„Soziale Verantwortung scheint für die hessischen Arbeitgeber des Groß- und Außenhandels frei ‚delegierbar‘ zu sein, erklärt ver.di in einer Pressemitteilung.
„Soziale Verantwortung scheint für die hessischen Arbeitgeber des Groß- und Außenhandels frei ‚delegierbar‘ zu sein, erklärt ver.di in einer Pressemitteilung.
Wie sonst lasse sich erklären, dass sie die Tarifforderung der ver.di nach überdurchschnittlicher Erhöhung der unteren Einkommen mit der zynischen Bemerkung quittierten: ‚Für eine soziale Komponente gibt’s Sozialämter‘“, berichtet Bernhard Schiederig, Landesfachbereichsleiter Handel der ver.di Hessen und Verhandlungsführer seiner Gewerkschaft für die ca. 110.000 Beschäftigten im hessischen Groß- und Außenhandel: „Darüber hinaus vertraten sie anfangs auch die Auffassung, die Ausbildungsvergütungen bräuchten in Hessen überhaupt nicht angehoben zu werden, weil diese bundesweit an der Spitze rangierten. Offensichtlich verstehen die Arbeitgeber nicht, wie eng die Bezahlung der Azubis mit der Attraktivität der Branche bei der Berufswahl und Perspektive junger Leute verknüpft ist.“
Demgegenüber begründete ver.di ihre Forderung nach einer Erhöhung der Gehälter und Löhne um 5,5 Prozent, mindestens 140 Euro, mit der außerordentlich guten Wirtschaftsentwicklung im Großhandel. Sie führte 2014 zu Gewinnen nach Steuern von 22,9 Milliarden Euro, das heißt zu einer Steigerung seit 2000 um 129 Prozent. „Solche Erfolge fallen nicht vom Himmel, sondern werden von den Kolleginnen und Kollegen unter höchst flexiblen, zunehmend stressigen und harten Bedingungen erarbeitet“, so Bernhard Schiederig weiter. „Und spürbar höhere Ausbildungsvergütungen sind schon deshalb gerechtfertigt, da viele Auszubildende beim Beginn ihrer Lehre heute besser qualifiziert und deutlich älter sind als früher. Sie sollen mit der Ausbildungsvergütung einen Teil ihres Lebensunterhalts bestreiten können, ohne den Eltern vollends auf der Tasche liegen oder nebenbei noch einen Minijob annehmen zu müssen.“
Die Tarifverhandlungen wurden auf den 2. Juli 2015 vertagt.
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