Neue Ausstellung: Erinnerungen an Brand von Schloss Philippsruhe vor 40 Jahren

Copyright: Mika Jilg

Ausstellungen

Meterhoch und glühend heiß loderten die Flammen am 7. August 1984 in Obergeschoss, Dach und Turm von Schloss Philippsruhe. Bis in die Nachbarorte waren die Rauchwolken zu sehen. Insgesamt vier Stunden bekämpften zwölf Feuerwehren den Brand, während die Hanauerinnen und Hanauer fassungslos zusahen, wie ihre "gute Stube" lichterloh brannte.

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Polizei, US-Soldaten, THW-Mitglieder und städtische Bedienstete retteten einen Großteil der Museumsobjekte und des historischen Interieurs aus dem brennenden Gebäude. Doch das komplette Dachgeschoss des Mittelbaus und der linke Seitenflügel fielen den Flammen zu Opfer. Zudem beschädigte das Löschwasser in erheblichem Maße Decken, Wände und Böden des Schlosses.

Die aktuelle Kabinett-Ausstellung zum Schlossbrand dokumentiert anhand bisher in Privatbesitz befindlicher Fotografien das Ereignis vor 40 Jahren und verdeutlicht das Ausmaß der Schäden anhand angeschmorter und vom Feuer gezeichneter Zeichnungen, Drucke, Lithografien, Postkarten, Grafiken und Gemälden. "Insgesamt waren rund 100 Gemälde verbrannt - darunter auch "Kreuztragender Christus" und "Kain und Abel" des Hanauer Malers Georg Cornicelius - sowie hunderte Archivalien und Bestände der Graphischen Sammlung, Bücher der Museumsbibliothek und der ehemaligen Schlossbibliothek Opfer der Flammen geworden", berichtet Dr. Markus Häfner, Leiter der Städtischen Museen Hanau.

Die Ausstellung ist bis 26. Januar 2025 im ehemaligen Servierzimmer von Schloss Philippsruhe im ersten Stock zu sehen. Der Eintritt ist im regulären Preis von 5 Euro (4 Euro ermäßigt) enthalten. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt.

Den Schlossbrand eindrücklich im Bild festgehalten haben die beiden Dokumentarfilmer Dr. Helmut Friedrich (1923–2015) und Vincenzo del Ponte, deren Aufnahmen am 7. August 2024 im Rahmen zweier Filmvorführungen im Roten Saal von Schloss Philippsruhe zu sehen waren. "Dank der beiden Filmemacher konnten mehr als 120 Hanauerinnen und Hanauer bei den beiden Veranstaltungen den Kampf gegen die Flammen fast hautnah miterleben. Wir wünschen uns, dass Vincenzo del Pontes Film in naher Zukunft Teil der städtischen Sammlung wird", betont Martin Hoppe, Leiter des Fachbereichs Kultur, Stadtidentität und Internationale Beziehungen, die Bedeutung der Zeitdokumente für die Stadtgeschichte. Zudem berichteten im Rahmen der Filmaufführungen Feuerwehrmann Willi Manz, der damalige wissenschaftliche Mitarbeiter und spätere Leiter der Städtischen Museen Hanau Richard Schaffer-Hartmann sowie Geschichtsvereinsmitglied und Polizeibeamter Peter Jüngling über die Ereignisse rund um den Schlossbrand, die Schäden und den Wiederaufbau des Schlosses.

Über zwei Jahre dauerten die Wiederaufbauarbeiten: Handwerker schufen eine neue Dachkonstruktion und rekonstruierten den Uhrturm mit modernen Baustoffen. Im Innern gelang es, die Putzschichten zu erneuern, die Stuckdecken zu verzieren, die Böden und die Holzvertäfelung wiederherzustellen. Im Februar 1987 erstrahlte Schloss Philippsruhe in neuem Glanz.

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Copyright (3): Mika Jilg

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Blick in die Ausstellung „Schlossbrand“.

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„Kain und Abel“, Verbranntes Gemälde von Georg Cornicelius.

Copyright (2): Städtische Museen Hanau


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