Rückblick und Ausblick der Hanauer Museen

Ausstellungen
Tools
Typographie
  • Smaller Small Medium Big Bigger
  • Default Helvetica Segoe Georgia Times

Das Jahr 2020 hat - durch die langen Schließzeiten ab dem Komplettlockdown im März – auch für die Hanauer Museen einen großen Besucherverlust mit sich gebracht.

leopoldmotiv.jpg

"Wir hatten 100.000 Besucherinnen und Besucher weniger als im Vorjahr 2019, welches ein glanzvolles Jahr mit zwei sensationellen musealen Neueröffnungen und einem Besucherrekord war", so Fachbereichsleiter Martin Hoppe bedauernd. Im April 2019 wurde im Schloss Philippsruhe das Brüder-Grimm-Mitmach-Museum GrimmsMärchenReich und im Juni in Klein-Auheim die Kulturstätte am Main – das Radwerk - neu eröffnet. Die Besucherzahlen aller Hanauer Häuser beliefen sich auf fast 130.000 Personen. ** Dennoch sind Martin Hoppe und Museumsdirektorin Dr. Victoria Asschenfeldt zuversichtlich "Die Durstrecke in 2021 werden wir gemeinsam überwinden. Mit den voranschreitenden Impfungen zeigt sich auch für die Museen ein Licht am Ende des ‚Corona-Tunnels‘".

Wann die Museumspforten in 2021 wieder öffnen können, wird sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen. Trotz aller Einschränkungen sind die Planungsteams aller Hanauer Museen hinter verschlossenen Türen kräftig am Wirbeln und bereiten Ausstellungen, digitale Vermittlung und Präsentationen vor. Oberbürgermeister Claus Kaminsky ist optimistisch: "Wir lassen uns von der Corona-Pandemie nicht die Zuversicht nehmen. Wenn wir wieder öffnen, werden wir den Besucher*innen einen bunten Reigen an Kunst, Geschichte und Kunsthandwerk in unseren herausragenden Hanauer Museen anbieten."
 **(ohne Wildpark Fasanerie mit Forstmuseum – diese hatten knapp über 191.000 Besucher*innen)

AUSSTELLUNGSÜBERSICHT:

Historisches Museum Hanau Schloss Philippsruhe Mit Papiertheatermuseum (im Umbau bis 2022) und GrimmsMärchenReich:

Verlängert bis Frühjahr 2022: Leben im Krieg – Perspektiven auf den Zweiten Weltkrieg und sein Ende vor 76 Jahren / Ein Kooperationsprojekt mit dem Hanauer Geschichtsverein 1844 e.V.  und Hanauer Schulen Die Ausstellung nimmt den 75. Jahrestag der Zerstörung Hanaus am 19. März 1945 zum Anlass für eine interaktive Ausstellung. Dabei werden neben den wesentlichen Entwicklungslinien in und durch den Zweiten Weltkrieg bis in die Nachkriegszeit vor allem schlaglichtartig die unterschiedlichen Lebensbedingungen der Menschen in Hanau beleuchtet. Erstmals werden die erinnerungskulturellen Entwicklungen nach 1945 betrachtet und bis an die Jetztzeit herangeführt. So werden bereits im Vorfeld, aber auch während der Ausstellung weitere Perspektiven in die Präsentation eingewoben, sei es von Hanauer Schülerinnen und Schülern oder von Menschen aus den europäischen Partnerstädten.

April bis Juli 2021: Franziska Becker – 4. Ludwig Emil Grimm-Preis für Karikatur 2021 Franziska Becker ist nach Hans Traxler, Greser & Lenz und F. W. Bernstein die erste Frau, die den Preis erhalt. Ludwig Emil Grimm, der "Malerbruder" von Jacob und Wilhelm Grimm, war auch ein bedeutender Karikaturist. Zusammen mit dem caricatura museum frankfurt wird im Schloss Philippsruhe von April bis Juli 2021 eine Werkschau zu Ehren Beckers gezeigt.

