Vor zehn Jahren, legte die Hartz-Kommission ihr Reformkonzept vor – ein Jubiläum, das für Udo Schlitt, den Vorsitzenden des Sozialverbands VdK Hessen-Thüringen, kein Grund zur Freude ist.
Vor zehn Jahren, legte die Hartz-Kommission ihr Reformkonzept vor – ein Jubiläum, das für Udo Schlitt, den Vorsitzenden des Sozialverbands VdK Hessen-Thüringen, kein Grund zur Freude ist.
„Statt die Situation von Arbeitssuchenden, insbesondere Langzeitarbeitslosen, zu verbessern, hat sich der Arbeitsmarkt verschlechtert“, so Schlitt. „Es ist ein riesiger Niedriglohnsektor entstanden, in dem mittlerweile über 6 Millionen Menschen arbeiten. 1,3 Millionen Menschen erhalten Hartz IV, obwohl sie arbeiten. Hier subventioniert der Staat auch noch Armutslöhne – ein Skandal.“ Arbeitslosigkeit und Beschäftigung im Niedriglohnsektor führten im Alter zu Armutsrenten und Altersarmut, betonte der VdK-Landesvorsitzende von Hessen und Thüringen.
Bedrückend, so Schlitt, sei die Situation der 1,7 Millionen Kinder im Hartz IV-Bezug. „Die Regelsätze für Kinder und Jugendliche sind einfach zu gering bemessen. Das Bildungs- und Teilhabepaket kommt bei den Betroffenen nicht an, sondern ist ein bürokratisches Monster.“ Die Geburt eines Kindes sei in Deutschland zum Armutsrisiko geworden. 40 Prozent aller Alleinerziehenden sind Hartz-IV-Empfänger.
Der VdK-Landesvorsitzende von Hessen und Thüringen kritisierte auch die großen Einsparungen bei den Eingliederungsmaßnahmen für Hartz-IV-Bezieher. „Die Sparbeschlüsse von 2010 haben dazu geführt, dass die Eingliederungsleistungen für Hartz-IV-Bezieher 2011 um 25 Prozent und 2012 noch einmal um 17 Prozent gekürzt wurden.“ Fördern sehe für ihn anders aus, so Schlitt, der damit auf das Motto der Hartz-Reformen, „Fordern und Fördern“, Bezug nahm.
Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de