Mauersegler sind nicht nur beneidenswerte Akrobaten der Lüfte, sondern auch beeindruckende Vielflieger.
Jetzt kehren sie nach und nach aus ihrer langen Winterpause im südlichen Afrika zurück nach Hessen, um hier die insektenreiche Zeit des Frühlings und Sommers zum Brüten zu nutzen. „Mauersegler begeistern viele Menschen und gehören zum Frühling einfach dazu. Leider wird es für sie immer schwerer, ihre Jungen erfolgreich großzuziehen. Es fehlt immer mehr an nahrhaften Insekten und leider auch an geeigneten Nistplätzen“, erklärt Maik Sommerhage, Landesvorsitzender des NABU Hessen. Deshalb bittet der NABU Hessen darum, die wendigen Flugkünstler bestmöglich zu unterstützen.
Mutige Flugkünstler brauchen Wohnraum
Viele Mauersegler brüten alljährlich in frei anfliegbaren Hohlräumen an Gebäuden und machen mit ihren lauten, schrillen „srih -shriiiih“- Rufen und rasanten Gruppenformationsflügen auf sich aufmerksam. Die Lebenskünstler gehören zu den geschützten Tierarten, auch ihre Nester sind geschützt. „Da die Nistplätze von außen nicht sichtbar sind und meist nur beim Ein- und Ausflug der Vögel erkannt werden, gehen bei Sanierungs- und Bauvorhaben immer wieder Brutplätze verloren. Dabei gibt es inzwischen zahlreiche gut durchdachte Möglichkeiten, um Nistplätze für Mauersegler an Gebäuden bereitzustellen. Damit ist der Schutz der emsigen Insektenjäger ohne großen Aufwand möglich“, berichtet der NABU-Ornithologe Bernd Petri. Es gibt eine Vielzahl an Niststeinen oder -kästen, die bei Fassadenrenovierungen, Dacharbeiten oder beim Neubau in die Häuser integriert werden können. Auch selbst gefertigte Holznistkästen, die an geeigneten Stellen, wie Dach- oder Mauerüberständen in mindestens sechs Metern Höhe, angebracht werden, dienen dem Mauersegler als Nisthöhle. Neben dem Mangel an geeigneten Nistplätzen macht aber auch der Insektenschwund den Mauerseglern schwer zu schaffen. „Wer Mauerseglern wirklich helfen möchte, sollte also auch unbedingt auf einen naturnahen und insektenfreundlichen Garten achten. Das sorgt für ausreichend Kraftfutter, um den Mauerseglernachwuchs zu versorgen“, rät Petri.
Vielflieger unter Termindruck
Mauersegler verbringen fast ihr gesamtes Leben – bis zu 21 Jahre – in der Luft. Wer nicht brüten oder füttern muss, steigt abends in höhere Luftschichten auf und bleibt über Nacht dort. Ob Nahrung oder Nistmaterial, alles wird in der Luft gejagt oder gesammelt. An ihren luftigen Lebensraum sind Mauersegler durch lange und schlanke Flügel hervorragend angepasst. Bei ihren abendlichen Flugspielen erreichen sie Geschwindigkeiten von bis zu 200 km/h. Die geschickten Flieger sind Weitstreckenzieher, die südlich der Sahara überwintern und im Frühling zum Brüten nach Norden ziehen. Nach einer kurzen Brut- und Aufzuchtzeit beginnt der Wegzug dann bereits ab Mitte Juli, hauptsächlich aber Anfang August. „Es bleibt ihnen also nicht viel Zeit, um ihre Jungen fit für die große Reise zu machen. Da können ungünstige Ereignisse wie kalte, verregnete Sommer, in denen nicht viele Mauersegler-Küken überleben schon verheerende Auswirkungen haben. Umso wichtiger ist es also, dass Mauersegler bei uns möglichst optimale Lebensbedingungen vorfinden“, erläutert Petri.
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