt sich der Naturschutzbund NABU für mehr Natur- und Umweltschutz in Hessen ein.
„Hessen muss nachhaltig werden. Wir erwarten von den Parteien, dass sie die Energiewende naturverträglich gestalten und den Schutz der biologischen Vielfalt zur vordringlichen Zukunftsaufgabe machen“, so NABU-Landesvorsitzender Gerhard Eppler. Auch eine naturnahe Landwirtschaft mit Förderung des Öko-Landbaus, die Ausweisung von fünf Prozent der hessischen Wälder als artenreiche Naturwälder, der Erhalt der heimischen Naturschätze und die Einleitung einer Verkehrswende gehören zu den zehn Zukunftszielen des NABU für das Bundesland.
Bei der Energiewende sei es wichtig, die Landesförderung von Mais-Monokulturen auf die Nutzung von Reststoffen umzustellen. Für den Ausbau der Windenergie fordert der NABU klare Ausschlussflächen für den Erhalt der biologischen Vielfalt. Fracking sei keine Alternative und müsse verboten werden. „Auch bei der finanziellen Förderung der Landwirtschaft muss ein Umdenken einsetzen: Öffentliches Geld darf es nur noch für öffentliche Leistungen geben. Zahlungen an Landwirte müssen an ihren Beitrag zum Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen wie Trinkwasser, Boden und Artenvielfalt gekoppelt werden“, erklärt Eppler.
Im Gewässerschutz sieht der NABU noch erheblichen Nachholbedarf. So müsse verstärkt auf Pestizid- und Düngemittelfreie Uferstreifen und strukturreiche Flüsse geachtet werden. „Hessen hinkt mit der Umsetzung der Europäischen Wasserrahmen-Richtlinie zum Schutz unserer Gewässer weit hinterher“, so Eppler. Dies gilt laut NABU auch für die nach Europäischem Recht gesicherten Schutzgebiete. Es sei dringend erforderlich, die Bewirtschaftungspläne fertig zu stellen und das Ehrenamt bei der Betreuung der hessischen Naturschätze besser einzubinden. Für viele Gebiete fehlten auch noch klare Regelungen, was dort erlaubt sei und was nicht.
Die Einleitung einer echten Verkehrswende ist ein weiteres wichtiges Ziel des NABU. „Die nächste Landesregierung muss den Nahverkehr effektiv fördern und auf den Weiterbau der A 49 verzichten. Hessen hat genug Straßen“, so Eppler. Der Umweltverband hält zudem eine Novellierung des Jagdrechts für nötig. Tiere, die nicht verwertet würden oder bedroht seien, gehörten nicht ins Jagdrecht. So sollten künftig Mauswiesel, Hermelin, Iltis, Rebhuhn, Rabenkrähe und Elster nicht mehr geschossen werden dürfen.
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