Beinahe wäre sie dem Leiden im Circus Carl Busch entkommen, doch dann wird Maschibi vom Zirkuspersonal mit Schlägen in den grausamen Zirkus-Alltag zurückgedrängt.
Beinahe wäre sie dem Leiden im Circus Carl Busch entkommen, doch dann wird Maschibi vom Zirkuspersonal mit Schlägen in den grausamen Zirkus-Alltag zurückgedrängt.
Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. hat heute das schockierende Video über den Ausbruch des Elefanten veröffentlicht, der sich am vergangenen Donnerstag in Frankfurt am Main ereignete. Da die afrikanische Elefantendame Maschibi mit Gewalt in das unzureichende Gehege zurückgetrieben wurde, erhebt die Organisation schwere Vorwürfe wegen Tierquälerei gegen die Zirkusverantwortlichen. Recherchen von PETA zufolge verstößt der Zirkus bei der Elefantenhaltung permanent gegen die behördlichen Mindestanforderungen – auf ihrer Internetseite führt die Organisation eine umfangreiche Chronik darüber. PETA fordert das städtische Veterinäramt dazu auf, ein Bußgeld gegen den Zirkus zu verhängen, und appelliert zudem an den Frankfurter Stadtrat, ein Verbot von Wildtieren im Zirkus für öffentliche Flächen zu beschließen. Zahlreiche Städte, darunter Bonn, Nidda oder Hofheim im Taunus, haben ein solches Verbot bereits umgesetzt.
„Der erneute Ausbruch zeigt, dass die Elefanten einfach nur ihrem elenden Leben im Zirkus entkommen wollen“, sagt Diplom-Zoologe Peter Höffken, Wildtier-Experte bei PETA. „Durch die permanente Kettenhaltung, die Schläge und die Reisestrapazen in winzigen Gehegen leiden die Elefanten bei Circus Carl Busch an deutlichen Verhaltensstörungen. Es ist ein Skandal und ein Versagen der Bundesregierung, dass die Haltung von Elefanten im Zirkus noch immer erlaubt ist.“ Weil die Elefanten immer wieder nächtelang auf dem Zirkustransporter ausharren mussten – teilweise bei eiskalten Temperaturen wurde der Zirkus Ende 2010 auf Betreiben der Veterinärbehörden in Wiesbaden und Darmstadt, zu Bußgeldern verurteilt. Im November 2011 zeigte PETA dem Stuttgarter Veterinäramt die mangelhafte Gehegeausstattung des Zirkus an.
PETA fordert ein Verbot der Haltung von Elefanten und anderen Wildtieren in Zirkusbetrieben. Die harten Zirkusbedingungen zehren Elefanten körperlich und seelisch aus, wodurch sich ihre Lebenserwartung um fast die Hälfte reduziert. Während ihre Artgenossen in freier Natur in der Regel 60 Jahre alt werden, erreicht kaum ein Elefant im Zirkus ein Alter von 45 Jahren – mit nur 25 Jahren verstarb 2005 Elefant Macombe bei Circus Carl Busch.
Die Bundestierärztekammer spricht sich mittlerweile ebenso für ein Wildtierverbot im reisenden Zirkus aus wie auch die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland. Drei repräsentativen Umfragen von 2010 und 2011 zufolge finden rund zwei Drittel der Befragten Wildtiere im Zirkus nicht mehr zeitgemäß. Bereits 2003, und nochmals Ende November 2011, hat der Bundesrat in zwei Entschließungsanträgen ein grundsätzliches Verbot von Wildtieren im Zirkus gefordert. Die Bundesregierung hat die Entschließungen bis heute nicht umgesetzt – im Gegensatz zu 14 anderen europäischen Ländern, die bereits Einschränkungen bezüglich der im Zirkus genehmigten Tierarten erlassen haben. Zuletzt hat Griechenland in diesem Jahr ein Verbot von Tieren in Zirkusbetrieben beschlossen.
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