Verschollene Fischart Schneider in Südhessen angesiedelt

Hessen

Von wenigen Ausnahmen abgesehen, galt sie lange Zeit in Hessen als ausgestorben, die Fischart Schneider.

Interkulturelle Wochen im Main-Kinzig-Kreis

Seinen Namen verdankt der Fisch, der bereits 1782 die wissenschaftliche Bezeichnung Alburnoides bipunctatus erhalten hat, einer doppelten schwarzen Seitenlinie entlang des Körpers, die einer Nähnaht aus dem Schneiderhandwerk gleicht. Noch vor 100 Jahren, so berichtet das u.a. auch für die Wiederansiedlung von Fischen im Regierungsbezirk Darmstadt zuständige Regierungspräsidium Darmstadt, war die Art im Einzugsgebiet von Rhein und Main weit verbreitet. Doch sorgten vor allem die Gewässerverschmutzung, der Sohl- und Uferverbau sowie der Bau von Wehren und Staustufen für das Verschwinden dieser Art.

Nach den Worten von Regierungspräsident Johannes Baron soll sich dies ändern, der „Schneider“ soll wieder heimisch werden. In einer länderübergreifenden Kooperation mit den Fischereiverwaltungen des Regierungspräsidiums Karlsruhe und der Strukturgenehmigungsbehörde in Neustadt a. d. Weinstraße sowie in Zusammenarbeit mit dem Verband Hessischer Fischer e.V. werden seit 2009 „Schneider“ in geeigneten Fließgewässern Südhessens eingesetzt. So beispiels-weise in die Kinzig bei Wächtersbach/Main-Kinzig-Kreis und die Nidda bei Bad Vilbel-Dortelweil/Wetteraukreis.

„Unsere Bemühungen haben bereits erste Erfolge gezeigt“, so Regierungspräsident Johannes Baron. „Die eingebrachten „Schneider“ in der Nidda haben sich schon mehrfach fortgepflanzt und sind auf einem guten Weg eine eigene, stabile Population zu bilden“, erläutert der Regierungspräsident die Wiederansiedlungsmaßnahme. Die eingesetzten „Schneider-Fische“ stammen aus stabilen Populationen des Rheineinzugsgebiets in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Die Besatzmaßnahme und die Auswahl potentieller Besatzgewässer werden durch ein Fachbüro wissenschaftlich begleitet. Zusätzlich zur Nidda und Kinzig wurden in diesem Jahr erstmals auch mehrere hundert Tiere bei Sinntal-Altengronau/Main-Kinzig-Kreis in der hessischen Sinn im Spessart ausgesetzt. „Wir sind zuversichtlich, dass die „Schneider-Fische“ auch dort schnell heimisch werden und das Wiederansiedlungsprojekt ein voller Erfolg wird zur Wiederherstellung der ehemaligen Fischfauna Hessens“, sagte Regierungspräsident Johannes Baron.

 


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