Ausstellung „Befreiende Kunst“ eröffnet

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Überwiegend farbenprächtige, nur teilweise düstere Gemälde sind im Main-Kinzig-Forum derzeit zu sehen.

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Das dürfte für die meisten Besucherinnen und Besucher bei der Vernissage zunächst irritierend gewesen sein. Denn erstellt wurden die Bilder und einzelnen Gedichte von Frauen und Kindern mit Gewalterfahrung. „Gewalt gegen Frauen ist leider auch heute noch ein tägliches Phänomen. In dieser Ausstellung erhält ein größeres Publikum einen Zugang dazu. Kunst kann eben befreiend, helfend und gleichermaßen augenöffnend wirken“, sagte Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler zur Eröffnung, die mit 80 Gästen überaus gut besucht war und zu der die Sängerinnen und Sänger von „Chortissimo“ aus Bleichenbach für die musikalische Unterhaltung sorgten.

Simmler schloss mit ihrem Grußwort ans Motto der Ausstellung an: „Befreiende Kunst“. Die ausgestellten Werke entstanden in den vergangenen fünf Jahren im Altenhaßlauer Atelier der Künstlerin Sabine Räbiger. Dort haben Frauen und Kinder, die im Frauenhaus Wächtersbach Zuflucht finden, im Rahmen des Projekts „Kunst-Oase“ die Möglichkeit, sich künstlerisch zu betätigen, in der Kunst eine willkommene Abwechslung zu erfahren und eine neue Ausdrucksform für sich zu entdecken.

Ums Wortefinden und den nonverbalen Ausdruck ging es bei der Vernissage auch den Rednerinnen. Lea Kircher und Brigitte Machnitzke berichteten aus der Perspektive des Frauenhauses und der Betroffenen, Sabine Räbiger aus Künstlerinnen-Sicht über die Chancen, die Kunst in den Extremsituationen bietet, in denen sich die Frauen und Kinder wiederfinden. Traumata und traumatische Erlebnisse ließen sich durch Besuche des Ateliers alleine nicht verarbeiten. „Malen ist aber eine Methode, diesen Prozess anzustoßen und zu begleiten“, sagte Räbiger.

Besonders beeindruckend weil aus erster Hand konnte dies Elke Hohmann bestätigen. Sie war einst selbst Betroffene. „Es ist hilfreich, mit weiteren Frauen zusammen zu sein, um sich zu unterstützen und einen Neustart zu wagen“, erinnerte sie sich. Sie habe über das Projekt „Kunst als festen Bestandteil meines Lebens entdeckt“. Bis zum heutigen Tage packe sie die Malutensilien aus und lege los, wenn ihr danach ist, gerade auch dann, wenn es ihr nicht so gut gehe. Erste Kreisbeigeordnete Susanne Sinmler bedankte sich bei den Organisatoren der Ausstellung. „Das Thema Gewalt an Frauen gehört in die Öffentlichkeit. Das schafft diese Ausstellung, und sie kann vielleicht jene ermuntern sich Hilfe zu holen, die heute noch in ihren heimischen vier Wänden im Verborgenen leiden“, sagte Simmler. Sie sagte dem Frauenhaus Wächtersbach weiterhin die Unterstützung durch den Main-Kinzig-Kreis zu. In der Einrichtung kommen jedes Jahr rund 40 Frauen mit 50 Kindern unter. Machnitzke bedankte sich ihrerseits, auch für die vom Main-Kinzig-Kreis in Gang gesetzten Sanierungsmaßnahmen am Frauenhaus.

Um den Geschichten der Frauen hinter den Kunstwerken eine Stimme zu geben, werden bei einem Lesenachmittag am Sonntag, 14. April, um 16 Uhr im Main-Kinzig-Forum Auszüge aus den Biografien der Frauen vorgetragen, unterstützt durch das Frauennetzwerk „aristanet“. Eine kostenlose Führung durch die Ausstellung bietet das Frauenhaus für Mittwoch, 17. April, um 17 Uhr im Main-Kinzig-Forum an. Die Ausstellung kann zu den üblichen Öffnungszeiten der Kreisverwaltung besichtigt werden.

Foto: Eröffneten gemeinsam die Ausstellung „Befreiende Kunst“ (von links): Künstlerin Sabine Räbiger, Brigitte Machnitzke und Lea Kircher (Frauenhaus Wächtersbach), Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler, Evelyn Wenzel-Rupprecht (früher Mitarbeiterin im Frauenhaus Hanau) und Elke Hohmann.

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