Ab Herbst 2021: Moderne Zeiten in Hanau – Gewerbe, Kunst und Industrie Im Umfeld der Hanauer Zeichenakademie pulsierte von der Mitte des 19. bis in die 1930er Jahre ein hochklassiges Milieu der Kunstschaffenden. In der Verschränkung von Akademie, Kunstgewerbebetrieben und industriellem Aufstieg der Stadt schufen weit über Hanau hinaus bekannte Künstler wie der Bildhauer August Gaul, die Schmuckfirma Kreuter, die Malerin Eugenie Bandell oder die Designer Wilhelm Wagenfeld und Christian Dell bedeutende Kunstwerke bzw. Gebrauchsgegenstände. Erstmals wird in den frisch restaurierten Parterresälen von Schloss Philippsruhe Leben und Werk dieser weit über Hanau erfolgreichen Künstler/innen im Kontext ihrer Zeit präsentiert. Mit der Präsentation wird auch die restaurierte "Lange Galerie" mit klassizistischen Wandmalereien wieder zugänglich.

Museum Großauheim, Kunst- und Industriegeschichte

Bis 20. Juni 2021: August Gaul. Weil es mich freut. Plastik und Grafik zum 150. Geburtstag Der weltweit geachtete Bildhauer August Gaul wurde 1869 in Großauheim geboren. Er war Vorstandsmitglied der Berliner Sezession, bewegte sich im Kreis der künstlerischen und literarischen Avantgarde, war Freund und Wegbereiter zahlreicher Protagonisten und gilt als bedeutendster Tierbildner der Moderne. Zum 150. Geburtstag widmet das Museum Großauheim dem Künstler eine Sonderschau mit dem eigenen Sammlungsbestand und Leihgaben aus regionalen Sammlungen. Gezeigt werden Werke in Bronze, Stein, Keramik, Böttgersteinzeug und Porzellan sowie Skizzen, Modelle und zahlreiche grafische Arbeiten des Künstlers. Ein umfangreiches Begleitprogramm für Kinder und Erwachsene umrahmt die Jubiläumsschau.
 
Bis September 2021: Der Wald des Leopoldo Richter Die Ausstellung "Der Wald des Leopoldo Richter" zeigt erstmals Werke des Abenteurers, Wissenschaftlers und Künstlers in seinem Geburtsort Großauheim. Der vielfältige Künstler (1896 in Großauheim – 1984 in Bogotá) übersiedelte zwischen den Weltkriegen nach Südamerika und wurde dort ein Experte für bestimmte Dschungelinsekten und -gebiete. Seine Konstitution und Geduld erlaubte ihm lange Erkundungen im Urwald zwischen Kolumbien und Chile. Dort beobachtete, bestimmte und zeichnete er erstmals eine Reihe Insekten. Bald verdiente er sich das Vertrauen der indigenen Bevölkerung. Heute ist jener Dschungel weitgehend der Modernisierung gewichen. Leopoldo Richters künstlerisches Werk ist heute eine wichtige Zeugschaft über das spannende Verhältnis von Mensch und Wald.

Ab Herbst 2021: Angeworben – Angekommen? Arbeitsmigration in Großauheim und Umgebung 1955-1960 Die Geschichte der sogenannten Gastarbeiter in der Bundesrepublik ist fast so alt wie der Staat selbst. Bereits in den 1950er Jahren führte der Arbeitskräftemangel zur Anwerbung ausländischer Arbeitnehmer aus Italien, Griechenland und Spanien. Aus dem vorübergehenden wurde ein dauerhafter Aufenthalt - die Familien kamen nach. Heute leben in Großauheim viele Nachkommen der ersten Gastarbeiter in zweiter und dritter Generation. Wie die familiäre Herkunft ihr Leben heute noch prägt, wird ebenso Teil der Ausstellung sein, wie die Bewahrung der Lebensgeschichten der ersten Generation. Ihre autobiografischen Erinnerungen werden aufgezeichnet und für das kollektive Gedächtnis gesichert.

