Um weitere Schritte im Veränderungsprozess der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) geht es bei der Frühjahrssynode der Landeskirche.
Vom 23. bis 25. April kommt das so genannte Kirchenparlament in der Evangelischen Tagungsstätte in Hofgeismar unter der Leitung von Präses Dr. Michael Schneider zusammen.
Neben dem Personalbericht, der von Vizepräsidentin Dr. Katharina Apel und Prälat Burkhard zur Nieden vorgestellt wird, beschäftigen sich die Synodalen mit den weiteren Entwicklungen des Reformprozesses. So geht es unter anderem um die künftige Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen (multiprofessionelle Teams) und um den Pfarrberuf der Zukunft: Ab 2029 sollen neue Pfarrpersonen ausschließlich privatrechtlich angestellt werden statt im öffentlich‑rechtlichen Dienst zu stehen. Ferner ist die Einführung eines Arbeitszeitmodells vorgesehen, um die Arbeitsbelastung im Pfarrdienst transparenter und planbarer zu machen.
Auch über die Zukunft der kirchlichen Gebäude, die Weiterentwicklung der Haushaltskonsolidierung und die Überarbeitung der Grundordnung („Verfassung“) der EKKW werden die Synodalen beraten sowie aktuelle Informationen zum Thema sexualisierte Gewalt erhalten. Unter dem Titel „Schreib die Welt nicht ab, schreib sie um“ gibt die Präsidentin von Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe, Dr. Dagmar Pruin, einen Bericht über die Arbeit der Hilfsorganisation Brot für die Welt.
Die Frühjahrstagung der Landessynode wird am 23. April um 10 Uhr mit einem von Bischöfin Dr. Beate Hofmann geleiteten Gottesdienst in der Brunnenkirche eröffnet und ab 11.30 Uhr live auf der Homepage der Landeskirche www.ekkw.de übertragen.
Hintergrundinformationen
Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) mit Sitz in Kassel ist eine von 20 Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Der EKKW gehören annähernd 665.000 Menschen in rund 550 Gemeinden an. Das Gebiet der Landeskirche erstreckt sich von Bad Karlshafen im Norden bis zum Frankfurter Stadtteil Bergen-Enkheim im Süden, vom Waldecker Upland im Westen bis zum im Freistaat Thüringen gelegenen Kirchenkreis Schmalkalden.
Landessynode: Das sind ihre Aufgaben und Kompetenzen
Die Landessynode besitzt herausragende Kompetenzen: Sie hat in allen kirchlichen Fragen die letzte Entscheidung. Die geistliche und rechtliche Leitung der Landeskirche teilt sie mit dem Bischof / der Bischöfin, den Pröpstinnen und Pröpsten, dem Rat der Landeskirche und dem Landeskirchenamt. Alle anderen Leitungsorgane sind der Landessynode verantwortlich. Die Synode wählt den Bischof / die Bischöfin und entsendet aus ihrer Mitte den Rat der Landeskirche. Sie erlässt Gesetze, verabschiedet den Haushalt und schafft so die Grundlagen für das rechtliche Leben der Landeskirche.
So setzt sie sich zusammen
Der aktuellen, 14. Landessynode gehören 78 Mitglieder an; dabei sind die Nicht-Theologen in der Mehrheit. Das Gros der Mitglieder wird direkt von den Synoden der 14 Kirchenkreise für sechs Jahre gewählt. Hinzu kommen von Amts wegen die Bischöfin, die Vizepräsidentin als juristische Stellvertreterin und der Prälat als theologischer Stellvertreter, die Pröpstinnen und Pröpste sowie die Leitung des Evangelischen Studienseminars. Der Rat der Landeskirche beruft zwölf weitere Mitglieder der Landessynode, von denen mindestens acht Laien sein müssen. Bei deren Berufung sollen laut Grundordnung „die für den Dienst der Kirche in der Welt wichtigen Kräfte“ vertreten sein.
So oft tagen die Synodalen
Die Landessynode tagt in der Regel zweimal im Jahr: im Frühjahr und in der Woche vor dem 1. Advent. Die Amtszeit der 14. Landessynode hat am 5. Mai 2022 begonnen; sie endet im Frühjahr 2028. Präses (Vorsitzender) ist Dr. Michael Schneider aus Schlüchtern. Erste Beisitzerin ist Dr. Isabel Schneider-Wölfinger (Espenau), zweiter Beisitzer ist Pfarrer Kristof Weisheit (Edermünde-Besse).
Weitere Informationen rund um die Synode gibt es unter www.ekkw.de/kirche/synode.
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