Im hessischen Handwerk sind zum 31. Oktober 2014 insgesamt 10.253 neue Lehrverträge eingetragen worden.
„Die 76.000 hessischen Handwerksbetriebe bleiben somit stärkster Ausbilder der mittelständischen Wirtschaft“, so Bernd Ehinger, Präsident der Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Handwerkskammern. Mit einer Ausbildungsquote von über 8 Prozent bilde das Handwerk nach wie vor stärker aus als jeder andere Wirtschaftsbereich. „Damit nehmen unsere Betriebe auch ihre gesellschaftliche Verantwortung für die Zukunft junger Menschen wahr“.
Ehinger machte in diesem Zusammenhang deutlich, dass es im hessischen Handwerk keinen Lehrstellenmangel, sondern einen Bewerbermangel gebe. Aktuell befinden sich in den Lehrstellenbörsen der drei hessischen Handwerkskammern zahlreiche freie Lehrstellen, in vielen Gewerken, zum Beispiel im Nahrungsmittelhandwerk, sei der Nachwuchsmangel enorm. Ehinger: „Für viele Handwerksbetriebe wird es immer schwieriger, offene Lehrstellen mit geeigneten Bewerbern zu besetzen.“ Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels seien weiterhin mangelnde Berufsorientierung in den Schulen und der gesellschaftliche Trend des „Akademisierungswahns“ größte Probleme.
Mehr Abiturienten im Handwerk
„Das Problem ist hausgemacht. In unserer Gesellschaft dominiert das Bestreben, Kinder auf eine höhere Schule und zum Studium zu schicken. So gerät die Ausbildung im dualen System ins Hintertreffen“, bemerkte Ehinger. Die „Akademisierung“ vieler Bereiche sei fatal. Vor allem das Handwerk brauche Schulabsolventen mit guten Haupt- und Realschulabschlüssen und natürlich auch Abiturienten, die sich für eine Ausbildung, statt für ein Studium entscheiden. Ehinger zeigte sich erfreut, dass mehr Abiturienten eine Ausbildung im Handwerk beginnen. So hätten 2003 lediglich 4,3 Prozent aller Ausbildungsanfänger über Abitur oder Fachhochschulreife verfügt. 2013 seien es bereits knapp 10 Prozent gewesen.
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