Berlin – dort zu leben und zu arbeiten ist der Traum von Gül-Deniz Dinelt.
Berlin – dort zu leben und zu arbeiten ist der Traum von Gül-Deniz Dinelt.
Ihre braunen Augen strahlen, wenn die 24-jährige von ihrem bevorzugten Einsatzort spricht. Bis es soweit ist, absolviert sie eine kooperative Ausbildung zur Hotelfachangestellten im Arcadia Hotel in Hanau. Kooperativ bedeutet, dass sie neben Arbeit und Berufsschule einen Tag in der Woche zu einem Bildungsträger geht, der sie bei ihrer Ausbildung begleitet und unterstützt. Möglich gemacht hat dies Kerstin Franz, Arbeitsvermittlerin beim Kommunalen Center für Arbeit – Jobcenter. „Frau Dinelt ist eine aufgeweckte und motivierte junge Frau“, so Franz, „aber sie hat im Arbeitsmarkt nicht richtig Fuß gefasst und brauchte Orientierungshilfe“. Die Deutsch-Türkin hatte nach ihrem Realschulabschluss diverse Praktika absolviert und war mehrere Jahre in der Systemgastronomie geringfügig beschäftigt. Eine dauerhafte Perspektive auf ein Leben ohne staatliche Transferleistungen erschloss sich ihr so nicht. Mit Blick auf die berufliche Vorgeschichte im Gaststättengewerbe nahm Arbeitsvermittlerin Franz Kontakt zum Arcadia Hotel in Hanau auf. Dessen Geschäftsführer Markus Scheuenstuhl hatte bereits einem Jugendlichen aus dem Arbeitslosengeld-II-Bezug eine Chance gegeben. „Ein lückenloser Lebenslauf oder die Noten im Abschlusszeugnis sind nicht alles, worauf es ankommt“, so Scheuenstuhl, viel wichtiger seien Freundlichkeit, sicheres Auftreten und Einsatzwillen. „Frau Dinelt bringt das alles mit, sie macht sich super“, lobt der Chef. In der Hotellerie sind schwierige Arbeitszeiten die Regel, aber daran hat sich die Hanauerin schnell gewöhnt. Den Kontakt mit internationalen Hotelgästen findet sie interessant: „Ich gehe gerne mit Menschen um, das macht für mich den Reiz dieses Berufes aus.“
„Wir wissen aus Gesprächen mit dem Hotel- und Gaststättenverband, dass in der Branche extremer Fachkräftemangel herrscht“, so Michael Krumbe, Vorstand Jobcenter des KCA. Er sieht daher gerade im sogenannten HoGa-Bereich exzellente Möglichkeiten für arbeitslose Menschen. Besonders Leistungsempfänger unter 25 Jahren liegen dem Jobcenter-Chef am Herzen: „Wenn junge Menschen den Berufsstart verpatzen, droht generationsübergreifende Arbeitslosigkeit, deswegen tragen wir in diesen Fällen besondere Verantwortung.“ Im Fall von Gül-Deniz Dinelt hat sich der Einsatz gelohnt. Sie ist inzwischen im zweiten Lehrjahr. Demnächst steht auch ein Einsatz in einem anderen Haus des Arcadia-Konzerns an. Und nach der Ausbildung? Ihr Wunschziel behält sie fest im Blick – Berlin.
Foto: Auch der Thekendienst an der Hotelbar zählt zu den Aufgaben Gül-Deniz Dinelt (mitte) im Arcadia-Hotel Hanau, neben ihr Geschäftsführer Markus Scheuenstuhl und Arbeitsvermittlerin Kerstin Franz.
Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de