Künstlerbegegnung im Goldschmiedehaus

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In der Reihe der Künstlerbegegnungen treffen sich die Schmuckgestalterinnen Ulrike Kleine-Behnke und Silke Trekel zu ihrer Ausstellung im Silbersaal des Deutschen Goldschmiedehauses vom 12. September bis 10. November 2021.

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Ihre Arbeiten verbindet eine Schmuckauffassung, die sich im Mut zum großen Format und in ihrem Verständnis von Schmuck als körperbezogene Kleinplastik widerspiegelt. Ein sensibler Umgang mit Form und Material ist in ihren Arbeiten ablesbar. Geprägt wurden beide Künstlerinnen durch ihr Studium an der Burg Giebichenstein, Kunsthochschule Halle, in deren Tradition ihr Werk steht.

Ulrike Kleine-Behnke verwendet für ihren Schmuck mit den charakteristischen klaren Formen und dem Verzicht auf Überflüssiges gerne Naturmaterialien. Es sind, wie Kleine-Behnke selbst beschreibt, kleine tragbare Objekte, die zu vielfältigen Interpretationen einladen. Ein Quell an Ideen sind der Schmuckkünstlerin Natur und Umwelt. Eine besondere Form, Farbe oder auch Strukturen der Oberfläche, wie die eines Holzes, begeistern sie. Am Formenschatz der Natur inspirierte Blüten, Blätter und Knospen sind ein wiederkehrendes Thema ihrer Arbeiten. Die von dem Stück ausgehende Wirkung ist ihr wichtig, nicht der Wert des Materials. Silber stellt für sie ein perfektes Material zur Ergänzung mit anderen Materialien dar. Sie faltet oder treibt, gießt oder montiert das Metall. Ulrike Kleine-Behnke lässt ihre Formen und Volumen, die leicht und tragbar sind, in einem dynamischen Prozess wachsen. Die aus Leipzig stammende Schmuckkünstlerin, deren Schmuck auch im GRASSI Museum für Angewandte Kunst in Leipzig zu sehen ist, lebt und arbeitet in Dachau.

Die Stücke Silke Trekels illustrieren sowohl ihre Konzentration auf große Formen, Volumen und Plastizität als auch ihre Freude am Experiment mit Materialien und Techniken. Sie schafft bevorzugt dreidimensionale, plastische Formen mit fast architektonischem Aufbau. Inspiration fand die Schmuckkünstlerin bei Kontakten mit fernöstlichen oder westlichen Kulturen. Es zeigen sich auch Einflüsse vom skulpturalen Werk des Minimalisten Carl Andre. Es entstehen u.a. verschiedene eigenständige Einzelstücke aus seriellen Industrieprodukten wie Porzellanscheiben. Der Einsatz leichter Werkstoffe wie Balsaholz oder Metallblech ermöglicht das Tragen der voluminösen Arbeiten. Titan, Silber, Eisen, Kunststoff gehören ebenfalls zu ihren Materialien. Silke Trekel kommt in der Ausgewogenheit zwischen Einfachheit in der großen Form und Reichtum im Detail zu einem überzeugenden Ergebnis, zu tragbaren Schmuckstücken, die auch individuelle skulpturale Objekte sein können. Werke der in Rostock geborenen Schmuckkünstlerin sind u.a. im Victoria and Albert Museum in London (GB) und im Museum of Arts and Design in New York (USA) zu bewundern.



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