Sudetendeutsche tagen im Schatten des Wetzlarer Domes

Hessen

Dass die Landesgruppe Hessen der Sudetendeutschen Landsmannschaft eine Vorstandssitzung auf den Hessentag legt, ist schon gute Tradition.

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Gute Tradition ist es auch, dass ein Repräsentant der gastgebenden Stadt zur Vorstandssitzung eingeladen wird. Dass gerade Stadtrat Harald Semmler der Einladung von Landesobmann Alfred Herold gefolgt war, hatte guten Grund: seine Frau besitzt sudetendeutsche Wurzeln. Zur Erinnerung an sein Kommen erhielt er aus der Hand des Landesobmannes eine Dokumentation über das 4. SL-Landestreffen im Jahre 1989 in Wetzlar und den Heimatatlas „Ostdeutschland“.

Über die Entstehung des Hessentages wusste Alfred Herold zu berichten, dass am Anfang einer der sudetendeutschen Hessentage stand, die in den 50er Jahren in Frankfurt am Main abgehalten wurden. Von der Ehrentribüne aus sahen der damalige Ministerpräsident, Dr. Georg August Zinn gemeinsam mit den BHE-Ministern Gustav Hacker und Gotthard Franke dem Umzug zu. Die große Beteiligung und die Vielfalt der in Trachten gekleideten Gruppen werteten sie als Zeichen zur Erhaltung der Identität der Volksgruppe. So entstand damals die Idee eines Landesfestes mit identitätsstiftender Wirkung. “Heute wird die gelungene Integration bei jedem Hessentag hervorgehoben“ so Herold.

Der Landesobmann wies darauf hin, dass in Wetzlar, drei wichtige Mitarbeiter der Landsmannschaft wirkten. Neben den ehemaligen stellvertretenden Landsobmännern Karl Grüner und Max Mura, war es der Musikpädagoge und Volkskundler Edgar Hobinka, der es schließlich erreichte, dass Wetzlar eine „Patenschaft für das Ostdeutsche Lied“ übernahm. Dieses Jahr feiert sie bereits ihr 50-jähriges Bestehen. Ihr Archiv verfügt über etwa 1 600 Liederbücher und eine Vielzahl von Liederblättern. Die Liedsuchdatei, die nach Liedanfängen aufgebaut ist, umfasst beinahe 63 000 Liedtiteleinträge. Über die Geschäftsstelle im Rathaus kann auch das beliebte Liederbuch „Brücke zur Heimat“ erworben werden.

Großveranstaltungen, wie der Hessentag, bieten eine gute Werbeplattform. Ein Informationsstand in der Halle 4 fungiert als SL/BdV-Informationszentrum. Rosemarie Kretschmer und Manfred Hüber hatten für „sachkundige“ Standbesatzung gesorgt. Bei unseren Veranstaltungen beim Hessentag 2013 in Kassel, wird Reinhard Weinert die in diesem Jahr gewonnenen Erfahrungen umsetzen.

Der Sudetendeutsche Tag in Nürnberg war, wie der Landesobmann berichtete, mit 10.000 Teilnehmern wieder eine gelungene Veranstaltung. Die Anwesenheit von besonders vielen Medienvertretern aus der Tschechischen Republik fiel wieder auf. Die meisten berichteten positiv. Manfred Hüber bemerkte, dass in der „Wetzlarer Neuen Zeitung“ die Ansprache von Bernhard Goldhammer zustimmend erwähnt wurde.

Landesvermögensverwalter Frank Dittrich wird den Beitragseinzug demnächst abschließen. Markus Harzer steckt schon mitten in den Planungen für die Landeskulturtagung im November in Wiesbaden. Er hat vor, das Tagungsprogramm um einen Besuch des dortigen „Karlsbader Archivs und Museums“ zu erweitern.

Frank Dittrich ist hocherfreut, dass die JMG-Wanderreisen rund um das Sudetenland, von Jahr zu Jahr mehr Zuspruch finden. Ende Juli geht es nach Aussig. Die Reise war frühzeitig „ausgebucht“. Da die Nachfrage noch anhält, besteht sogar eine Warteliste.

Schließlich warb der Landesobmann Alfred Herold noch für den Besuch des „Zentralen Tag der Heimat“ im Schloss Biebrich, der Landeskulturtagung in Wiesbaden, der JMG-Tagung in Bad Nauheim und der 1200-Jahr-Feier der Stadt Lauterbach, bei der sich die sudetendeutschen Heimatvertriebenen mit einer eigenen Gedenkveranstaltung beteiligen.

Foto (von links): Landesobmann Alfred Herold, Stadtrat Harald Semmler.

 


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