Biografien von 26 Frauen mit Fluchthintergrund

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Die außergewöhnliche und sehr persönliche Ausstellung „Bewegte Frauen“ über 26 Frauen aus dem Kreisgebiet, die tiefe Einblicke in ihre individuellen Flucht- und Migrationsgeschichten geben, war im März bereits für ein paar Tage für die Öffentlichkeit zugänglich.

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Dann folgte der pandemiebedingte „Lockdown“. Nun kann die Wanderausstellung ihre Reise durch die Region fortsetzen: Wer sie sich ausleihen möchte, kann sich dazu an das Büro für interkulturelle Angelegenheiten wenden.

Befragt wurden für die Biografie-Ausstellung Frauen aus der Region, die sowohl bereits in ihrer frühen Kindheit als auch erst vor kurzer Zeit nach Deutschland gekommen sind. Ein besonderer Fokus liegt auf Migrations- und Fluchtbewegungen und wie sie die Bevölkerung – auch im Kinzigtal und im Spessart – seit jeher geprägt haben, nicht erst seit ein paar Jahren. „Migration ist kein Sonderfall“, sagt Sozialdezernentin Susanne Simmler und weist darauf hin, dass der zeitliche Horizont der Ausstellung mehrere Jahrzehnte umfasst, die Gründe für das Verlassen der eigenen Heimat somit vielfältig sind.

Trotz des teils großen Altersunterschieds der Frauen sind in der Ausstellung auffällige Gemeinsamkeiten festzustellen. Alle porträtierten Frauen vermitteln eine innere Stärke und den Mut, sich allem im Leben zu stellen, wie es eben kommt. Die Frauen träumen davon, sich zu entfalten oder haben dieses Ziele bereits erfüllt. Sie sind an ihrem Erlebten gewachsen. Die Ausstellung wurde durch das Büro für interkulturelle Angelegenheiten des Main-Kinzig-Kreises erstellt. Als Grundlage diente dessen Biografie-Arbeit mit Frauen aus dem Main-Kinzig-Kreis, die wiederum aus den verschiedensten Herkunftsländern stammen. Als eine Form zur Selbstreflexion steht „Biografie-Arbeit“ für verschiedene Formen professionell und wissenschaftlich unterstützter Erinnerungsarbeit.

Das Büro für interkulturelle Angelegenheiten stellt die 26 Präsentationswände im Roll-up-Format (200x85cm) zur Verfügung, die Ausstellung ist dabei für alle öffentlichen Einrichtungen kostenlos. Zusätzlich sind auf Wunsch auch ausstellungsbegleitende Broschüren mit ausführlichen Biografietexten erhältlich. Bei Rückfragen und Anfragen ist das Büro für interkulturelle Angelegenheiten telefonisch unter 06051 8518253 sowie per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar.

„Hinter jedem Gesicht dieser Ausstellung steht ein Schicksal, steht ein wechselvolles Leben voller Brüche, steht eine Fluchterfahrung und auch ein Erlebnis des Ankommens“, fasst Simmler zusammen. „Es sind Geschichten von der großen Liebe, von Angst und Hoffnung, zerbrochenen Träumen, unbändiger Kraft, dem Mut neu anzufangen, von geplatzten und wahrgewordenen Träumen sowie großen Zielen. Oftmals bleiben Flucht- und Migrationsgeschichten abstrakt, hier werden sie sichtbar als Geschichten aus unserer Nachbarschaft.“

Foto: Anfang März war die Biografie-Ausstellung „Bewegte Frauen“ in Gelnhausen das erste Mal zu sehen, nun kann die Wanderausstellung ihre Reise durch den Kreis fortsetzen.

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