Das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt als Obere Wasserbehörde veröffentlicht einmal im Jahr eine Wasserbilanz für Südhessen.
Die Auswertung erfolgt für die einzelnen Kommunen, für die jeweiligen Landkreise sowie für den Regierungsbezirk Darmstadt insgesamt. Der tägliche Wasserverbrauch der Bürger und Bürgerinnen hat sich leicht erhöht: Betrug der Verbrauch 2023 120 Liter pro Person, ist er 2024 um einen Liter auf 121 Liter gestiegen.
In den zehn südhessischen Landkreisen lag der durchschnittliche Verbrauch pro Einwohner und Tag 2024 bei rund 117 Litern. In den kreisfreien Städten Darmstadt, Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden wurden im Durchschnitt rund 131 Liter pro Tag und Einwohner verbraucht. Der hohe Pro-Kopf-Verbrauch in den Stadtgebieten liegt darin begründet, dass sich dieser aus dem Gesamtverbrauch einer Kommune und den dort gemeldeten Einwohnern errechnet. Pendelnde, Studierende, Schulkinder und sonstige Besucherinnen und Besucher, die an Arbeits- und Ausbildungsplätzen, in Hotels und zum Beispiel auf Messeveranstaltungen ebenfalls Wasser verbrauchen, sorgen für einen höheren Verbrauch in den Städten als im ländlichen Raum.
Da die Einwohnerzahlen aufgrund des Zensus 2022 in vielen Regionen teilweise erheblich nach unten korrigiert wurden, entsteht eine geringere Bezugsgröße, was rechnerisch zu einem höheren Verbrauch pro Kopf führt. Daher ist der Anstieg des täglichen Wasserverbrauchs eher ein statistisches Phänomen als eine tatsächliche Zunahme des Bedarfs.
Bei der Beurteilung der Wasserverluste müssen die Art der Wasserversorgung (zum Beispiel vollständige Eigenversorgung durch eigene Gewinnungsanlagen im Gegensatz zur Fremdversorgung durch Versorgungsverbände) und die Länge des Leitungsnetzes ins Verhältnis gesetzt werden. Größere Leitungsnetze weisen systembedingt höhere Wasserverluste auf als kleine Netze. Bei den Wasserverlusten handelt es sich außerdem nicht nur um Rohrnetzverluste, sondern auch um sogenannte „unechte“ Verluste, bedingt beispielsweise durch Netzspülungen, Verbräuche der Feuerwehr oder Zapfstellen in den Kommunen.
Die Sicherstellung der Wasserversorgung obliegt gemäß den Kommunen im Rahmen ihrer Daseinsvorsorge als Aufgabe der Selbstverwaltung. Dazu gehört auch, die Wasserverluste in ihren Einrichtungen regelmäßig zu ermitteln und diese so gering wie technisch möglich zu halten. Grundlage der Wasserbilanz sind die Angaben der Kommunen oder der von ihnen beauftragten Verbände. Zu den Verlusten, den kommunalen Eigenbedarfen und zur Abgabe an die Industrie/Gewerbe teilen die Kommunen oftmals Schätzwerte mit oder können keine Angaben machen. Die Daten, die aus der Wasserbilanz entnommen werden können, sind demnach abhängig von der Genauigkeit der Angaben der einzelnen Kommunen.
Hintergrund
Das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt ist die Obere Wasserbehörde in Südhessen. Zu ihren Aufgaben zählen sowohl die Genehmigung und Überwachung von Grundwasserentnahmen für die öffentliche und industrielle Wasserversorgung sowie die landwirtschaftliche Beregnung, als auch die Festsetzung von Wasserschutzgebieten und die Umsetzung der seit 2023 geltenden Trinkwasser-Einzugsgebiete-Verordnung.
Zur Wasserbilanz: https://rp-darmstadt.hessen.de/sites/rp-darmstadt.hessen.de/files/2026-03/internetversion_wasserbilanz_2024.pdf
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