Die Präsentation zur Arbeitsmigration der sogenannten „Gastarbeiter“ nach Großauheim ist somit zeitgleich an zwei verschiedenen Orten zu besichtigen: im Museum Großauheim sowie in der Frankfurter Innenstadt.

Während die Ausstellung in Großauheim – eine Kooperation zwischen den Städtischen Museen Hanau und der Lindenauschule -  neben den spanischen Arbeitsmigranten auch die Geschichte der italienischen "Gastarbeiter" in den Blick nimmt, befasst sich die Ausstellung im Instituto Cervantes allein mit den Migrationsbewegungen aus Spanien. Mehr als 3.000 Besucherinnen und Besucher haben die Ausstellung "¿Angeworben – Angekommen?" seit ihrem Start im November 2022 im Museum Großauheim besichtigt. Auch überregional und sogar im Ausland - hat sie große Beachtung gefunden.

Bei seinen Besuchen im Museum Großauheim zeigte sich Dr. Ferrán Ferrando, Leiter des Instituto Cervantes Frankfurt, beeindruckt vom Konzept und der Präsentation. So entstand die Idee, den Teil der Ausstellung, der sich mit den spanischen Arbeitskräften befasst, im Instituto Cervantes zu zeigen. Mit Zustimmung von Martin Hoppe, Leiter des Fachbereichs Kultur, Stadtidentität und Internationale Beziehungen der Stadt Hanau, der Unterstützung der Kuratoren der Großauheimer Ausstellung Dr. Victoria Asschenfeldt, Wolfgang J. Hombach und Sebastian Saliger und der professionellen Gestaltung durch Volker Steltzner (UPF) entstand in kurzer Zeit eine weitere Ausstellung in Frankfurt. Zur Eröffnung kamen der spanische Generalkonsul Enrique Criado Navamuel, Dr. Markus Häfner, Leiter der Städtische Museen Hanau, die Kuratoren der Ausstellung in Großauheim sowie mehrere Interviewpartner, die in der Ausstellung von ihren Erlebnissen als Immigranten berichten. Die Ausstellung bildet den Auftakt für die Themenreihe "Gastarbeiter. Spanische Migration im Raum Frankfurt", die neben einem Dokumentarischen Theater und Vorträgen auch Gesprächsrunden umfasst. Zur Eröffnung sprachen der Direktor des Instituto Cervantes, Dr. Ferran Ferrando, der Generalkonsul von Spanien, Enrique Criado Navamuel, sowie die Kuratoren Wolfgang Hombach (Schulleiter a.D.) und Sebastian Saliger (Oberstudienrat an der Lindenauschule), der den Wahlpflichtkurs leitete, in dem die Schülerinnen und Schüler die spanischen Arbeitsmigranten zu ihren Erfahrungen in Deutschland befragten und die Gespräche auf Video aufzeichneten. Während Wolfgang Hombach die Wichtigkeit dieser Ausstellung im Kontext aktueller politischer Debatten um das Thema Migration unterstrich, ging Sebastian Saliger auf die Bedeutung der Ausstellung für die Lindenauschule ein. Am Ende seines Vortrags dankte er dem Direktor des Instituto Cervantes für die Wertschätzung, die das Schulprojekt durch die zusätzliche Ausstellung im spanischen Kulturinstitut erfährt. Abschließend bat er zwei Mitwirkende am Projekt der Lindenauschule nach vorne: Serena Grimaldi und Saki Isaq hatten im Rahmen des Unterrichts zahlreiche Interviews mit spanischen und italienischen Arbeitsmigrantinnen und -migranten geführt und erhielten dafür vom Publikum langanhaltenden Applaus. Anschließend äußerte sich Belén Morán Osuna als Tochter spanischer Arbeitsmigranten zu ihren Erfahrungen mit dem Interview, das die Lindenauschülerinnen und -schüler mit ihr geführt haben. Wie sie betonte, habe das Interview viele Fragen bezüglich ihrer eigenen kulturellen Identität entstehen lassen.

Die Ausstellung in Großauheim wurde bis zum Sommer 2024 verlängert und ist samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Schulklassen können einen Besuchstermin während der Unterrichtszeit buchen. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt. Weitere Informationen auf www.museen-hanau.de.  

Hintergrund:

Ausgangspunkt des Projektes "Spanische und italienische Arbeitsmigration nach Großauheim und Umgebung" war die Ankunft der ersten spanischen "Gastarbeiter" in Deutschland, die nach dem Abschluss des deutsch-spanischen Anwerbeabkommens zunächst bei der Firma Brown Boverie & Cie. in Großauheim Beschäftigung fanden. Beide Ausstellungen möchte den Besuchenden einen Einblick geben in die Erfahrung des Ankommens in Deutschland und den ehemaligen spanischen Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter Großauheims eine Stimme verleihen, die zu lange ungehört blieb.

In hohem Maße interessiert am Projekt zur spanischen und italienischen Arbeitsmigration waren auch die Mitarbeiter des Hessischen Instituts für Landesgeschichte in Marburg, wo ein neues Forschungskonzept zur Arbeitsmigration in Hessen nach 1945 gestartet wurde. Ihr besonderes Interesse galt in diesem Zusammenhang den Interviews mit den italienischen und spanischen Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. Dem Besuch in Großauheim folgte eine Einladung zu einem Workshop mit Forscherinnen und Forschern an das Hessische Landesarchiv in Marburg, wo die Vorstellung des Ausstellungskonzepts zu ausführlichen Diskussionen über Methoden, Konzepte und Fragestellungen der Forschung zur Arbeitsmigration führte. Auch in Spanien gab es großes Interesse an der Ausstellung. Bereits im Juni des vergangenen Jahres hatten viele Zeitungen in der Region Cordoba in Spanien über die Präsentation des Buches "Baracke 5 Zimmer 11" berichtet. In diesem Buch, das von Teilnehmerinnen und Teilnehmern zweier Spanischkurse der Volkshochschule Hanau übersetzt und vom Fachbereich Kultur der Stadt Hanau / Städtische Museen herausgegeben wurde, berichtet der Autor Antonio Cantero, der 1961 als "Gastarbeiter" von Cabra nach Großauheim gekommen war, von seinen Erfahrungen in Deutschland. Die Familie des Autors war auf Einladung der Stadt Hanau extra nach Großauheim gekommen, um bei der Buchvorstellung anwesend zu sein; es folgte die Präsentation der deutschen Ausgabe des Buches im Instituto Felipe Solis Villechenous, der alten Schule des Autors.

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Fotos: Elisa Rivera


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