Am Freitagabend wurde die Kunstausstellung MENSCH von Bürgermeister Thorsten Stolz in der Ehemaligen Synagoge in Gelnhausen eröffnet.
Am Freitagabend wurde die Kunstausstellung MENSCH von Bürgermeister Thorsten Stolz in der Ehemaligen Synagoge in Gelnhausen eröffnet.
Vor zahlreichem Publikum bezog sich Thorsten Stolz in seiner Ansprache auf die Vorankündigung der Ausstellung, in der es heißt: „In der Begegnung mit dem Alltäglichen entstehen Kunstwerke als Zeugnis der Auseinandersetzung mit der äußeren und inneren Natur des Menschen.“
Er ging der Frage nach, was denn die innere und äußere Natur ausmacht und weitete die Sichtweise über die grenzen der gestalteten Kunst hinaus. Die Kuratorin Elke Kienzler-Eidt (1947) erntete viel Anerkennung für die Gestaltung der Ausstellung, die die Kunstwerke miteinander in Bezug bringt.
Elke Kienzler-Eidt ist Kunsttherapeutin und Künstlerin, arbeitet seit 1997 im eigenen Atelier und leitet seit 2002 das MalAtelier in Gelnhausen. Hier bietet sie für Erwachsene und Jugendliche die Möglichkeit des kreativen Ausdrucks. Ihre Leidenschaft ist das Thema Kunst und Kommunikation, darum ist das MalAtelier auch als Galerie Treffpunkt für alle Kunstinteressierten. Elke Kienzler-Eidt bezeichnet die Ausstellung als Schlusspunkt auch ihrer eigenen Arbeit im MalAtelier. Die ausgestellten Werke seien der sichtbare Teil von großem energetischen Schaffen. Es habe sich etwas materialisiert, was zunächst nur ein Gedanke, ein Vorhaben war. Bei der Betrachtung der Exponate entstünden Fragen: Gefällt mir, was ich sehe? Konfrontiert mich das Dargestellte? Muss ich hier Antworten finden oder darf ich nur betrachten? Sie ermunterte die Besucher, sich Zeit zu nehmen, die Geheimnisse zu entschlüsseln und miteinander in Dialog zu treten. Ihr künstlerischer Ausdruck ist stark gestisch bestimmt und zeigt eine große Liebe zu Farbe und deren Autonomie als Vermittlerin von innerem Erleben und äußerer Wahrnehmung menschlichen Lebens.
Ingrid Nickel (1948 ) war lange Jahre Kunstpädagogin an der Friedrich-August-Genth-Schule in Wächtersbach. Sie zeigt kleinformatige Ölbilder und Specksteinskulpturen. Die Entstehung der Bilder beschreibt sie so: „Meine Farbpalette entwickelt sich fast ausschließlich aus den drei Primärfarben direkt auf der Leinwand, ergänzt mit Weiß und Schwarz.“ In den Specksteinarbeiten habe sie sich mit der menschlichen Gestalt auseinandergesetzt, um verschiedene Befindlichkeiten des Menschen: Nähe, Ferne, Geborgenheit...zum Ausdruck zu bringen. Es entstehen berührende Kleinodien.
Karl Lochmann ( 1960 ) ist gelernter Goldschmied und arbeitet als Technischer Angestellter bei einem Automobilzulieferanten. Die Synagoge zeigt die Unterschiedlichkeit seines künstlerischen Schaffens in Zeichnungen und stark farbigen Portraitbildern. Er schätzt die Zeichenkunst, weil sie für ihn die schnellste und direkteste Methode ist, Gedanken und Gefühle bildnerisch darzustellen. Für seine „Menschenbilder“ benutzt er Acryl und Öl und vermag es mit nur 5 Farben die unterschiedlichsten Gemütszustände abzubilden. Karl Lochmann sagt: “Die Darstellung des Menschen in der Malerei ob Portrait, Akt oder in abstrakter Erscheinung, ist und bleibt eines der aufregendsten Themen meiner darstellenden Tätigkeit.“
Gerhard Eidt ( 1951 ) zeigt zum ersten Mal öffentlich seine bildhauerischen Objekt. Er war bis vor kurzem Lehrer an der Friedrich-August-Genth-Schule in Wächtersbach und der kreativen, künstlerischen Arbeit schon immer sehr verbunden. Große Theateraufführungen sind in seiner Berufstätigkeit unter seiner Leitung entstanden. In der Ausstellung zeigt er 4 Holzskulpturen in ganz unterschiedlichem Ausdruck, alle verbunden im Thema MENSCH. Das Urmaterial Holz fasziniert ihn als Element zur Gestaltung. Die große Figur „Adam“ begrüßt den Betrachter, wie schon der „Traumfänger“ vor der Synagoge.
Die Vernissage wurde wunderbar von Ingrid Klöckner am Klavier mir schwungvollen Melodien begleitet. Eine interessante Ausstellung, die noch mal am Sonntag, den 24.4. von 11 – 17 Uhr zu sehen ist.
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