„Deutsche aus Russland“: Ausstellung eröffnet

Ausstellungen

Die Geschichte der Deutschen aus Russland ist lang, die Kapitel der Auswanderung, der Vertreibung und der Rückkehr sind von hellen wie von dunklen Momenten durchzogen.

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Für die Kulturdezernentin und Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler ziehen sich einige Stränge dieser Geschichte bis in die Gegenwart hinein. „Die Deutschen aus Russland haben erlebt, wie wichtig – für jeden einzelnen – eine gelingende Integration ist und wie bedeutend eine Willkommenskultur in der Gesellschaft ist“, erklärte Simmler bei der Eröffnung der Wanderausstellung „Deutsche aus Russland – Gestern und Heute“, die noch bis 28. Mai im Main-Kinzig-Forum zu sehen ist.

Beim Abend der Begegnung zum Ausstellungsauftakt führte Projektleiter Jakob Fischer in die wechselvolle Geschichte der Deutschen aus Russland ein. Er zeigte die Migrationsbewegungen in den zurückliegenden 250 Jahren auf, die vor allem mit der einstigen deutschen Prinzessin Sophie von Anhalt-Zerbst einsetzten, die als Zarin Katharina II. von Russland durch ihr Manifest von 1764 ihre ehemaligen Landsleute dazu aufgerufen hatte, nach Russland auszuwandern. Dem Ruf folgten auch viele Hessen, wodurch sich nicht zuletzt der hessische Dialekteinschlag erkläre, wie Fischer mit einigen Beispielen unterhaltsam demonstrierte.

Heute leben schätzungsweise 2,8 Millionen Deutsche aus Russland wieder in Deutschland, insgesamt seien 4,5 Millionen so genannte Spätaussiedler – also auch Menschen aus anderen Teilen der früheren Sowjetunion – in die Bundesrepublik zurückgekehrt. „Wenn die Menschen in Deutschland, in Frankfurt, Berlin oder einer anderen Stadt, mit wenig Hab und Gut ankommen, dann sind sie auf die Hilfe und die Integrationsbereitschaft der Menschen vor Ort angewiesen“, erklärte Jakob Fischer. Diesen Punkt griff Susanne Simmler auf und erweiterte ihn um die Dimension der Flüchtlinge aus aktuellen Krisenregionen. „Wir reden längst nicht mehr darüber, ob wir ein Einwanderungsland sind, sondern wie wir Integration aktiv gestalten“, verdeutlichte die Erste Kreisbeigeordnete.

Die Frage der Integration ist in der Ausstellung permanent präsent. Die großen Kriege, insbesondere im 20. Jahrhundert, haben Familien auseinandergetrieben und die Menschen dazu gezwungen, neue Wurzeln zu schlagen. Oft wurden sie mit diesen Mühen allein gelassen. Von diesem Leid handelten am Abend der Begegnung Lieder von Lina Neuwirt, die sie auf dem Akkordeon vortrug.

Die 250-jährige Geschichte von Ein- und Auswanderung beinhaltet auch regionale Besonderheiten. So wird die Ausstellung ergänzt durch vier Schautafeln mit Schwerpunkt Main-Kinzig-Kreis. Sie handeln etwa von Deutschen, die in Russland zu bedeutenden Militärs wurden oder deren Familien Bedeutung in den Regionen fanden, in denen sie über viele Jahrzehnte lebten.

Die Ausstellung ist von montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr sowie freitags von 8 bis 14 Uhr im Bürgerportal des Main-Kinzig-Forums zu sehen. Der Eintritt ist frei. Anmeldungen zu Führungen nehmen Jakob Fischer, Telefon 01 71/40 34 329, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, sowie Josef Schleicher, Telefon 01 76/29 47 73 53, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, entgegen.

Foto: Eröffneten die Ausstellung (von rechts): Projektleiter Jakob Fischer, Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler, der frühere Erste Kreisbeigeordnete Hubert Müller, Kulturamtsleiter Walter Dreßbach, Lina Neuwirt und die Leiterin des Zentrums für Regionalgeschichte Christine Raedler.


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