Anlässlich der Rentenanpassung zum 1. Juli 2014 äußerte sich der Landesvorsitzende des Sozialverbands VdK Hessen-Thüringen, Karl-Winfried Seif, kritisch zur Rentenpolitik.
„Die Mini-Erhöhungen in Höhe von 1,67 Prozent im Westen und 2,53 im Osten sind nicht geeignet, die zunehmende Altersarmut zu stoppen“, sagt Seif. „In den letzten zehn Jahren hatten wir drei Nullrunden und bis auf 2009 und 2012 nur Mini-Rentenerhöhungen unterhalb der Inflationsrate. Da ist die Kaufkraft der Rentner kontinuierlich gesunken.“
Die Zahl der Grundsicherungsempfänger im Alter hat im selben Zeitraum massiv zugenommen. Von 2003 bis 2012 stiegen die Zahlen in Deutschland von knapp 257.000 auf 464.000, in Hessen von 23.000 auf 41.000 und in Thüringen von 3.000 auf 5.000. „Diese starke Zunahme belegt, dass immer mehr alte Menschen nicht von ihrer Rente leben können und auf staatliche Unterstützung angewiesen sind“, sagt Seif.
Um diesen Trend zu stoppen, fordert der Sozialverband VdK Hessen-Thüringen eine Kurskorrektur in der Rentenpolitik. „Die bis 2030 geplante Absenkung des Rentenniveaus auf 43 Prozent muss gestoppt werden“, fordert der VdK-Landesvorsitzende. „Bei 50 Prozent des durchschnittlichen Nettolohns ist der kritische Wert erreicht.“ Kürzungsfaktoren in der Rentenformel wie der Nachhaltigkeitsfaktor müssten ebenfalls abgeschafft werden.
„Immer mehr alte Menschen sind auf private Lebensmittelspenden angewiesen. Das darf nicht zur Normalität werden, Altersarmut muss bekämpft werden“, sagt Karl-Winfried Seif. „Eine zentrale Maßnahme ist, dass die Renten wieder parallel zu den Löhnen steigen.“
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