Museum Schloss Steinheim, Regionale Archäologie und Stadtgeschichte Steinheims

Bis Februar 2022: 1320 - 2020 – 700 Jahre Stadtrechte Steinheim Jubiläumsausstellung In der Zeit der Globalisierung wird die Fragestellung nach Herkunft und Identität wieder sehr präsent. Woher kommen wir, was prägt uns, wo ist unser Lebensmittelpunkt? Insbesondere Städte und Ballungsgebiete erscheinen als große Anziehungspunkte, Kommunen verfügen über ein reichhaltiges Kulturangebot, bieten Arbeitsplätze sowie eine gute Infrastruktur. Und sie sind identitätsbildender Lebensmittelpunkt. Urbane Gebilde existieren schon seit über 6.000 Jahren. Denken wir an die Poleis der griechischen Antike oder die ersten römischen Metropolen. In Zentraleuropa brachte das Mittelalter einen regelrechten Städteboom mit vielen Neuerungen im sozialen Zusammenleben, Handel, Gerichtsbarkeit und Migration. Steinheim am Main erhielt 1320 von König Ludwig IV. dem Bayern die Stadtrechte verliehen, konnte ab diesem Zeitpunkt wachsen und an Bedeutung gewinnen. In der Sonderausstellung wird Steinheim facettenreich betrachtet und dargestellt. Die Besucher/innen werden angeregt, sich mit der Identität Steinheims auseinanderzusetzen. Anhand von archäologischen Funden wird chronologisch auf die Entwicklung des Ortes eingegangen, wobei die Verleihung des Stadtrechtsprivilegs in den Mittelpunkt rückt. Durch eine Vielzahl von gesammelten Objekten und Leihgaben werden interessante und bisher eher unbekannte Geschichten und Besonderheiten zur Historie der Stadt und ihrer Einwohner/innen erlebbar.

Hessisches Puppen- und Spielzeugmuseum

Bis September 2021: Es rattert, dampft und schnauft – Spielzeugeisenbahnen Gezeigt wird die Entwicklung der "Spielzeugeisenbahn" vom einfachen Spielzeug hin zum Modell, bei dem auch die Anzahl der Nieten am Kessel stimmt. Es geht über alle Spurweiten von Null bis Z und alle namhaften Hersteller von dampf-, uhrwerk und elektrisch betriebenen Eisenbahnen. Doch nicht alles ist hinter Glas. Regelmäßige Schau-und Spieltage in der "Wilhelmsbader Regenpromenade" laden zum Staunen und Mitmachen ein. An den "Märklin H0"-Tagen können Besucher*innen gerne ihre Schätze aus dem Keller holen und hier Dampf machen.

Ab Oktober 2021: Juliana – Ein Jahrhundert in Puppen Juliana von Oranien-Nassau (1909–2004) war nicht nur Königin der Niederlande und hatte familiäre Wurzeln in Hessen, sie war auch leidenschaftliche Puppensammlerin. Seit ihrer Geburt bekam sie Puppengeschenke aus aller Welt, aus der niederländischen Bevölkerung genau wie später auf ihren Auslandsreisen oder von Diplomaten. Anhand der Puppen und deren Trachten nimmt das Museum Besucher*innen mit auf einer Reise durch die Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Deutsches Goldschmiedehaus Hanau

Bis 11. April: Schmuck aus dem Osmanischen Reich Die Schau lädt auf eine Reise durch die Kulturen des Osmanischen Reichs ein. Die Exponate stammen aus Privatsammlungen und zeigen ausgefallene Arbeiten wie Brustschmuck, Amulette, prachtvollen Kopfschmuck und ausgefallene Kopfbedeckungen

18. April bis 4. Juli 2021: Der Reiz des Minimalen – Carl Dau. Schmuck und Objekte Als junger Mann fuhr Carl Dau mehrere Jahre zur See, ehe er seine spätere Frau traf und Goldschmied lernte. Nach der Meisterprüfung an der Staatlichen Zeichenakademie in Hanau und weiteren Studien in Berlin schlossen sich mehrere Jahre als Lehrer an. Um zur Praxis zurückzufinden, gründete er eine kleine, exklusive Schmuckmanufaktur, die in interessierten Kreisen für ihr klares, schnörkelloses Design schnell bekannt wurde. Eine Krönung seiner Arbeit sind seine großformatigen farbigen Wandobjekte, die auch Teil der Ausstellung sein werden.

6. Juni bis 29. August 2021: Pas de deux – Schmuck von Sylke A. Klopsch und Helen Friesacher Sylke A. Klopsch, Pforzheim, und Helen Friesacher, Kaufbeuren-Neugablonz, verfolgen in ihrem Schmuckschaffen ganz unterschiedliche künstlerische Ansätze. Geometrische Grundformen von unbestechlicher Klarheit bilden den Ausgangspunkt für die Arbeiten von Helen Friesacher. Die freie, spielerische Form, die betonte Leichtigkeit in der Anmutung steht bei Sylke A. Klopsch im Vordergrund.

