Zum Internationalen Tag der Flüsse am 28. September rückt die Bedeutung gesunder Fließgewässer für Natur, Klima und Gesellschaft in den Mittelpunkt.
Flüsse und Bäche sind wichtige Lebensadern unserer Landschaft – sie liefern Trinkwasser, bieten Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten und helfen, uns vor Extremwetter wie Hochwasser und Dürre zu schützen. „Deutschland und damit auch Hessen tragen eine besondere Verantwortung: Seit dem Jahr 2000 verpflichtet die EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) alle Mitgliedstaaten, Flüsse, Seen und Grundwasser bis spätestens 2027 in einen guten ökologischen Zustand zu bringen. Doch das Zwischenfazit ist ernüchternd – über 80 % unserer heimischen Gewässer verfehlen dieses Ziel bis heute“, erklärt NABU-Landesvorsitzender Maik Sommerhage.
Zukunftsprogramm für Flüsse
Neuen Schwung kann das im August 2024 in Kraft getretene EU-Wiederherstellungsgesetz bringen: Die EU-Regelung setzt konkrete Ziele zur Renaturierung geschädigter Ökosysteme. So sollen bis 2030 EU-weit mindestens 25.000 Flusskilometer durch den Rückbau von Barrieren wieder frei fließen können, damit wandernde Fischarten wie Meerforellen und Lachse wieder ungehindert in ihre Laichgebiete schwimmen können. Auch die Verbindung der Flüsse mit ihren natürlichen Auen, Feuchtgebieten und Überschwemmungsflächen soll wiederhergestellt werden, um die Artenvielfalt zu fördern. „Mit dem Wiederherstellungsgesetz wird der Gewässerschutz endlich verbindlicher“, erläutert Dr. Sybille Winkelhaus, Gewässerexpertin beim NABU Hessen. „Jetzt braucht es ein ambitioniertes Zukunftsprogramm für verbaute Flüsse, wir brauchen breite Uferstreifen als Lebensräume gefährdeter Arten und zur Filterung von Schadstoffen, wir brauchen mehr Bäume und Auwälder, die Schatten spenden und die Wassertemperatur senken.“ Die Verknüpfung von Wasserrahmenrichtlinie und Wiederherstellungsgesetz biete eine historische Chance, so der NABU: Wenn beide Instrumente entschlossen genutzt werden, können Hessens Flüsse und Bäche wieder zu lebendigen, widerstandsfähigen Ökosystemen werden – zum Nutzen von Mensch, Natur und Klima.
Intakte Flüsse für Natur- und Klimaschutz
Intakte Fluss- und Auenlandschaften wirken wie natürliche Schwämme: Sie nehmen Wasser auf und geben es langsam wieder ab. So wird Hochwasser abgeschwächt und Trockenzeiten werden besser überstanden. Auen sind außerdem wichtig für sauberes Trinkwasser und die Speicherung von klimaschädlichem Kohlenstoff. Sie kühlen die Umgebung durch Verdunstung und helfen, Hitzeperioden im Sommer abzumildern. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zum natürlichen Klimaschutz, denn sie binden Treibhausgase und stabilisieren das regionale Klima. In den Auen leben zudem viele spezialisierte Arten, die auf diesen besonderen Lebensraum angewiesen sind – darunter der Eisvogel, der Biber, Libellenarten wie die Grüne Flussjungfer sowie zahlreiche Amphibien und Wasservögel.
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