11. Juli bis 2. September 2021: Ebbe Weiss – Weingart. Schmuck Ebbe Weiss-Weingart (1923-2019) trug mit ihren prägnanten Arbeiten wesentlich zur Erneuerung der Schmuckkunst nach 1945 bei. Ausgefallene Techniken, vielseitige Materialien und ganz eigenwillige Gestaltungsmittel prägen das in vielen Jahrzehnten geschaffene künstlerische Oeuvre, das sich in der Sammlung des Deutschen Goldschmiedehauses widerspiegelt.

12. September bis 10. November 2021: Ulrike Kleine-Behnke. Silke Trekel. Material. Form. Schmuck Geprägt durch die Hallesche Schule, in deren Kontext und Tradition die Arbeiten von Ulrike Kleine-Behnke und Silke Trekel entstanden, zeigt die Ausstellung Werke von stark skulpturaler Ausrichtung und einer sensiblen Auseinandersetzung mit Form und Material. Beide Künstlerinnen verbindet eine Schmuckauffassung, die sich im Mut zum großen Format und ihrem Verständnis von Schmuck als körperbezogener Kleinplastik widerspiegelt. Die Formen müssen wachsen, brauchen Zeit, was maßgeblich durch den Diskurs mit dem Material und dem daraus resultierenden Prozess der Formgebung bestimmt wird.

18. November 2021 bis 13. Februar 2022: BRUNO MARTINAZZI – Ein Künstlerphilosoph im Schmuck Mehr als 100 Arbeiten, darunter bislang unbekannte Raritäten aus dem Archiv Bruno Martinazzi (1923 Turin – 2018 Ansedonia) in Turin, werfen in dieser Ausstellung Licht auf die zentralen Leitideen des Goldschmiedes und Bildhauers. Sie spiegeln eine Ästhetik, die sich zwischen Moderne und Klassizität ansiedelt, die unvergängliche Schönheit, tiefgründige Überlegungen und ungewöhnliche Formgebung vereint. Seine Werke sind weltberühmt und doch immer wieder aufs Neue zu entdecken.

RadWerk Klein-Auheim

17. Juli bis 19. September 2021: Sonderausstellung "Rennräder von Technobull"
Aus der Dietesheimer Techniksammlung von Bruno Schmück kommen die Rennräder der Marke Technobull. Sie wurden von Heinz Günter Sattler aus Hausen zwischen 1970 und 1998 individuell für die Besitzer gebaut. Diese Räder konnten bis zu 4500 Mark kosten. Im Museum im RadWerk wird seine Sammlung erstmals gezeigt.

2. bis 31. Oktober 2021: Sonderausstellung "Bilder von Andreas Wald"
Der Klein-Auheimer Künstler Andreas Wald malt imaginäre industrielle Architektur. Man erlebt Aquarelle einzelner Fassaden, Fronten von Gebäudekomplexen, Szenarien von Plätzen. Aber auch sehr realistisch gemalte               Tiere und Pflanzen zeigen sein Können. Der Künstler ist Mitglied in folgenden Vereinigungen: GSK Steinheim, Kunstforum Seligenstadt, Hanauer Kulturverein, Frankfurter Künstlergesellschaft von 1857 und seit 2020 Mitglied im Künstlersonderbund Berlin. Er ist Träger des Cläre-Roeder-Muench-Preises, Hanau und des Kulturpreises des Main Kinzig Kreis, Gelnhausen.Andreas Wald wird an den Sonntagen im Oktober in der Ausstellung zum Gespräch anwesend sein.

28. November bis 03. Januar 2022: Traditionelle Krippenausstellung Es werden private und vereinseigene Krippen aus verschiedenen Zeiten und von Kunstschaffenden aller Ausrichtungen gezeigt.

Foto: „Hockendes Paar“ von Leopoldo Richter Datum unbekannt, 43x34cm. Quelle: Stadt Hanau

BLOG COMMENTS POWERED BY DISQUS

PS: Sind Sie bei Facebook? Werden Sie Fan von VORSPRUNG!

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Anzeige

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

vogler banner

Anzeige

werbung1 100Euro

Anzeige

Online Banner 300x250px MoPo 2

Partner von MKK-Jobs.de

 

spessart tourismus gross
landkreis ab gross
richtertrans banner
smurfit gross
vlms gross
maxwork gross
kathinka gross
spitzke gross
mkk gross
cid gross
apz gross
gelnhausen gross
hausch gross
caritas gross